Allen & Heath, Xone 23 c

wXone 23 TopDer kleine Große!

DJ-Mixer gibt es ja nun „en masse“ aber eigentlich kann man die Welt einteilen in die Produkte von Pioneer und die vom kleinen Konkurrenten aus Cornwall. Der Name Allen & Heath stand immer schon für Innovation und exzellenten Sound. Grund genug sich den 23c einmal genauer anzuschauen.

 

 

Looks

Zunächst fällt einem die eigenwillige, Deckplatte auf. Diese besitzt an den Ecken flügelhafte Verbreiterungen um das Pult so einfach im Tisch des DJ-Booths einbauen zu können. Das Ding wird dadurch auch sehr handlich beim Transport. Das geringe Gewicht und die kompakten Abmessungen sind ideal um als Live-Mixer für den DJ oder elektronischen Musikanten mit auf die Reise zu gehen. Die Höhe ist mit den anderen Xone Mixern identisch. Die Kopfhöreranschlüsse sind allerdings nicht oben sondern unten an der Frontplatte angebracht.
Wenn man das Xone 23c einschaltet gibt es erst mal ein bisschen Eyecandy (das Auge mixt ja bekanntlich mit) und es fallen einem sofort einige bekannte Allen & Heath Erkennungsmerkmale auf. Das ist ganz klar der 3-Band EQ mit der "Kill"-Charakteristik, der dem DJ ermöglicht das gesamte Frequenzband zu muten wenn die Regler komplett gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Ich persönlich liebe diese Funktion, da man damit absolut elegante Übergänge hinbekommen kann. Dann findet man in der Mitte das Filtersystem mit Low- und Highcut Filtern. Viele DJs mixen ausschließlich mit diesen beiden Filtern und schaffen damit hervorragende Übergänge. Das zeigt wie fantastisch und tauglich dieses System funktioniert. Die Filtergüte lässt sich von "Mild" bis "Wild" einstellen (das heißt wirklich so) und treffender kann man diese Funktion wohl nicht beschreiben! Dabei läuft man selbst auf der „Wild“-Stellung nicht Gefahr das PA-System zu überfahren, denn in den kritischen Frequenzen wird der Q-Factor sanft und musikalisch abgeregelt. Ich selber nehme die Filter eigentlich immer eher als Sound-Effekt, somit steht bei mir der Q-Factor also eher auf "Wild" ;)

w Xone-23 3Quarter RightDes Weiteren findet man den üblichen Mikrofoneingang mit Klangregelung. Man sollte es kaum glauben, aber manche DJs lieben ja die Arbeit mit dem Mikrofon. Ist die Meute im Club etwas träge kann man aufmunternde Worte ans tanzmüde Publikum richten, Verkehrsmeldungen durchgeben oder ansagen, dass im Club gerade eine Razzia stattfindet.
Effekte, wie in den anderen „großen“ Xone Mischpulten sind im 23c nicht vorgesehen. Es besteht jedoch die Möglichkeit über eine Send/Return-Einrichtung ein externes Effektgerät einzuschleifen. Getrennte Regler für Master-Ausgangspegel und Monitore sind Standardausstattung. Illuminierte Buttons für High-und Lowpass und die Filterfunktion pro Kanal lassen einen schnell und übersichtlich das jeweils aktuelle Routing erkennen.
Die LED-Kette für das Signal zeigt immer den Gesamtpegel an. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, funktioniert dann aber ganz gut.
Zuletzt sei noch der Crossfader erwähnt den man je nach Anforderung mit zwei unterschiedlichen Überblendungskurven betreiben kann. Für Scratching kann ein optionaler Custom-Innofader-Crossfader eingesetzt werden.

Ein Blick auf´s Hinterteil

Hier sieht man, was mit diesem Mixer eigentlich alles möglich ist. Der 23c hat ja im Gegensatz zum Xone 23 eine interne Soundkarte (24bit/96kHz) und ein XLink-Anschluss mit dem man einen K2-MIDI-Controller an das Mischpult anschließen kann um Programme wie Traktor oder die mitgelieferte Mixvibes Cross LE DJ-Software zu betreiben. Hier zielt mal ganz klar auf die so genannten Digital-DJs. Über USB stehen insgesamt vier Kanäle zur Verfügung und auch zwei Plattenspieler können betrieben werden. Auch Vinyl-Platten mit Timecode lassen sich verwenden um beispielsweise Serato oder Traktor-Scratch zu betreiben.
Der Master-Output ist standesgemäß symmetrisch ausgelegt (XLR) und der Monitor-Ausgang mit RCA-Steckern. Auch auf den Record-Output wollte man nicht verzichten. Somit stehen hier alle wichtigen Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung.

ww Xone 23C Back-EDIT

Ohren auf

Der 23c klingt edel, genau, wie seine großen Brüder. Wenn man überlegt, dass man für diesen DJ-Mixer nur 390 EUR berappen muss, ist es schon ein Hammer, für diesen Preis den Topsound von Allen & Heath zu bekommen. Zumal er, was die Sample-Rate anbelangt, dem Xone DB-2 überlegen ist, denn der große Bruder kann „nur“ 48kHz.

Der Xone 23c wurde genau am richtigen Ende abgespeckt. Es handelt sich nicht um ein „semi-professionelles“ Gerät. Vielmehr wurde hier ein Mixer entwickelt, der das klassische DJing ermöglicht ohne auf moderne Klang-Features zu verzichten. Es gibt keine komplizierten Routing-Schalter. Der Mixer ist einfach, direkt und „hands-on“. Das einzige, was ich persönlich für etwas bedenklich halte ist das externe Netzteil, das an einen so genannten Kaltgerätestecker angeschlossen wird. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich der Anschluss löst wenn beispielsweise mal jemand unabsichtlich drauftritt oder mit dem Fuß hängenbleibt. Man sollte also immer zusehen, dass das Kabel an sicherer Stelle liegt sonst ist auf einmal die Party vorbei.
Ich persönlich habe ja immer meinen DB-2 dabei aber muss sagen: der Xone 23c ist für viele Live-Musiker und DJs eine echte Alternative zu den größeren Geräten der Xone -Serie. Der Sound ist keinen Deut schlechter und man hat alles, was man von einem Xone-Mixer erwartet - top!

Autor: Jam El Mar

just01session01

Facts

  • 2 Dual –Stereokanäle
  • 2 Lineeingänge
  • 2 Phonoeingänge
  • Mikrofoneingang mit XLR
  • Booth Out, Record Out und Mix Out
  • 2 Kopfhörerausgänge (6,3 mm /3,5 mm)
  • FX-Loop (Send/Return)
  • 3-Band Total-Kill-EQ
  • Xone Filter mit Highpass/ Lowpass und regelbarer Resonanz
  • integriertes X-Link Interface zum Anschluss von K-Serien Controllern
  • Onboard USB2.0 Soundkarte mit 24 Bit / 96 kHz

www.allen-heath.com

UVP: ca. 463 EUR

Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy