IMG Stage Line MMX-1USB / MMX2-2USB

MMX-1USBDie Zwerge sind los...

Auch innerhalb seiner IMG Stage Line für den Bühnen- und DJ-Bereich hat sich der Bremer Traditionshersteller Monacor ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bei zuverlässiger Fertigungsqualität zum Ziel gesetzt. Mit zwei neuen USB-Mischpulten im Mikroformat wird das Portfolio nun auch um Tools für rechnerbasierte Aufnahmen erweitert. Xound wirft einen Blick auf die beiden Neuzugänge.

Nicht nur im professionellen Bereich stößt man mit den eingebauten Audio-Schnittstellen des heimischen Rechners schnell an die Grenzen des Machbaren. Der fehlende Eingang für ein symmetrisches Mikrofonsignal (XLR) oder der hohe Nebengeräuschanteil gerade bei Audioanschlüssen von Laptops lassen auch weniger ambitionierte Anwender recht schnell über die Anschaffung eines Audiointerfaces nachdenken, bei dem man aber häufig für eine Vielzahl von Funktionen mitbezahlt, die nicht jeder zwangsläufig braucht. Die beiden neuen USB-Mixermodelle aus dem Hause Monacor stellen unter Umständen eine äußerst kompakte wie sehr preisgünstige Alternative zu den aufwendigeren Interfaces dar.

Konzept

Die kompakten USB-Mischpulte haben mit Abmessungen von 100 mm x 42 mm x 120mm (MMX-1USB) bzw. 98 mm x 45 mm x 135 mm (MMX-2USB) kleinere Grundflächen als eine CD-Hülle. Beide Modelle verfügen über zwei Mixerkanäle, von denen der erste über eine symmetrische XLR/Klinke-Kombibuchse gespeist wird, während der zweite entweder einen Stereo-Cinch-Eingang oder das USB-Signal vom Rechner wiedergibt. Die Mixsumme wird an den analogen Main-Out ausgegeben sowie parallel über USB zum Rechner geschickt. Beide Modelle verfügen über einen regelbaren Kopfhörer-Ausgang und werden ausschließlich über den USB-Anschluss mit Strom versorgt.

Das Modell MMX-1USB unterscheidet sich zunächst durch eine simplere Bedienoberfläche 
vom „großen“ Bruder. Einige Regler und Anschlüsse des 2er-Modells wurden hier zwar weggelassen, jedoch findet man Funktionen wie Umschaltung auf Instrumentenpegel und schaltbare Phantompower in Kanal 1 sowie eine Kopfhörerbuchse im professionellen 6,3 mm-Klinkenformat, über die das 2er-Pult (wahrscheinlich aus Platzgründen) nicht verfügt.

Im Gegenzug wurde die Funktionalität des MMX-2USB um einen Tape Ein-/Ausgang im Cinch-Format erweitert, der mit Schaltern dem Main- und/oder Monitor-Ausgang zugewiesen werden kann, beide Mixer-Kanäle sind mit Zweiband-Klangregelung sowie Pan/Balance in Form von Schiebereglern versehen, und ein Standalone-Betrieb ohne Rechner wird mittels eingebautem Li-Ionen-Akku ermöglicht, welcher über USB geladen wird. Für dieses praktische Feature wurde auch ein kleiner Power-Schalter integriert. Monitor/Phones- sowie Main-Ausgang liegen bei diesem Modell im Miniklinken-Format vor, die Phantomspeisung ist permanent an und Eingang 1 lässt sich nicht auf Instrumentenpegel umstellen, dafür ist die Gesamtlautstärke über einen größeren Drehregler einstellbar.

Praxis

Sobald die Stromversorgung über USB hergestellt ist, lassen sich beide Geräte intuitiv so verwenden, wie man es von Kleinstmischpulten kennt. Ist kein Rechner in der Nähe und der Akku des MMX-2USB erschöpft, kann auch ein handelsübliches USB-Netzteil oder Aktiv-Hub für die Stromversorgung verwendet werden. Ohne Installation einer Treibersoftware lassen sich die Mixer in den Audio-Einstellungen des jeweiligen Betriebssystems für die Audio-Ein-/Ausgabe anwählen und mit jeder Recordingsoftware betreiben. Der Gesamtmix wird via USB in den Rechner geschickt und Audio aus dem Rechner bei Bedarf über Kanal 2 wiedergegeben, wodurch sich auch schon der Haken an der Sache offenbart: Während es kein Problem darstellt, etwa eine Sprachaufnahme mit dem Rechner zu tätigen oder auch analoge Stereoquellen zu digitalisieren und sich das Resultat hinterher anzuhören, ist es leider nicht möglich, zu einem Begleittrack aus dem Rechner zu singen/spielen und das Ganze aufzunehmen, ohne dass auch der Begleittrack mit auf der Aufnahmespur landet, wodurch man für Anwendungen, bei denen nacheinander mehrere Spuren aufgenommen werden sollen, etwas tricksen muss: Entweder man hört über die Audioausgänge des Rechners ab (geringe Systemlatenz vorausgesetzt) oder nutzt die Pan-/Balance Regler des MMX-2USB, um die Kanäle 1 und 2 auf die verschiedenen Stereoseiten zu legen (so kann man einen Overdub zwar getrennt vom Playback aufnehmen, hört aber bei der Aufnahme den hart L/R-gepannten Mix). Somit beschränkt sich die Funktionalität der Kompaktpulte von Haus aus eher auf die Erstellung einfacher Sprach- und Musikaufnahmen, die Digitalisierung analoger Tonträger sowie Liveanwendungen mit dem Rechner als auf die Verwendung bei Demoproduktionen mit mehreren Spuren.
Die Klangqualität ist sicherlich keine audiophile Offenbarung, in dieser Preisklasse jedoch als absolut vernünftig einzustufen. Auch die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck.

Fazit

Nicht selten kommt von Musikern mit begrenztem technischem Sachverstand die Frage nach einer simplen Möglichkeit, eigene Songideen mit dem Rechner aufzunehmen. Beim ersten Anblick der beiden kleinsten Mischpulte, die mir je unter gekommen sind, kam mir der Gedanke, ich hätte nun hinsichtlich Kompaktheit, einfacher Bedienung und günstigem Preis die perfekte Empfehlung für Singer/Songwriter mit Laptop gefunden. Da es aber weder möglich ist, ein Mikrofon und eine Gitarre gleichzeitig anzuschließen, noch Aufnahmen einzelner Spuren nacheinander erstellt werden können, ohne die bereits aufgenommenen Tracks erneut mit aufzunehmen oder beim Abhören Kompromisse einzugehen, sind die beiden Mini-Mixer leider weniger für den Gebrauch bei der Musikproduktion geeignet. Für simple Sprach-/Musik-Aufnahmen (Podcasts etc.), Recording von Stereo-Line-Quellen (Tapedeck, CD-Player etc.) und bestimmte Live-Anwendungen wie Präsentationen (Laptop plus Sprache; inkl. möglicher Aufnahme des Gesamtmixes zu Kontrollzwecken) stellen die IMG Stage Line USB-Mixer dennoch ein kompaktes, praktisches und preisgünstiges Angebot dar.

www.monacor.de
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