Alto Professional ZMX 244 FX USB

altoDarf es etwas mehr sein?

Mit seiner Zephyr Mixer-Serie bietet der US-Hersteller eine Reihe interessanter Mischpulte an, die an Musiker und Bands adressiert sind. Doch was leisten diese preisgünstigen Mixer? Wir hatten das 24-kanalige Flaggschiff ZMX 244 FX USB im Test.



Konzept

Mit seiner Zephyr Mixer-Serie deckt Alto Professional eine recht große Bandbreite ab, vom kleinen 5-Kanal-Mini-Mixer für ca. 50 EUR bis hin zu unserem Testmodell, dem 24-kanaligen ZMX 244 FX USB mit Onboard-Effekten und integriertem USB-Interface.
Das ZMX 244 FX USB vermittelt auf Anhieb einen positiven Eindruck. Das Mischpult verfügt über 24-Kanäle sowie 4 Subgruppen. Das gleiche Pult gibt es auch mit 12 oder 16 Kanälen unter der Bezeichnung ZMX 124 FX USB sowie ZMX 164 FX USB, wobei ebenfalls die Digital-Effekte sowie das USB-Interface zur Ausstattung zählen. Bei den anderen kleineren Mischpulte der Zephyr Mixer-Serie dagegen hat man auf die USB-Schnittstelle und z.T. auf die Effekte verzichtet.


Kanäle

Das ZMX 244 FX USB stellt 18 Line/Mikrofon-Eingänge (inkl. zuschaltbarer Phantom-Power) sowie 4 Stereo-Eingangskanäle bereit.
Die Kanäle 1 bis 16 arbeiten als herkömmliche Mono-Kanäle (XLR- sowie Klinkeneingänge) mit einem Dreiband-EQ inkl. parametrischen Mitten, während die Kanäle ab 17 bis 24 als Stereo-Kanäle mit Vierband-EQ definiert sind. Die Stereo-Eingänge verfügen jeweils über zwei Klinkenbuchsen für rechts und links. Wird nur die linke Buchse belegt, so positioniert der Mixer das Signal automatisch als Mono-Signale in beide Kanäle gleichzeitig.
Die Mikrofon-Eingänge 17/18 spielen eine gesonderte Rolle und laufen in einem Stereo-Kanalzug zusammen. Jeder Mono-Kanal ist mit einem Insert und einem Direct-Out ausgestattet, dazu kommt noch ein Main-Insert zum Einbinden von externem Equipment. 
Bei den Stereo-Kanälen hat man auf die Inserts verzichtet.   
Alle Kanäle des ZMX 244 FX USB verfügen über 4 Aux-Sends, von denen sich zwei Pre/Post-Fader schalten lassen. Die anderen beiden Sends arbeiten stets Post-Fader.
Jeder Kanal, ob Mono- oder Stereo, hat wie üblich einen „Trim“-Regler, über den sich der Kanal-Gain einstellen lässt. Der „Trim“-Regler ist mit zwei verschiedenen Skalen beschriftet, je nachdem, ob man die Mikro- oder Line-Eingänge benutzt, gilt die entsprechende Skala. 
Die optimale Aussteuerung wird durch eine einzelne LED pro Kanal angezeigt.
Bis auf die letzten beiden Kanalzüge sind alle Kanäle mit einem zuschaltbaren Trittschallfilter ausgestattet. Im Stereo-Kanal 23/24 findet man dagegen eine Line/USB-Taste, mit der sich wählen lässt, ob das Signal der Line-Eingänge oder der Rückweg des USB-Interfaces abgehört werden soll.
Zum Einstellen des Panoramas bieten die Mono-Kanäle einen Panorama-Regler, bei den Stereo-Kanälen spricht man hier von Balance-Reglern.
Des Weiteren finden wir in den Kanälen zusätzliche LEDs zur Überwachung der Pegelverhältnisse, eine Mute-Taste inkl. Status-LED, den 60 mm Fader, eine Solo-Funktion (inkl. LED) sowie die Routing-Tasten für die Subgruppen 1-2, 3-4 oder die Stereosumme.


Mastersektion

Die Mastersektion des Alto-Mixers bietet neben den Subgruppen- und Masterfadern eine Reihe globaler Funktionen. So kontrolliert man hier die Master-Pegel der Aux-Sends und Returns, die Abhörlautstärke für Kopfhörer und ggf. Regieraum, das Routing der Subgruppen, den Effektprozessor sowie die Solo-Funktionen. Die Mastersektion verfügt darüber hinaus über eine Austeuerungsanzeige für die Stereo-Summe in Form von zwei 12-stelligen LED-Bargraphs. Ebenso hat Alto dem ZMX 244 FX USB noch einen 9-bandigen Grafik-EQ spendiert, der sich im Signalweg der Stereosumme zuschalten lässt.


Onboard-Effekte und USB-Interface

Der interne Effekt-Prozessor des ZMX 244 FX USB arbeitet mit 24-Bit Auflösung und liefert bis zu 256 verschiedene Digitaleffekte. Zur Palette der Effekte zählen diverse Hall- und Raum-Effekte, aber auch verschiedene Delays sowie Modulations-Effekte wie Chorus und Flanger. Die Effekte stehen von der Qualität her nicht gerade an der Highend-Spitze, sind  aber gerade für Live-Anwendungen durchaus brauchbar. 
Das interne USB-Interface ist zweikanalig ausgelegt. So lassen sich Stereo-Mischungen von den Subgruppen 1/2 oder vom Hauptmix direkt aus dem Pult im Computer aufnehmen und über den Stereo-Kanal 22/23 bzw. den Main-Mix wieder abspielen.


Anschlüsse

Außer den o.g. Line- und Mikrofon-Eingängen, einem Lampen-Anschluss, einem Buchsenpaar zum Anschluss zweier Kopfhörer, sowie zwei Cinch-Pärchen für Tape In/Out
liegen sämtliche Anschlüsse des ZMX 244 FX USB auf der Mixer-Rückseite.

Dazu zählen:

·    die Main Mix-Ausgänge als XLR- und Klinkenbuchsen, wobei sich der Ausgangspegel
    zur Anpassung an die Studio-Umgebung um 30 dB per Tastendruck absenken lässt.
·    der USB-Port
·    2 Klinkenbuchen als Main-Mix Insert
·    Mono-Ausgang (regelbar)
·    2 Klinkenbuchen als sogenannte „Control Room“-Ausgänge
·    Ausgang des internen Effektprozessors (Klinke)
·    Fußschalter-Anschluss (Klinke) zum Bypass-Schalten des Effektprozessors
·    4 Aux-Send Ausgänge (Klinke)
·    4 Stereo-Aux-Returns  (Klinke)
·    16 Direkt-Ausgänge der Mono-Kanäle
·    4 Subgruppen-Ausgänge (Klinke)
·    4 Subgruppen-Inserts (Stereo-Klinke)


Anwendung und Fazit

Bereits nach den ersten Praxisschritten bestätigt sich der positive Eindruck. Ganz gleich, ob man das ZMX 244 FX USB im Studio oder Live einsetzt, das Mischpult erledigt zuverlässig seinen Job.
Von der integrierten USB-Schnittstelle sollte man nicht allzu viel erwarten, sicherlich ein praktisches Feature, um mal schnell einen Stereo-Mix aufnehmen zu können.
Schade ist, dass man die Phantom-Power nur global aktivieren oder deaktivieren kann, eine Aufteilung in Gruppen wäre in der Praxis sinnvoller, doch man sollte den Preis des Mixers (ca. 590 EUR) nicht außer Acht lassen.
Das Mischpult macht ansonsten insgesamt einen sehr soliden und kompetenten Eindruck. Die Benutzeroberfläche ist trotz der Komplexität eines 24-Kanal-Mixers recht übersichtlich geblieben, sodass man auch ohne großes Studieren des Manuals schnell zurecht kommt.
Die EQs sind sinnvoll konzipiert, die Aufteilung der einzelnen Frequenz-Bänder ist in jedem Fall praxisgerecht.
Achtet man auf korrekte Aussteuerung und vernünftige Pegelverhältnisse innerhalb der einzelnen Sektionen, so klingt das Mischpult erstaunlich gut - kaum zu glauben, bei diesem Kampfpreis.

Was kann man da falsch machen?

Facts

· 24 Eingangskanäle (18 symmetrische Mikro- /Line-Inputs, 16 Mono-Kanäle; 4 Stereo-Kanäle)
· 3-Band EQ mit parametrischen Mitten (Mono-Kanäle)
· 4-Band EQ mit Festfrequenzen (Stereo-Kanäle)
· Stereo 9-Band Graphik-EQ (Summe)
· 4 AUX pro Kanal; 2 PRE/POST-Fader schaltbar
· 4 Subgruppen
· 60 mm Fader
· 24-bit Alesis DSP-Effekte (256 Effekte)
· USB Audio Interface (2-Kanal, Summe)
· Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz, ±1 dB
· 3-Band EQ:
· Hi Shelving: ±15 dB @ 12 kHz
· Mid bell: ±12 dB @ 100 Hz - 8 kHz
· Low shelving: ±15 dB @ 80 Hz
· 4-Band EQ.
· Hi Shelving: ±15 dB @ 12 kHz
· Hi-Mid: ±15 dB @ 3 kHz
· Mid-Lo: ±15 dB @ 500 Hz
· Low shelving: ±15 dB @ 80 Hz
· Grafik-EQ: 9 -Bänder (63 Hz, 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz, 16 kHz) ±15 dB
· Abmessungen (L,B, H ) : 765mm x 400mm x 115mm

UVPs*:

ZMX 124 FXUSB: ca. 400 EUR
ZMX 164 FXUSB: ca. 470 EUR
ZMX 244 FXUSB :ca. 590 EUR

www.altoproaudio.com

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