iConnectivity iConnectMIDI

iConnectMIDIFront2MIDI für das Smartphone

Um heutzutage ein MIDI-Interface wirklich innovativ zu gestalten, muss man schon tief in die Trickkiste greifen. Durch die Unterstützung von CoreMIDI, einem Bestandteil des iOS-Betriebssystems der mobilen Apple-Geräte, scheint dem kanadischen Hersteller iConnectivity mit seinem jüngsten Produkt dieser Kunstgriff gelungen zu sein. Als erstes Gerät seiner Art auf dem Markt ermöglicht das iConnectMIDI so die professionelle Anbindung der Kulthandys, Tablet-Computer und Musikplayer in bestehende MIDI-Setups. Xound beleuchtet, was dahintersteckt.

 

Inmitten unzähliger Erfindungen mit doch recht begrenzter Lebensdauer tauchen immer wieder Innovationen auf, die auch auf lange Sicht einen festen Platz in der Musikwelt einnehmen. Neben dem fast 30 Jahre alten MIDI-Protokoll, das nach wie vor der Standard in Sachen Übermittlung von Steuerinformationen in der Musikelektronik ist, kann man mittlerweile auch Apples iPhone, iPad und iPod touch einen beinahe ähnlichen Status attestieren. Nicht selten sieht man diese Geräte im Umfeld professioneller Musikproduktionen, vor allem im Livebereich: Sei es, dass ein Toningenieur seine große Digitalkonsole mittels iPad fernsteuert, um sich frei im zu beschallenden Raum bewegen zu können, eine Sampler-App auf iPhone  die Performance erweitert, das iPad als futuristischer Realbook-Ersatz am Mikrostativ montiert ist, oder ganz einfach die Pausenmusik vom iPod abgespielt wird. Was liegt da näher als ein Bindeglied zwischen der doch recht abgeschlossenen Apple-Handheld-Welt und der MIDI-Konnektivität professioneller Geräte zu schaffen, was die Firma iConnectivity mit ihrem neuen MIDI-Interface nun ermöglicht.


Anschlüsse und Lieferumfang

Das unscheinbare Gehäuse des iConnectMIDI beherbergt neben der Buchse für das mitgelieferte Netzgerät (vorbildlich: Adapter für diverse ausländische Steckdosenformate sind gleich mit dabei!) zwei I/O-Paare für konventionelle MIDI-Stecker, einen USB(A)-Port für den Anschluss von USB MIDI 1.0 kompatiblen Geräten (fast alle aktuellen Keyboards bieten diese Schnittstelle) sowie zwei Mini-USB-Ports für die Verbindung mit einem Computer (MAC oder Windows) sowie mit iOS CoreMIDI kompatiblen Geräten von Apple. Ein Adapterkabel von miniUSB auf den Dock-Connector-Stecker ist im Lieferumfang enthalten, alle weiteren MIDI- oder USB-Kabel müssen selbst besorgt werden, sofern sie nicht eh schon vorhanden sind. Eine Reihe von Status-LED gibt Aufschluss über den Betriebszustand des Interfaces sowie über den MIDI-Datenverkehr auf den einzelnen Ports - schlicht und funktional.


Funktionalität

Wenn man bedenkt, dass sich an den USB(A)-Port via Hub bis zu 8 Geräte anschließen lassen, sind beim iConnectMIDI demnach 12 unabhängige MIDI-I/Os verfügbar, die werksseitig so eingerichtet sind, dass jedes eingehende Signal auf alle Ausgänge weitergeleitet wird. Verbindet man das Gerät mit einem Computer, erscheinen die einzelnen Ports im entsprechenden MIDI-Konfigurator des Betriebssystems und lassen sich weiter spezifizieren. Eine eigene Konfigurator-Software, die es ermöglicht, differenziertere Routings zu erstellen, die auch unabhängig vom Rechner im Standalonebetrieb des Geräts erhalten bleiben, wird in Kürze im Apple App-Store erhältlich sein, so dass der volle Funktionsumfang mit zahlreichen professionellen Features wie MIDI Bridge, MIDI Merge, MIDI Thru, Mute on Input, Mute on Output etc. voll ausgeschöpft werden kann.
Abgesehen von der Besonderheit, nun auch endlich iOS-Geräte in ein MIDI-System integrieren zu können, handelt sich beim iConnectMIDI demnach um ein ausgereiftes MIDI-Interface mit allen erdenklichen Anschlussarten und umfangreichen Funktionen.


Anwendungsmöglichkeiten

Welche Möglichkeiten ergeben sich nun durch die MIDI-Integration von Apples Handheld-Geräten? Und welche Zukunft hat das Ganze? Der Phantasie sind hier letztlich keine Grenzen gesetzt: Von der Steuerung der Filter eines Hardware-Synthesizers mittels Touchscreen-Oberfläche über die Verwendung des iPhones als zusätzlicher Klangerzeuger im MIDI-Setup bis hin zur Steuerung professioneller Licht- und Ton-Systeme vom iPad aus - ist die Schnittstelle erst einmal vorhanden, müssen nur noch entsprechende Apps geschrieben werden, um jede erdenkliche MIDI-Anwendung zu ermöglichen, und bedenkt man den exponentiellen Wachstum des App-Store-Angebots, dürfte da in der nächsten Zeit einiges auf uns zukommen. Auf der Herstellerseite wird bereits die laufende Entwicklung zahlreicher unterstützender Apps versprochen, viele Apps wie Garage Band (iPad), Music Studio oder BeatMaker 2 verwenden bereits jetzt iOS CoreMIDI.


Fazit

Wer sich eh schon ohne sein iPad nicht mehr auf die Bühne begibt, wird um dieses Interface nicht herumkommen. Da CoreMIDI ein Bestandteil des iOS-Betriebssystems ist, dürfte sichergestellt sein, dass zukünftige Musik-Apps eine Einbindung, wie sie das iConnectMIDI bietet, unterstützen werden. Wer die Verwendung von Apple-Handhelds auf der Bühne und im Studio eher als vergänglichen Modetrend ansieht, welcher vielleicht in ein paar Jahren schon von der nächsten innovativen Benutzeroberfläche abgelöst wird, findet im Testobjekt immerhin ein vollwertiges MIDI-Interface der neuesten Generation, das gleichermaßen konventionelle Verkabelung wie USB MIDI unterstützt, und ist obendrein mit der iOS-Kompatibilität - falls das iPad in zehn Jahren dann doch sämtliche Keyboards von den Bühnen der Welt verdrängt haben sollte - auf der sicheren Seite.


UVP*: 169,99 Euro

www.klemm-musik.de
www.iconnectmidi.com


Facts:

-    2 x 2 MIDI-DIN Ports
-    1 x USB Host-Anschluss für USB-MIDI-Class-kompatible Geräte, Hub-kompatibel (bis zu 8 Geräte)
-    2 x Mini-USB-Geräte-Port für iPad, iPhone (ab 3GS) oder iPod touch (ab 3G)
     sowie Computer mit Mac OS X oder Windows XP (und neuer)
-    im Lieferumfang enthalten: Mini-USB auf Dock-Connector Kabel, Netzteil (inkl. div. Landesadapter)
-    Abmessungen (B x T x H): 11 cm x 7 cm x 3,5 cm
-    kostenlose Konfigurationssoftware in Kürze erhältlich

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