Behringer XENYX UFX 1204

UFX1204Nicht nur der Preis ist heiß!

Kleine Mischpulte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer in verschiedensten Preisklassen. Mit dem UFX 1204 erweitert Behringer nun die XENYX-Serie um ein weiteres Gerät, welches uns mit seinen unglaublichen Features auf Anhieb extrem neugierig machte. Was das neue Mischpult leistet, wollen wir hier im Rahmen unseres Praxistests beleuchten.

 

Es ist nicht mal eine Woche her, als wir die Firma Behringer in Willich besuchten. Ganz stolz wurde uns bei dieser Gelegenheit eine neue Generation der Behringer XENYX-Mischpult-Serie präsentiert. Die Features des neuen XENYX UFX 1204 klangen auf Anhieb so vielversprechend, dass wir uns noch unmittelbar vor Redaktionsschluss entschieden, dieses Mischpult einmal etwas genauer zu betrachten.

Konzept

UFX1604Beim Behringer XENYX UFX 1204 handelt es sich um einen analogen Mixer mit 12 Eingangs-Kanälen. Eine größere Version mit 16 Kanälen ist als UFX 1604 verfügbar. Die ersten vier Kanäle des UFX 1204 sind mono ausgelegt, während die Kanäle 5 bis 12 immer als Stereo-Kanäle 5/5, 7/8 ... usw. zusammengefasst sind. Beim größeren Bruder dem UFX 1604 findet man vier weitere Mono-Kanäle.

Weiterhin unterscheiden sich die Geräte durch die internen Effektprozessoren. Der UFX 1204 hat einen Multi-Effektprozessor an Bord, die 16-kanalige Variante sogar zwei. Jeder Mono-Kanal ist mit einem einfachen Kompressor ausgestattet. Sämtliche Kanäle verfügen beim UFX 1204 über klassische 3-Band EQs mit parametrischen Mitten, beim UFX 1604 hat man sogar 4 Band-EQs mit zwei parametrischen Bändern.
Die neuen Behringer-Pulte sind als 4-Bus-Konsolen konzipiert, d.h. es stehen jeweils zwei alternative Stereo-Mix-Busse zur Auswahl.
Außer dem 100 mm Masterfader sind sämtliche Fader des UFX 1204 als 60 mm Versionen ausgelegt, was aus Platzgründen durchaus Sinn macht.

Neben der bereits recht üppigen Ausstattung des UFX 1204 haben die Behringer Entwickler der XENYX-Reihe eine interne 16 x 4 Soundkarte (24-Bit/96 kHz) spendiert, was das Mischpult neben der Proberaum- oder Live-Situation auch für kleine Studios interessant macht. Mit der Onboard-Soundkarte lassen sich bis zu 16 Kanäle via USB oder FireWire (umschaltbar) auf einem angeschlossenen Rechner mit einer beliebigen DAW-Software aufnehmen. Umgekehrt lassen sich bis zu vier Spuren aus dem Rechner über zwei Stereo-Kanäle der Mixer abhören. Für diejenigen, die noch keine DAW-Software besitzen, dürfte interessant sein, dass die Behringer-Mixer mit der aktuellen Tracktion-Software ausgeliefert werden. So kann man auch ohne vorhandene DAW-Programme gleich loslegen. Aber damit nicht genug. Die interne Soundkarte kann sogar ohne Rechner direkt mit einem USB-Datenträger verbunden werden. Bis zu 16 Spuren lassen sich somit auf einer USB-Platte oder ggf. auf einem Stick aufzeichnen – und das ganz ohne Computer. Als weiteres Feature wäre die Transport-Sektion zu nennen, womit sich die Remote-Steuerung der DAW bedienen lässt.

Der erste Eindruck

Bereits auf den ersten Blick vermittelt der kompakte XENYX UFX 1204 einen hochwertigen Eindruck. Das Gerät wirkt sehr robust und durchaus roadtauglich. In Relation zur seiner Größe ist das UFX 1204 recht voll gepackt mit Bedienelementen. Alle Funktionsgruppen sind sinnvoll strukturiert und – wenn nötig- grafisch abgesetzt, so dass man sich recht schnell zurechtfindet.
Schaut man sich den Mixer dann genauer an, so entdeckt man immer mehr kleine Raffinessen, die man beim ersten Hinsehen zunächst übersieht, aber dazu später mehr.
Z.Zt. gibt es noch kein richtiges Manual sondern nur einen Quickstart Guide, daher gilt es für mich, die meisten Features des UFX 1204 regelrecht aufzuspüren, doch - so viel vorweg- unsere Expedition scheint sich definitiv zu lohnen.
Beim ersten Anfassen der Bedienelemente fühlt man sich auf Anhieb wohl. Die Regler und Fader sind leichtgängig, aber nicht zu leicht.

Mono-Kanäle

UFX1204Bei den vier Mono-Kanälen des UFX 1204 findet man zwei verschiedene Versionen.
Die Eingangsbuchsen der Kanäle (symmetr. Klinke und symmetr. XLR) befinden sich auf der Frontseite im oberen Bereich jedes Kanalzugs.
Während Kanal 3 und 4 lediglich über Mikro- und Line-Eingänge verfügen, sind die ersten beiden Eingangskanäle zusätzlich mit einem Hi-Z-Eingang zum direkten Anschluss von E-Gitarren oder Bässen ausgestattet. Im Normalfall sind die XLR-Mikrofoneingänge aktiv. Sobald man einen Klinkenstecker in den Line-Eingang (Klinkenbuchse) einsteckt, wird der Mikro-Eingang deaktiviert. Ob der Klinkeneingang bei den ersten beiden Kanälen nun als Line- oder als Instrumenten Input fungieren soll, lässt sich über einen kleinen Umschalter wählen. Ansonsten verfügen die Mono-Kanäle über individuell zuschaltbare Low Cut-Filter und Phantompower.

Als nächstes Bedienelement folgt der Gain-Regler. Der Regelbereich hängt von der Wahl der Eingangsquelle ab. Beim Line-Eingang liegt dieser zwischen –10 und 40dB, beim Mikrofon-Eingang zwischen 10 und 60 dB. Gleich unter den Gain-Reglern finden wir kleine Schalter, über die sich für jeden Kanal individuell wählen lässt, ob die interne Soundkarte des UFX 1204 das Signal vor, oder hinter dem EQ des jeweiligen Kanals abgreifen soll. Falls man bei der Aufnahme noch unsicher bezügl. der EQ-Einstellungen ist, lässt sich auf diese Weise das unbearbeitete Signal aufzeichnen.

Das nächste Feature des Behringer-Mixers ist nur in den Mono-Kanälen verfügbar: über den COMP-Regler lässt sich ein interner Kompressor pro Kanal regeln. Der Regler definiert den Threshold des Kompressors, d.h. den Punkt, ab dem der Kompressor mit seiner Arbeit beginnen soll.
Die Aktivität des Kompressors wird durch eine LED angezeigt.
Auch wenn die Einstellung des Kompressors mit nur einem Regler nicht besonders komfortabel ist, erweist sich die Kompressor-Sektion bei Recordings als nützliche „Notbremse“, um bei der Aufnahme möglichen Übersteuerungen vorzubeugen. Man sollte jedoch beim Einstellen des Kompressors sehr vorsichtig sein, da man zu stark ausgefallene Kompressor-Effekte später kaum wieder weg bekommt. Möchte man auf Nummer sicher gehen, so würde ich eher vorschlagen, über einen niedrigeren Input-Gain ein wenig mehr Headroom, also mehr „Luft nach oben“ zu lassen.

Als nächste Sektion innerhalb des Mono-Kanalzugs finden wir den Equalizer. Die Klangreglung ist bei den XENYX UFX 1204 Mono-Kanälen als 3-Band-EQs mit parametrischen Mitten konzipiert. Das HIGH-Band setzt bei einer Grenzfrequenz von 12 kHz an, das Low Band bei 80 Hz und die Centerfrequenz der Mitten ist zwischen 100 Hz und 8 kHz durchstimmbar. Jedes Band kann um 15 dB verstärkt oder abgesenkt werden. Wünscht man keinen EQ im Kanal, so lässt sich die Filtersektion einfach per Knopfdruck abschalten. Als nächstes Element innerhalb der Signalkette liegen die Sends. Das UFX 1204 verfügt über zwei Sends, die sich individuell für jeden Send, aber nicht individuell für jeden Kanal, auf Pre- oder Post-Fader-Betrieb umschalten lassen.

Während der AUX-Send für externe Effektgeräte oder als Monitor-Weg genutzt werden kann, geht der FX-Send zum internen Effektprozessor. Die Send-Regler arbeiten im Bereich von – unendlich bis 15 dB und sind mit einer Mittenrasterung bei 0 dB versehen. Diese Mittenrasterung macht bei einem Send nicht viel Sinn, andererseits stört sie nun nicht wirklich. Dagegen macht die Mittenrasterung beim folgenden Panoramaregler mehr Sinn. Unter dem Panoramaregler finden wir einen MUTE-Schalter, der eine Doppel-Funktion übernimmt. Normalerweise gehen die Kanal-Signale entsprechend der Fader- und Panorama-Position auf den Haupt-Mix-Bus 1/2 des Behringer Mixers. Wird ein Kanal über die MUTE-Funktion stumm geschaltet, so entfernt man diesen Kanal aus der Mix-Summe 1/2. Dafür wird dieser nun auf den alternativen Mix-Bus 3/4 geroutet. Wie wir später noch sehen werden, lässt sich dieser alternative Stereo-Bus recht flexibel nutzen. Ein gemuteter Kanal wird durch eine entsprechende Status-LED angezeigt.

Wie es sich für ein echtes Mischpult gehört, verfügt auch das UFX 1204 über eine Solo-Funktion. Je nach Einstellung der Aussteuerungsanzeige kann die Solo-Funktion als normale Solo-Funktion (Solo in Place) oder zum Aussteuern im PFL-Mode genutzt werden. Auch der Solo-Status wird durch eine LED angezeigt.

Als unterste Bedienelemente der Kanalzüge finden wir die Fader-Sektion. Die logarithmische Skala liefert auch ungeübten Anwendern einen guten Überblick über die Wirkungsweise der Pegelreglung. Damit das Kalibrieren der Kanal-Pegel nicht zum Blindflug wird, ist jeder Kanal innerhalb der Fader-Sektion mit vier Aussteuerungs-LEDs (-24, -12, 0 und CLIP) ausgestattet.

Stereo-Kanäle

Obwohl die Mono- und Stereo-Kanäle des UFX 1204 viele Gemeinsamkeiten wie Sends, Mute-, Solo- und Fader-Sektion haben, unterscheiden sich die Kanal-Konzepte doch ein wenig.
Bei den Stereo-Kanälen haben die Behringer-Entwickler auf die Mikrofon-Eingänge verzichtet. Stattdessen finden wir jeweils 2 symmetrische Klinkeneingänge (Links/Mono und Rechts). Ebenso wurde die Kompressor-Funktion weggelassen. Die Klangreglung der Stereo-Kanäle ist als 4-Band EQ designed. Soundkarten-ReturnsAnstatt der parametrischen Mitten der Mono-Kanäle hat man hier zwei Mitten-Bänder mit festen Frequenzen (300 Hz und 3 kHz).
Bei den Mono-Kanälen haben wir bereits die Umschaltmöglichkeit genannt, mit dem man zwischen Pre-und Post-Send für die interne Soundkarte wählen kann. Dieses Feature steht auch bei den Stereo-Kanälen zur Verfügung. Zusätzlich bieten die Kanäle 9/10 und 11/12 einen Input-Schalter, mit dem sich die vier Ausgänge der internen Soundkarte paarweise auf die Kanäle routen lassen.

Effekt-Sektion

Onboard-EffektprozessorIm rechten Viertel des Bedienpanels befinden sich verschiedene globale Funktionsbereiche. Gleich zu oberst liegt der interne 24-Bit Effektprozessor. Über einen Drehschalter wählt man die Effektart aus. Zur Wahl stehen neben verschiedenen Hall- und Ambience-Programmen, Delay- oder Modulations-Effekte (Chorus, Phaser, Flanger, Rotary, Pitch Shift) sowie Kombinationen aus Hall mit Chorus und Hall mit Delay. Effekte wie Delay, Modulations-Effekte u.ä., die tempoabhängig sind, können über die Tap-Taste eingestellt werden. Man tippt die Taste einfach im gewünschten Rhythmus und der Effektprozessor synchronisiert sich auf das Tempo, welches noch durch eine blinkende LED angezeigt wird.
Mit einem EDIT-Regler lässt sich jeder Effekt auf einfache Weise editieren. Der EDIT-Parameter ist je nach Effekt immer dem wichtigsten Parameter zugeordnet. In Verbindung mit der Tap-Taste gelangt man bei einigen Effektarten zu einem weiteren Parameter.
Welche Parameter eines Effektes durch den EDIT-Regler angesprochen wird, ist im Rahmen des QUICK Start Guides nicht dokumentiert. Das muss man dann selbst herausfinden. Manchmal wird z.B. die Intensität der Modulation, das Feedback oder die Hallzeit mittels der EDIT-Funktion kontrolliert.
Wie gut ein Effektprozessor wirklich ist, kann man in der Regel anhand der Hall-Programme erkennen. Die Hall-Effekte klingen sehr dicht und komplex und wirken daher natürlich, was entweder auf eine große Prozessor-Leistung oder auf intelligente Algorithmen hindeutet.
Auch wenn die Einstellung der Parameter nicht mit dem gewohnten Komfort eines externen Multieffektprozessors mithalten kann, liefert die Onboard-Effekt-Sektion doch eine erstaunlich gute Sound-Qualität – für ein Onboard-Tool mehr als überzeugend. Um die Pegel am Eingang der Effekt-Sektion unter Kontrolle zu haben, hat Behringer die FX-Sektion mit einer eigenen 4-LED Aussteuerungs-Anzeige ausgestattet. Falls man die FX-Sektion nicht benötigt, so kann diese mit einem Knopfdruck deaktiviert werden.

Source- und Meter-Sektion

Source-Select und AussteuerungsanzeigeDie Source-Sektion dient zur Auswahl der Signal-Quellen, individuell für den Control-Room/Kopfhörer-Ausgang oder für den Main-Ausgang. Als Quellen stehen zur Auswahl der Main-Mix, der CD/Tape-Eingang, der alternative Stereo-Bus 3/4 (s.o.), oder die Soundkarten Rückwege 1/2 bzw. 3/4. Es sei erwähnt, dass sich auch mehrere Quellen gleichzeitig aktivieren lassen, was das Output-Management extrem vielseitig macht.
Um die Abhörlautstärke einzustellen gibt es, jeweils für den Kopfhörer- und den Control-Room-Weg, einen eigenen Lautstärke-Regler.
Die Meter-Sektion bietet neben einer 12-gliedrigen LED-Kette einige Status-LEDs für den PFL- oder Solo-Mode, für die Kommunikation mit angeschlossenen FireWire- oder USB-Geräten sowie für Power On. Hier findet man auch den Umschalter für den Solo-Modus (Solo In Place oder PFL).

Sends/Returns und Master
Um die Pegel der Send-Summen und der Returns zu kontrollieren, gibt es beim UFX 1204 vier Potis. Per Knopfdruck lässt sich hier auch einstellen, ob die Aux-Sends oder die FX-Sends unabhängig von einander Pre- oder Post-Fader liegen sollen. Mit einem weiteren Schalter kann man den Ausgang des internen FX-Prozessors auf AUX 1 routen. 
Der alternative Summenbus 3/4 kann mit einem Poti in der Lautstärke geregelt werden, dazu finden wir auch bei der ALT 3/4-Sektion die beschriebenen MUTE- und SOLO-Funktionen.
Zum Schluss wären lediglich noch der 100 mm Masterfader (Main Mix) sowie die integrierte Talkback-Funktion zu nennen. Die Talkback-Sektion verfügt über ein eingebautes Mikrofon, den Talkback-Taster, einen Lautstärke-Regler sowie drei Routing-Wahlschalter für den Kopfhörerweg, den Main-Bus oder den Aux-1/2-Weg. Auch hier lassen sich mehrere Adressen gleichzeitig anwählen.
Um die Standalone-Aufnahmefunktion zu steuern, finden wir ein kleines Bedienfeld, auf das wir später noch eingehen werden.
Anschlüsse

Die Anschlüsse des UFX 1204 befinden sich sowohl oben auf dem Bedienpanel als auch auf der Stirnseite. Das Bedienpanel bietet die vier XLR-Mikrofon-Eingänge der Mono-Kanäle sowie sämtliche Line- bzw. Instrumenten-Eingänge für alle Eingangskanäle in Form von symmetrischen 6,3 mm Klinkenbuchsen. Hier liegen auch jeweils Traditionelle online spielautomaten sind für ihre einfache regeln und tolle preise bekannt, wodurchsie ideal für spieleraller erfahrungsstufen. zwei (rechts und links) symmetrische Ausgänge für die Studio-Abhöre, für den Main-Output sowie für den alternativen Stereo-Bus 3/4.
Es sei erwähnt, dass alle symmetrischen Anschlüsse sich auch mit unsymmetrisch ausgelegten Geräte-Buchsen verbinden lassen.
Zum Aufnehmen der Stereo-Summe wurden noch zwei TAPE-Ausgänge, als Cinch-Buchsen ausgelegt, integriert. Als Rückweg für den externen Rekorder oder als Eingang für CD-Player fungieren die beiden Cinch-Eingänge CD/TAPE (links & rechts). Schließlich wären noch die beiden parallelen Kopfhörer-Buchsen auf dem Bedienpanel zu nennen.
Die Stirnseite des Mixers verfügt neben Netzschalter und Netzbuchse inkl. Sicherungshalter über zwei symmetrische Aux-Send-Ausgänge. Um bei den Mono-Kanälen ggf. noch externe Geräte einschleifen zu können, bietet der UFX 1204 vier Stereo-Klinken-Buchsen als Inserts. Dazu kommen noch zwei Stereo-Aux-Returns mit denen sich die Signale externer Effektgeräte in den Aux-Bus zurückführen lassen. Falls man mehr Eingangskanäle benötigt, lassen sich diese Aux-Returns auch als zusätzliche Mischpult-Eingänge nutzen. Die Main-Outputs des UFX 1204 sind als symmetrische XLR-Buchsen konzipiert, hier wird man z.B. beim Live-Setup die Endstufen bzw. Aktiv-Lautsprecher für die Beschallung anschließen. Schließlich wären noch die Anschlüsse der Onboard-Soundkarte zu nennen. Dazu zählen eine FireWire 400-Schnittstelle sowie zwei USB-Ports. Während einer der USB-Ports für die Kommunikation mit einem DAW-Rechner zuständig ist, dient der zweite USB-Port zum direkten Anschluß eines USB-Datenträgers. Über einen kleinen Schalter lässt sich dabei definieren, welche der drei Schnittstellen aktiv sein soll.UFX1204_P0AB2_Rear_XL

Soundkarte

Die interne Soundkarte des UFX 1204 arbeitet mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit und einer maximalen Samplingrate von 96 kHz. Die Soundkarte kann via USB oder FireWire genutzt werden. Das lässt sicherlich so manchen PC-User aufatmen, denn oft gibt es beim PC Probleme mit inkompatiblen FireWire-Chipsätzen.
Beim Einsatz mit PCs ist ein spezieller Treiber notwendig, der sich auf der Behringer-Webseite downloaden lässt, beim Mac dagegen funktioniert das System ohne Treiberinstallation – echtes Plug & Play.
Nutzen lässt sich die UFX 1204-Soundkarte entweder mit einem Rechner und einer beliebigen DAW-Software als Audiointerface oder als Standalone-Recording System in Verbindung mit einem USB-Datenträger.
Bis zu 16 Kanäle lassen sich mit der internen Soundkarte aufnehmen, ausgangsseitig kann die Karte maximal vier Kanäle an das UFX 1204 zurückschicken, die sich wiederum auf die Kanäle 9/10 und 11/12 routen lassen. Nun mag sich der ein oder andere fragen, wie man 16 Kanäle mit einem 12-Kanal Pult aufnehmen soll?
Behringer hat das Thema ganz clever gelöst. Während die 12 Mischpult-Kanäle den ersten 12 Recording-Spuren zugeordnet sind, werden die Spuren 13 bis 16 dazu verwendet, den internen Effektprozessor sowie die Stereo Summe aufzunehmen. Da man, wie oben beschrieben, sogar das Talkback auf den Main-Bus routen kann, lassen sich somit auch während der Recording-Session gesprochene Kommentare mit aufzeichnen. Wie bereits beschrieben, hat man bei der Aufnahme die Wahl das Signal vor oder hinter dem EQ abzugreifen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass stets alle 16 Kanäle aufgenommen werden, selbst wenn nur einer belegt ist. Vor Jahren hätte man sich eventuell über den verschwendeten Speicherplatz aufgeregt, doch heutzutage sollte das, bei den aktuellen Preisen für Speichermedien, kein Problem darstellen. Davon abgesehen lassen sich ja auch nach dem Recording alle leeren Spuren wieder löschen.

Das UFX 1204 mit einer DAW-Software

Bei unserem Test haben wir das UFX 1204 als 16 Kanal-Audio-Interface mit Logic Pro sowie mit ProTools auf dem Mac laufen lassen. Die Installation dauerte wenige Sekunden und alles funktionierte einwandfrei!
Die Aufnahme-Qualität ist für ein solches Gerät wirklich überzeugend. Die Onboard-Karte braucht sich keinesfalls hinter den handelsüblichen Audio-Interfaces zu verstecken, die für wenige hundert EUR erhältlich sind.

Standalone-Recording

Control-Panel fuer den Standalone-RecorderUm das Standalone-Recording bedienen zu können, verfügt das UFX 1204 über ein spezielles kleines Bedien-Panel gleich neben dem Masterfader. Außer den üblichen Laufwerksfunktionen bietet diese Sektion ein Mini-Display und einen REMAIN-Taster, mit dem sich z.B. die verbleibende Aufnahmezeit anzeigen lässt. Ebenso lässt sich über diesen Taster bei längerem Gedrückthalten die aktuelle Samplefrequenz ablesen und verändern. Dazu findet man hier weitere Funktionen wie z.B. zum Umschalten vom Recording- in den Playback-Modus, zum Formatieren des Datenträgers oder zum Löschen bestehender Recordings. 
Der Versuch, das Standalone-Recording ans Laufen zu bekommen, gestaltete sich gegenüber dem o.g. problemlosen Einsatz in Verbindung mit ProTools oder Logic, etwas schwieriger. Schließt man einen USB-Datenträger an den USB-Port des UFX 1204 an, so wird zunächst der Datenträger auf seine Performance getestet.
Das kleine Display des Recording-Panels, gibt nach dem Testlauf eine Beurteilung der Schreibgeschwindigkeit ab. Je nach Performance des Speichermediums lassen sich entweder Aufnahmen mit 24 oder nur mit 16 Bit realisieren. Falls der Datenträger zu langsam ist, erscheint die Warnmeldung „SLO“.
Behringer weißt darauf hin, dass man nur Festplatten mit eigener Spannungsversorgung und keine USB-Sticks verwenden sollte. Ich dachte mir, man kann es ja mal versuchen und prompt quitierte mir das Display meinen dreisten Versuch mit der Meldung „SLO“.
Danach versuchte ich mein Glück mit verschieden formatierten USB-Festplatten doch auch hier gab es immer wieder Error-Meldungen, da das Format nicht gelesen werden konnte. Nach einigen missglückten Versuchen entschied ich mich, das interne Formatierungs-Feature des UFX 1204 zu nutzen. Meine Überlegung war: das UFX 1204 sollte schon wissen, welches Format benötigt wird? Doch auch die Formatierung missglückte. So mussten wir im Rahmen unseres Tests auf das Standalone-Recording verzichten.*Anmerkung der Redaktion

MIDI-Control

Wie bereits erwähnt, kann das kleine Bedien-Panel des Standalone-Recordings auch als MIDI-Transportsteuerung der DAW-Software fungieren, wobei die Kommunikation mit dem Rechner automatisch via FireWire oder USB erfolgt. Dabei kann das Feature im Standard MIDI-Mode oder im Mackie Control-Mode betrieben werden. Das Mackie Control-Protokoll wird von vielen DAW-Softwares unterstützt. Verwendet man den Standard MIDI-Mode, so muss man ggf. die Steuerparameter manuell definieren, was aber auch kein Problem sein sollte. Ansonsten ist dieses Feature ein ganz praktisches Tool.

Fazit

Selbst ohne die Standalone-Recording-Funktion ist das UFX 1204 mit einem voraussichtlichen Preis von unter 500 US-$ bereits ein Schnäppchen, aber ich bin mir auch sicher, dass die Behringer-Entwickler hier eine Antwort bzw. eine Lösung bereithalten.
Bei unserem Praxis-Test überzeugte das UFX 1204, abgesehen von der Standalone-Funktion, auf ganzer Linie. Das Handling ist recht einfach, wenn auch ein echtes Manual den Einstieg erleichtern würde. Das Mischpult ist nicht nur in puncto Features interessant, sondern liefert auch einen ordentlichen Sound, der vielen teureren Mixern in Nichts nachsteht. In Bezug auf seine üppige Grundausstattung dürfte das UFX 1204 bereits ideal für den Live-Sound im Proberaum oder im kleinen Club sein, die Onboard-Soundkarte eröffnet dem UFX 1204 jedoch völlig neue Möglichkeiten vor allem für den Studio-Einsatz. Alleine mit nur einem Paar Abhör-Lautsprecher und dem UFX 1204 hat man ja schon fast ein kleines Studio. Alles in Allem hat Behringer mit dem kleinen XENYX UFX 1204 wieder einen großen Coup gelandet. Auch wenn das Mischpult auf den ersten Blick wie viele Kleinmischpulte eher unscheinbar wirkt, hat das UFX 1204 doch in seiner Preisklasse außergewöhnlich viel zu bieten. Dazu gibt es sogar noch 3 Jahre Behringer Garantie – da kann man nun wirklich nichts falsch machen.

Autor: Hagü Schmitz

Facts

Geräteart: analoges Mischpult
Eingangskanäle: 12 (4 x Mono, 4 x Stereo)

Eingänge:
Mono-Kanäle: 4 x Mikrofoninputs, 4 x Line, davon 2 als HI-Z Instrumenten-Eingänge umschatbar
Stereo-Kanäle: 8 Line-Eingänge      
Summen-Busse: 2 x Stereo
Sends: 2
Kompressor: integrierter Kompressor in jedem Mono-Kanal  

EQ:
Monokanäle: 3 Band, parametrische Mitten
Stereokanäle: 4 Band EQ
Effekte: interner digitaler Multieffektprozessor
Inserts: vier, bei den Monokanälen
Solo-Funktion: umschaltbar zwischen Solo-Inplace und PFL

Onboard Sound-Karte:
24 Bit, 96 kHz
a)    nutzbar in Verbindung mit einem DAW-Computer vcia USB oder FireWire
b)    Standalone Betrieb mit USB-Datenträger

Sonstiges: integrierte DAW-Remote-Steuerung

Zu erwartender Ladenpreis: voraussichtlich unter 500 US-$

www.behringer.com

*Anmerkung der Redaktion:
Nach Redaktionsschluss konnten wir das XENYX UFX 1204 noch mal mit anderen USB-Datenträgern testen, wobei das Standalone-Recording-Feature einwandfrei funktionierte. Wie sich herausstellte, waren die von mir im ersten Test verwendeten USB-Festplatten zwar leer, jedoch nicht Low-Level formatiert, was nach Rücksprache mit den Behringer-Entwicklern zu Problemen führen kann. Daher sollte man die Platten vor der Verwendung mit dem XENYX UFX 1204 zunächst komplett neu formatieren.
Die von mir verwendeten Sticks waren einfach nur zu alt. Beim Besuch des Behringer-Entwicklerteams konnte ich mich persönlich davon überzeugen, dass das Standalone-Recording UFX 1204 sogar mit Sticks funktioniert.


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Kommentare (2)add comment

Donald Duck said:

0
...
Vielen Dank für diesen Artikel! Schön langsam kapiere auch ich den Mixer. Behringer hat ganze Arbeit geleistet, auch wenn's für einen Amateur recht schwierig ist, das Ergebnis zu würdigen.
März 30, 2017

Thomas Engler said:

0
...
Ein ganz hervorragender Artikel zum UFX 1204. Vielen Dank! Da es ja anscheinend immer noch keine ausführliche Anleitung von Behringer gibt, konnte ich mir so die Funktionen des Geräts gut erschließen. Kompetent und verständlich geschrieben - super...
September 29, 2014

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