dB Technologies Opera 610D

Gelungene Familienplanung

Die Familie der Opera-Serie von dB Technologies zählt schon fast zu den Klassikern des italienischen Herstellers. Alleine von den digitalen Opera-Systemen finden wir aktuell acht Produkte in allen möglichen Größen und Leistungs-Abstufungen. Dabei ist die Vielzahl der Produkte alles andere als nur ein Marketing-Clou. Die leistungsmäßige Abstufung der einzelnen Systeme macht in der Praxis wirklich Sinn.
So rundet die Opera 610D-Box mit einem 10“ Woofer die Produktpalette der 600 Watt Opera Digital-Systeme ab. Alternativ stehen darüber hinaus noch Varianten mit 12“ und 15“ Woofern zur Verfügung.
Wir hatten die Opera 610D im Test.

 

 

Gleich beim Abholen der beiden Opera 610D-Testkandidaten fielen das extrem geringe Gewicht und die kompakten Abmessungen der Boxen auf. Mit einem Gewicht von weniger als 10 kg und Abmessungen von 343 x 553 x 304 mm (B x H x T) lässt sich das kraftvolle Mini-Pärchen regelrecht unter den Arm klemmen und sollte selbst in einem Smart Platz finden, doch Vorsicht: Das kleine Duo kann jede Menge „Dampf“ erzeugen.


Aufbau

Wie bei den anderen „Familienmitgliedern“, so sind auch die Gehäuse der Opera 610D aus extrem robustem Kunststoff angefertigt. dB Technologies arbeitet hier eng mit Firmen aus der Automobil-Industrie zusammen. Gerade in diesem Technologie-Sektor dürfte man z. Zt. die meisten Erfahrungen im Bereich robuster Kunststoff-Materialien finden.
Das Gehäuse-Material sorgt nicht nur für Robustheit, sondern dürfte auch eine wesentliche Rolle bei der „Gewichtsabnahme“ gegenüber einem Holzgehäuse spielen.
Die enorme Power der Opera 610D - trotz der kompakten Abmessungen - kann schließlich nur durch optimale Abstimmung und die Verwendung edler Komponenten erreicht werden. So kommen bei diesem System ausschließlich leistungsfähige Neodym-Lautsprecher zum Einsatz. Der 10“ Woofer ist mit einer 2,5“ Schwingspule ausgestattet. Mit neuen vergrößerten Bass-Reflex-Öffnungen erzielt man eine optimierte, saubere Bass-Wiedergabe und reduziert darüber hinaus die Strömungsgeräusche um bis zu 50%. 
Als Hochtöner kommt ein 1“ Neodym-Kompressionstreiber mit 1,4“ Schwingspule und asymmetrischem CD-Horn (80/65 x 60 °) zum Einsatz. Durch das asymmetrische Horn-Design optimiert man den Abstrahlwinkel:  Das nach oben enger werdende Horn bündelt den Schall für größere Entfernungen, während es nach unten einen breiten Abstrahlwinkel zur Nahfeld-Beschallung liefert.


Digitale Power

Die Endstufen der Opera 610D basieren wie alle anderen Digital-Produkte des italienischen
Herstellers auf der hauseigenen „digipro“-Technologie. Diese Technologie zeichnet sich vor allem durch ein extrem gelungenes Verhältnis zwischen hoher Leistung bei geringstem Gewicht aus. Bereits 2009 sorgten die ersten 600er Modellen der Opera Digital Serie für Aufsehen: Ein 600 Watt Bi-Amp Verstärker mit Audio-DSP und SMPS Schaltnetzteil unter 0,65 kg – das war schon eine Sensation.
Das digipro-Konzept liefert eine vollständige Class-D Endstufe, die nach dem Prinzip der Pulsweitenmodulation (PWM) arbeitet. 
Durch die extrem hohe Effizienz von über 90% wird die Wärmeentwicklung auf ein Minimum reduziert. So kommen die Endstufen-Systeme völlig ohne Lüfter aus.
Die digipro-Endstufen verfügen über moderne SMPS-Schaltnetzteile mit aktiver Power Factor Correction (PFC). Dieses Konzept gewährleistet durch Stromnachregulierung bei Spannungsschwankungen einen zuverlässigen Betrieb, selbst unter schwierigsten Netzbedingungen.
Neben der eigentlichen Verstärkungs-Funktion liefert die digipro-Technologie auch alle
Schutz- und Überwachungsfunktionen wie Impedanzüberwachung und Kurschluss-Abschaltung, Thermolimiter bei drohender Überlastung sowie Peak und RMS Limiter zum Schutz der Lautsprecher.
Dazu kommen noch der interne DSP (Digital Signal Processor) mit Funktionen wie aktiver Frequenzweiche, Limiting sowie Phasen- und Laufzeiten-Korrektur zur Klangoptimierung.
Es sei erwähnt, dass die dB Technologies-Entwickler auf die Verwendung von zwei Limiterstufen setzen - einmal auf der analogen, zum anderen auf der digitalen Ebene. So stellt man eine optimale Performance selbst in Grenzbereichen sicher.
Die 600 Watt-Leistung des Bi-Amp Verstärkers teilt sich bei der Opera 610D in 400 Watt für den 10“ Woofer und 200 Watt für den Hochtöner auf. Doch die hohe Endstufenleistung der kleinen Systeme zielt nicht nur in Richtung „hoher Schalldruck“ - durch die Leistungsreserve der Opera 610D liefert die Box eine extreme Dynamik.


Bedienungselemente

Sämtliche Anschlüsse und Bedienungselemente der Opera 610D sind wie gewohnt im Endstufenmodul untergebracht, welches in die Gehäuse-Rückwand eingelassen wurde.
Neben der Netzbuchse inkl. Sicherungshalter und Netzschalter finden hier insgesamt drei symmetrische Anschlussbuchsen Platz. Die XLR-Buchse „Balanced Input“ stellt den hauptsächlichen Eingang der Box dar, die mit „Link“ bezeichnete XLR-Buchse dagegen ist als Ausgang ausgelegt. Hier lässt sich das Signal für andere Lautsprechersysteme durchschleifen. Der dritte Anschluss ist als Klinkenbuchse konzipiert, wobei die Buchse sowohl als Eingang wie auch als Ausgang genutzt werden kann. Die Eingangsempfindlichkeit der Opera 610D kann über einen kleinen Schalter an Mikro- oder Line-Signale angepasst werden. Die genaue Aussteuerung erfolgt über einen „Sensitivity“-Regler. Als grobe Aussteuerungshilfe ist das Endstufenmodul mit drei LEDs ( Limiter, Signal und Ready) bestückt. Somit lässt sich leicht abschätzen, wie stark das System angesteuert werden kann.   
Schließlich wäre noch ein weiterer Mode-Schalter zu nennen, mit dem man zwischen zwei DSP-Presets wählen kann. Die Position  “FLAT” liefert eine lineare Wiedergabe des Systems, die in der Regel für „Live“ Anwendungen sinnvoll ist.
Die Stellung “PROCESSED” verstärkt die Bässe und reduziert die Mitten, ähnlich wie bei einem Loudness-Effekt, und eignet sich vor allem für das Abspielen von „Musik-Konserven“.


Anwendung und Fazit

Auch wenn die kleinen Opera 610D auf den ersten Blick schon fast niedlich wirken, haben die Boxen doch jede Menge Power „unter der Haube“. Die Lautstärke sowie das Dynamik-Verhalten sind wirklich verblüffend. Trotz der kleinen Gehäuse-Abmessungen liefern die Opera 610D einen satten Bass und können zumindest in kleinen Clubs durchaus ohne Subwoofer betrieben werden. Die Höhen wirken sehr weich und seidig, doch niemals unterbetont. Auch der für unsere Ohren kritische Mittenbereich wird sympathisch abgebildet, ganz gleich, ob es dabei um Sprachverständlichkeit oder um die Präsenz der Band-Instrumente geht - selbst bei größeren Lautstärken. Durch das asymmetrische Horn-Design ist eine gleichmäßige Lautstärke- und Klangverteilung für alle Zuhörerbereiche, direkt vor der Bühne oder weiter hinten, gewährleistet.

Facts:

-    Lautsprecher Typ: 2-Weg aktiv
-    Frequenzgang [-10 dB]: 60 - 20.000 Hz
-    Frequenzgang [+-3 dB]: 68 - 19.000 Hz
-    Max SPL: 128 dB
-    HF: 1“ Neodym Kompressionstreiber (1,4“ Schwingspule)
-    Horn: asymmetrisches CD Horn (80/65 x 60 °)
-    LF: 10“ Neodymtreiber mit 2.5“ Schwingspule
-    Übergangsfrequenz: 1940 Hz
-    Verstärker: digipro (Class D)
-    HF-Leistung: 200 Watt
-    LF-Leistung: 400 Watt
-    Signal Eingang (Line/Mikro): 1x XLR, 1x 6,3 mm Klinke
-    Signal-Ausgang (Line): 1x XLR, 1x 6,3 mm Klinke
-    Maße: 343 x 553 x 304 mm (B x H x T)
-    Gewicht: 9,9 kg                               

www.dbtechnologies.com
UVP*:  834 Euro (pro Stück)



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