Yamaha MOX6 / MOX8

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Motifiert

Mit der MOX-Serie will Yamaha nun den Sound des MOTIF auch Musikern und Bands mit kleinerem Geldbeutel zugänglich machen. Doch dass Yamahas MOX viel mehr als nur ein kleiner MOTIF ist und dabei ein ganzes Instrumenten-Genre neu definiert, soll folgender Testbericht zeigen.

 

 

Schon kurz nach der Vorstellung des ersten MOTIF im Jahre 2001 etablierte sich Yamahas MOTIF-Serie, aufgrund der damals schon überragenden Klangqualität und Soundauswahl, recht schnell zu einer der begehrtesten Music Workstations ihrer Zeit. Erst kürzlich erschien der Nachfolger MOTIF XF, den wir in Ausgabe zwei|11 bereits ausführlich getestet haben.

Mit der MOX-Serie spricht Yamaha alle User an, die mit einer DAW (wie z.B. Cubase 5.5, Sonar 8 etc.) am heimischen PC arbeiten und sowohl nach einem gut klingenden Allround-Synthesizer als auch nach einem einfach zu bedienenden MIDI-Controller für ihre DAW suchen.

Beim Auspacken fiel mir sofort das geringe Gewicht des neuen Yamaha Sprösslings auf.
Mit gerade einmal 7 kg ist der MOX6 ein echtes „Fliegengewicht“ unter den Workstations, was sicherlich für eine hohe Mobilität dieses Instrumentes sorgen wird. Gerade Musiker, die mit einer Band auf Tour oder zum Proberaum unterwegs sind, werden dies zu schätzen wissen. Für die etwas kräftigeren Musikerkollegen gibt es zudem noch den MOX8, eine 88-Tasten Version des MOX6 mit einer gewichteten GHS-Klaviatur, die mit einem Gewicht von nur 14,8 Kg ebenfalls noch relativ leicht für ein Instrument dieser Gattung ist. Beide Modelle sind somit ca. 50% leichter als die vergleichbaren MOTIF-Modelle.
Der MOX enthält eine komplette MOTIF XS Sound-Engine, einen MIDI-Keyboard-Controller für umfangreiche DAW- und VST-Steuerung und sogar ein Mehrkanal-USB-Audiointerface. Ein eingebauter Sequenzer sowie ein mächtiges DAW/VST-Software-Bundle bestehend aus Cubase AI und diversen VST-Instrumenten, wie z.B. die Orgelemulation YC-3B und den Prologue Analogsynthesizer, bilden ein umfassendes Paket für die Musikproduktion.

Klangerzeugung – ein kompletter MOTIF XS
Der MOX verfügt über exakt dieselben 1.270 Sounds wie der vielfach prämierte MOTIF XS und
deckt dadurch eine Vielzahl unterschiedlicher Musikrichtungen ab. Lediglich die maximale Polyphonie wurde von 128 Stimmen auf 64 Stimmen halbiert, um Kosten einsparen zu können. Irgendwo musste Yamaha ja verständlicherweise den Rotstift ansetzen.
Seine 355 MB an Wellenformen dienen in Kombination mit der XA (Expanded Articulation) Klangerzeugung und einer großen Auswahl an klangbearbeitenden Filtern und Modulationsquellen als guter Ausgangspunkt für neue Klangfarben, die sich mit Hilfe der als Drehregler ausgelegten Controller auf der Geräteoberfläche auch sehr gut und einfach steuern lassen.
Womit wir beim Stichwort „XA” (Expanded Articulation) angelangt wären. Für diejenigen Leser, die den MOTIF XS und dessen Nachfolger MOTIF XF nicht kennen, möchte ich diese Klangerzeugung kurz vorstellen.

XA-Technik
Der MOX verfügt, wie auch schon der MOTIF XS, über sogenannte XA-Voices, welche unter dem Namen „Super Articulation Voices“ auch schon bei Yamahas Entertainerkeyboards der Tyros-Serie (ab TYROS2) zum Einsatz kommen.
Über zwei zuweisbare Taster (Assignable Function 1, 2) werden z.B. Streicher von marcato auf pizzicato umgeschaltet oder auch ein spezieller Legato-Effekt für bestimmte Voices erzeugt. Damit kann man einer Gitarre herrlich Slides entlocken, Flageoletts erzeugen etc. Auch bei den Bass-Gitarren gibt es zahlreiche Sounds, die sich der XA-Technik bedienen.

Was ist eigentlich das besondere an der XA Technik?
Mit XA (Extended Articulation) werden die XA-Voices noch über XA-Control gesteuert.
Dies bewirkt, dass wenn sich etwa bei einem legato gespielten Instrument zwei Tasten überlappen, alternativ ein anderes Element bzw. Sample aufgerufen wird.
So klingen dann z.B. Gitarren legato gespielt völlig anders als staccato gespielt. Über die Funktion "Key Off" wird bei einigen Sounds in der Release-Phase ebenfalls ein zusätzliches Sample aufgerufen. Mit dieser Technik sind viele Voices wesentlich lebendiger zu spielen und klingen viel authentischer, sodass sie teilweise kaum noch von den Original-Instrumenten zu unterscheiden sind.

Viele der zahlreichen Wellenformen weisen eine recht hohe Klangqualität für ein Instrument dieser Preisklasse auf. Bei den Akustikpianos hat Yamaha sich natürlich wieder einmal seines berühmten Konzertflügelmodells CFIII bedient.
Aber auch die verschiedenen E-Piano-Simulationen wissen zu gefallen. Sie decken von Fender Rhodes bis DX7-Pianos alles ab, was man in einer modernen Musikproduktion braucht.

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Die Gitarrenwellenformen klingen allesamt sehr fein und edel und kommen mit den verschiedenen Effektmöglichkeiten sehr authentisch daher. Sie zählen für mich mit Abstand zu den derzeit am besten klingenden Gitarrensounds aus einem Keyboard.
Ebenso begeistert haben mich die unzähligen Bass-Sounds, die sehr edel und druckvoll daherkommen. Auch die mit viel Liebe programmierten Pad-Sounds zeigen recht eindrucksvoll, welches klangliche Potential im MOX steckt.
Saxophone und Chöre fallen im Gegensatz zu den anderen Klängen leider etwas ab. Diese hat man in den Yamaha Keyboards der TYROS-Serie schon mal besser gehört.
Auch einige Wellenformen von bekannten Synthesizer-Klassikern wurden im MOX verewigt und bieten ein hervorragendes Ausgangsmaterial für die Kreation neuer Synthesizer-Klangfarben. Durch die 8 Element-Voices, 18 verschiedene Filtertypen und den umfangreichen Filterbereich ist der MOX auch perfekt geeignet, um fette analoge Synthesizer-Sounds zu kreieren, die derzeit aus der Electronic- und Hip-Hop-Szene nicht mehr wegzudenken sind, auch wenn sie nicht ganz so rund und warm wie beim großen Bruder MOTIF XS bzw. dessen Nachfolger XF klingen. Da laut Yamaha beim MOX6 aber die gleiche Sound-Engine wie im MOTIF XS enthalten sein soll, vermute ich mal, dass im MOX wahrscheinlich etwas andere D/A-Konverter gegenüber dem MOTIF XS bzw. XF zum Einsatz kommen. Dies fällt aber innerhalb eines Gesamtarrangements kaum noch auf. Der Grundsound des MOX ist auf jeden Fall druckvoll und überzeugend. Vor allem, wenn man den MOX direkt über USB in den PC bzw. MAC aufnimmt.
Das importieren von eigenen Wellenformen (WAV-Dateien) wie beim großen Bruder MOTIF XS bzw. XF ist leider nicht möglich. Angesichts des Preises ist dies aber verschmerzbar.

Über die Funktion CATEGORY-SEARCH (Kategorie-Suchfunktion) sind alle Voices des MOX in bestimmte Kategorien eingeteilt, ungeachtet ihrer Speicherbank. Die Kategorien sind nach dem allgemeinen Instrumentaltyp (z.B. Piano, Orgel, Gitarre, Pads etc.) oder dem Klangcharakter unterteilt.
Über die FAVORITE-Taste lassen sich die persönlich bevorzugten und häufig verwendeten Sounds bzw. Performances abspeichern und schnell wieder aufrufen. So hat man einen schnelleren Zugriff auf seine „Lieblingssounds“. Sehr praktisch!

Performances
Die 256 Performances sind eine der wesentlichen Stärken des MOX.
Eine Performance kann aus bis zu 4 Voices bestehen. Zusätzlich kommen hier die 4 Arpeggiatoren zum Einsatz und diese sind so gut eingesetzt, dass man die Performances wie eine Art Begleitautomatik am Keyboard nutzen kann.
Die Bezeichnung Arpeggiator ist eigentlich eine Untertreibung, denn mit sage und schreibe 6.720 Arpeggio-Patterns verfügt der MOX über eine der größten Arpeggio-Sammlungen, die für jede Instrumentengattung und für jeden Musikstil die passenden Phrasen bereithält. Dabei lassen sich die 4 Arpeggiatoren auch gleichzeitig verwenden.

Viele Performances laden regelrecht zum nächtelangen Improvisieren ein und können der Ausgangspunkt für Sessions aller möglichen Musikrichtungen sein.
Mit Hilfe einer intelligenten Akkorderkennung (ähnlich wie bei Entertainerkeyboards) und den hochwertigen Sounds hat man unerschöpfliche Möglichkeiten beim Komponieren und Arrangieren.

Fast alle Performances, wenn auch nicht alle, sind gelungen und detailreich programmiert. Die stilistische Auswahl ist recht groß. Die 256 Performances, die in 2 Bänken à 128 Performances untergebracht sind, decken fast alle erdenklichen Musikrichtungen ab und lassen kaum noch Wünsche offen.
Sie können auch gut als Anregung zur Erschaffung eigener Performances genutzt werden.
Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen Gitarrenarpeggien, mit denen sich mühelos funkig klingende Wah-Wah-Gitarren kreieren lassen.

Mit dem Performance-Creator, der erstmals im Yamaha S90 XS zum Einsatz kam, ist es auch mit dem MOX möglich, Layer- oder Split-Performances mit einem einzigen Knopfdruck zu erstellen.
Durch einen Druck auf den Taster „LAYER“ wird automatisch ein passender Layersound ausgewählt. Drückt man den Taster „SPLIT“, wird automatisch ein Basssound zum Spielen mit der linken Hand geladen. Mit der Funktion „Drum Assign“ ist es möglich, zu den zahlreich enthaltenen Rhythmuspatterns zu spielen.

Dazu kommt noch die Möglichkeit, die Performances im sog. „DIRECT PERFORMANCE RECORDING“ aufzunehmen.
Hat man eine Performance ausgewählt, drückt man einfach die REC-Taste. Dann entscheidet man zunächst, ob man ein Pattern oder einen Song aufnehmen möchte, bestimmt anschließend die Anzahl der aufzunehmenden Takte, und schon kann es losgehen.
Nach der Aufnahme werden sämtliche Parameter, einschließlich Arppegios, direkt in den Song bzw. in das Pattern kopiert, und man kann dann dort mit zusätzlichen Sounds weitermachen…Kompliment!

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Effekte – und sogar einen Vocoder
Der MOX bietet eine große Auswahl an Effekten, sowohl für die internen Preset-Sounds als auch für die Benutzung mit Audiosignalen, die über die A/D-Eingänge zugespielt werden. Dadurch kann der interne Effektprozessor des MOX auch als externes Multi-Effektgerät für ein eventuell angeschlossenes Mischpult genutzt werden. Sehr praktisch!
Neben den klassischen Effekten steht auch ein richtiger Vocoder bereit. Damit lassen sich bei Anschluss eines dynamischen Mikrofons am Audioeingang des MOX computerartige Stimmen à la Kraftwerk oder Earth, Wind & Fire erzeugen. Das macht Spaß.
Mit Yamahas VCM-Technik (Virtual Circuirty Modeling) ist ein besonderes Effekt-Highlight mit an Bord, das die klanglichen Eigenschaften analoger Schaltungen bis hinunter zum letzten Kondensator nachbildet. Das MOX bietet ebenfalls den ausgezeichneten „REV-X“ Reverb.
Hierbei handelt es sich um denselben bekannten wie professionellen Reverb-Effekt, der auch im SPX2000 zu finden ist und bereits im Flaggschiff MOTIF XF seinen Dienst verrichtet.

Der Audio-Eingang – der MOX6 als USB-Audio-Interface.
Der MOX besitzt ein eingebautes 4-In-2-Out USB-Audio-Interface, mit dem man die internen Sounds des MOX sowie Signale, die am Audio-Eingang des Instrumentes anliegen, direkt via USB zu einem Rechner leiten und dort aufnehmen kann. Nur ein einzelnes USB-Kabel ist nötig, um die Audio- und MIDI-Daten auf einen PC oder MAC zu bringen. Ein entsprechendes USB-Kabel ist hierfür bereits im Lieferumfang enthalten. Die beiden Audioeingänge können auch separat genutzt werden, um beispielsweise Gitarre oder Gesang aufzunehmen. Durch dieses Konzept kann man nahezu alle Studioquellen über den MOX mit einer DAW - wie beispielsweise dem mitgelieferten Steinberg Cubase AI - aufnehmen. Zur Kontrolle des Eingangspegels stehen am MOX ein Fader und eine LED-Anzeige auf der Instrumentenoberseite zur Verfügung.

Die USB-Integration des MOX ist ideal, um Audio- und MIDI-Daten sowie Controller-Befehle auf den Computer zu übertragen. Im Studio hat man so seine gesamte DAW von einem Punkt aus im Griff. Selbst die Transportfunktionen (REC, PLAY, STOP etc.) einer DAW (z.B. Cubase AI) lassen sich vom MOX aus steuern.
Auch in Live-Situationen profitiert man von diesem Konzept: Man kann VST-Instrumente auf einem Notebook vom MOX aus spielen und so leicht in das Live-Setup integrieren. Besonders gefallen hat mir, dass es bereits unzählige schon fertig programmierte Templates für bekannte VST-Instrumente gibt, deren Parameter automatisch auf dem Display des MOX angezeigt werden, sobald diese angewählt werden. Endlich lassen sich VST-Instrumente problemlos und unkompliziert fernsteuern.

Der Sequenzer
Im Sequenzer können bei Bedarf bis zu 64 Songs arrangiert werden.
Der Sequenzer hat eine Kapazität von 226.000 Noten und eine Auflösung von 480 ppq (480 parts per Viertelnote). Damit reicht er schon an gängige Software-Sequenzer (z.B. Cubase, Logic etc.) heran.
Sämtliche Einstellungen erfolgen im Mixing Mode des Sequenzers, und hier werden auch alle Möglichkeiten geboten, die verwendeten Sounds inkl. aller Parameter einzustellen.
Das besondere beim MOX (wie auch schon beim MOTIF XS, ES und MO) ist der VCED Mode. Damit können im Sequenzer eingesetzte Voices komplett in allen Parametern editiert werden und auf speziellen Speicherplätzen direkt zum Song abgespeichert werden (pro Song sind bis zu 16 editierte Voices möglich). Somit hat man zusätzliche User-Speicherplätze für eigene Soundkreationen.
Das Arbeiten mit dem Sequenzer gestaltet sich hier nicht ganz so einfach wie beim großen Bruder MOTIF XF, da das hintergrundbeleuchtete 240 x 64 Zeichen Display wesentlich kleiner ausfällt und man oft zu anderen Bildschirmseiten wechseln muss.
Alles, was man an Editiermöglichkeiten so gewohnt ist, wird angeboten. Setzt man die Arpeggiatoren ein, werden die Daten im Sequenzer als Midi-Daten aufgezeichnet. Dadurch kann man anschließend den Arpeggiator bei Bedarf für die anderen Tracks einsetzen.

Ebenfalls eine Besonderheit der Yamaha MOX-Serie ist der Pattern-Mode:
Im Pattern Mode können die einzelnen Teile eines Songs, wie Intro, Strophe, Refrain etc., komplett arrangiert werden. Der Pattern Mode bietet alles, was auch im Sequenzer Mode möglich ist.
Insgesamt stehen maximal 64 Patterns mit je 16 Sektionen zu Verfügung.
Hat man die einzelnen Patterns eingespielt, kann man diese dann als sogenannte „Pattern Chain“ (Pattern Kette) aufnehmen, wobei sie nacheinander wiedergegeben werden, und somit der komplette Song nach und nach entsteht. Zusätzlich ist es möglich, diese „Pattern Chain“ zu einem Song zu konvertieren, man hat dann den kompletten Song im Sequenzer.
Selbstverständlich können die eingespielten Patterns auch in Echtzeit aufgerufen werden, sodass man auf diese Art einen Song spielen kann und damit die Möglichkeit hat, jederzeit den Refrain oder andere Songpassagen zu wiederholen.
Im Pattern Mode kann man ebenfalls alles editieren, kopieren etc. wie auch im Sequenzer, und es werden einem jede Menge Hilfen angeboten, um einen Song zu erstellen.

Der MOX als Masterkeyboard
Im Master Mode können sämtliche Einstellungen des MOX auf insgesamt 128 User Plätzen abgespeichert werden. Zusätzlich kann man im Master Mode die Tastatur in bis zu 4 Bereiche (Split-Zonen) splitten. Mit Hilfe seiner 8 Drehregler lassen sich zahlreiche Parameter des MOX sowie externer Instrumente kontrollieren.

Tastaturen bei MOX6 und MOX8
Der MOX6 besitzt eine neu entwickelte, halbgewichtete 61-Tasten Klaviatur. Sie wurde unter der Idee entwickelt, einer Vielzahl von Instrumenten eine optimale Spielbarkeit zu bieten.
Für ein Instrument dieser Preisklasse braucht sich die Klaviatur nicht zu verstecken. Sie lässt sich angenehm spielen und erinnert mich an 61-Tasten Klaviaturen weitaus teurerer Instrumente.
Der MOX8 besitzt dagegen eine gewichtete 88-Tasten 'Graded Hammer Standard'-Klaviatur.
Sie sorgt für eine authentische wie realistische Klaviaturansprache. Auch auf ein natürliches Spielgefühl wurde bei der Gewichtung der Tastaturbereiche geachtet. Tiefe Töne erfordern mehr Kraft im Andruck, während hohe Töne leichter herunterzudrücken sind. Wer Yamahas GHS-Klaviaturen kennt (z.B. Yamaha P-95 oder YDP-141) weiß, was ihn erwartet.

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Anschlüsse
Auf der Rückseite befindet sich neben dem analogen 6,3 mm Klinken-Stereo-Ausgang (OUTPUT L/MONO und R) die obligatorische 6,3 mm Standard-Kopfhörerbuchse.
Direkt daneben gibt es einen, in der Eingangsempfindlichkeit (Line bis Mic-Pegel) regelbaren, analogen 6,3 mm Klinken-Stereo-Eingang (INPUT L/R) für die Aufnahme von externem Audio-Material, der aber auch als Eingang für die Vocoder-Spezialfunktion dient.
Die Ein- und Ausgänge sind aus Kostengründen unsymmetrisch ausgelegt, was bei kurzen Kabelwegen kein Drama darstellt, aber auf der Bühne bei meist längeren Kabelwegen durchaus sinnvoll gewesen wäre, um Brummschleifen zu vermeiden. Zumindest dem MOX8 hätte man dies spendieren können.
Um mit angeschlossenen Computern, Sequenzern und anderen MIDI-Instrumenten sowie diversen Speichermedien kommunizieren zu können, befinden sich auf der Rückseite neben der obligatorischen MIDI-Schnittstelle (IN, OUT, THRU) ein USB-to-HOST- und ein USB-to-Device-Anschluss.
Für den Anschluss diverser Fußwahlschalter und Pedale bietet der MOX noch drei Pedaleingänge (ASSIGNABLE FOOTSWITCH, SUSTAIN und FOOTCONTROLLER).

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Fazit
Mit der MOX-Serie ist Yamaha ein gelungener Wurf geglückt. All denjenigen Musikern, die sich schon immer einen bezahlbaren und leicht tragbaren MOTIF XS gewünscht haben, der auch noch hervorragend zur Steuerung von VST-Plug-Ins und DAWs verwendet werden kann, und vielleicht über noch keine vernünftige Soundkarte am PC bzw. MAC verfügen, sei der MOX wärmstens empfohlen. Der MOX eröffnet dabei eine völlig neue Instrumentengattung, die eine gut klingende Synthesizer-Workstation mit einer USB-Soundkarte, einem MIDI-/VST- und DAW-Controller kombiniert, mit einem großzügigen Softwarepaket ausgeliefert wird und dem preisbewussten Musiker sämtliche Produktionswerkzeuge in die Hand gibt, die man zur Erstellung eines überzeugenden Demos braucht. Musiker im professionellen Bereich werden den MOX als platzsparenden VST- und DAW-Controller schätzen lernen, der mit einer der größten Arpeggien-Sammlung daherkommt. Der Preis der MOX-Serie muss unter all diesen Aspekten als sensationell betrachtet werden.

Facts

  • 1.217 Instrumente und 355 MB an Waveforms aus dem MOTIF XS
  • bis auf die halbierte Stimmenzahl ein vollwertiger MOTIF XS
  • XA (Expanded Articulation) Klangerzeugung
  • Mehr als 256 Performances, die Ihre Inspiration in Gang bringen
  • Virtual Circuitry Modeling (VCM) Effekte
  • 6.720 Arpeggiator Strukturen und die vierteilige, interaktive Arpeggio Engine
  • Direct Performance Recording
  • Performance-Creator-Funktion für das schnelle Einstellen von Splits, Layern und Drumspuren
  • Dank Kategoriensuche schneller Zugang zu allen Preset- und User-Sounds
  • Neue entwickelte, halbgewichtete 61-Tasten Klaviatur bei MOX6
  • 88-Tasten Klaviatur mit Hammermechanik für MOX8
  • Leichtgewichtiges Gehäuse
  • Eingebautes 4-in-2-Out USB-Audio/MIDI-Interface
  • Software im Lieferumfang: Orgelemulation YC-3B, Prologue Analogsynthesizer und Cubase AI
  • Unterstützung der AI-Technologie für ideale DAW-Integration
  • einfach zu bedienender MIDI-/VST-/DAW-Controller
  • eingebauter Vocoder
  •  

    MOX6

    MOX6

    Länge: 1.030 mm
    Breite: 358 mm
    Höhe: 125 mm

    Gewicht: 7 kg

    UVP*: 1189 EUR


    MOX8

    MOX8

    Länge: 1.320 mm
    Breite: 405 mm
    Höhe: 168 mm

    Gewicht: 14,8 kg

    UVP*: 1784 EUR

     

    Autor: Sudad Ghadaban (Vielen Dank an Piano Schmitz Essen)

    Kommentare (3)add comment

    Stefan_tf said:

    0
    ...
    Sehr schöner Report, einer der besten im Web zum Mox, vielen Dank!
    Januar 15, 2015

    Sudad Ghadaban said:

    0
    ...
    Hallo Gerhard,

    da gebe ich Dir Recht. Es gibt keine leeren User-Speicherplätze.

    Aber es lassen sich doch alle User-Voices bzw. Performances auf einen USB-Stick sichern (Back-Up) und dann könntest Du doch die User-Speicherplätze mit eigenen Sounds überschreiben.

    Gruß
    Sudad

    Oktober 28, 2014

    Gerhard said:

    0
    ...
    Toller Synthie - voller Speicher

    Mein MOX6 ist ein prima Synthie. Klasse Sounds, genau meine Tastatur (MOX 8 will ich gar nicht), coole Beats.

    Einerseits ist es prima von Yamaha, dass viele Beats und Sounds drauf sind.

    Andererseits ist KEIN SPEICHERPLATZ frei für eigene Sounds und Beats,
    da der gesamte UserMemory bereits vorbelegt ist.

    So wie ich das sehe kann man (mit oder ohne Laptop) nicht so einfach mal
    eine Speicherbank für eigene Kreationen leer machen - oder sehe ich das falsch?!

    Diesbezüglich bin ich recht ratlos und enttäuscht.
    Oktober 22, 2014

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