Peter Weihe zur Praxis mit dem Kemper Profiling Amp

PeterWeiheIhr habt mich ja gebeten, den Kemper-Amp zu testen, um zu prüfen, ob der Profiling–Amp tatsächlich das Versprechen des Herstellers aus dem Manual erfüllt. Darin steht:

»Haben sie eine bevorzugte Einstellung für ihren Lieblings-verstärker, mit der sie ihren ganz persönlichen Sound kreieren? Würden sie gerne exakt diesen Sound mit dem KPA erzeugen ...?« Und weiter: » ... der KPA analysiert die klanglichen Eigenschaften eines Referenzverstärkers. Dieser Vorgang erlaubt es, die Klang-charakteristik jedes beliebigen Verstärkers einzufangen und das Verhalten und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des analysierten Verstärkers eins zu eins nachzubilden.«

Das hört sich sehr vielversprechend an, und eine echte, nicht mehr unterscheidbare 1:1 Nachbildung des komplexen Verhaltens verschiedener Verstärker in jeder Nuance hat es bisher noch nie gegeben. Sollte das wirklich gelungen sein, wäre das ein sensationelles Ergebnis und das Versprechen ist ein sehr hoher Anspruch.

> Test: Überblick Kemper Profiling Amplifier
> Klangbeispiele: Peter Weihes KPA Soundfiles

Jeder Anwender kann natürlich nur für sich, seine Ohren, seinen Geschmack und vor allem auf der Basis seiner Signalwege, seiner technischen Möglichkeiten entscheiden, ob das Ergebnis nahe genug an einer 1:1 Nachbildung seines Lieblingsverstärkers liegt, um es wirklich als identisch zu empfinden und es so nennen zu können. Ich weiß allerdings aus meinen unzähligen Studio-Sessions, dass der Fokus bei der Bewertung von Gitarrensounds auch unter sehr erfahrenen Produzenten oder Gitarristen auf ganz verschiedenen Nuancen liegen kann. Begriffe wie »fett« oder »dynamisch« können eben mit extrem unterschiedlichen Sound-Assoziationen verbunden werden. Für alle Anwender, ob Profi oder Anfänger, die einfach nur möglichst schnell kreativ werden und Spaß haben wollen, zählt aber ja am Ende nur, ob sie sich mit einem Sound wohl fühlen und ob er sie zum Spielen und zur Kreativität inspiriert.

IMG_3222In unserem Test sollte ich nun aber möglichst herausfinden, ob das Versprechen der 1:1-Nachbildung auch unter der Lupe transparentester Signalwege tatsächlich erfüllt wird. Ich habe für den Test zwar bei der Gestaltung meines Gitarren-Sounds meine ganz normalen Geräte, Gitarren, Verstärker, Mikrofone, Pre Amps, Mischpult benutzt, dann aber beim Abhören der Ergebnisse nur noch Geräte aus dem Mastering-Bereich mit möglichst transparentem Signalpfad und möglichst wenig Audio-Stufen benutzt. In den allermeisten, auch den sehr teuren Produktionsstudios werden Geräte dieser Art nicht eingesetzt, weil sie für Mehrspur-Anwendungen einfach zu teuer wären. In den Musik-Produktionsstudios geht es ja um den kreativen Umgang mit vielen Signalen und um das Gestalten von Sounds. Erst beim Mastering soll der fertige Stereo oder 5.1-Mix möglichst nur noch durch die Audio-Stufen in den Bearbeitern laufen, die den Klang nach Einschätzung des Mastering- Technikers verbessern.

Ansonsten soll möglichst alles im Signalweg vermieden werden, was da nicht unbedingt rein muss, um ungewollte Verfälschungen des Klanges zu vermeiden. Und selbst die meisten Abhöreinheiten teuerster Produktions-Pulte im Millionen-Bereich lassen den Klang nicht unbeeinflusst. Deswegen treiben Mastering-Studios so einen enorm hohen Aufwand mit der Verschaltung ihrer Geräte.
Und genau so einen Aufwand habe ich für unseren Test auch getrieben.

Noch ein Wort zur Einschätzung der Ergebnisse. Ich habe mit meinen Studenten die Erfahrung gemacht, dass die Wahrnehmung geschult werden kann und muss. Nuancen, die Studierende des 1.Semesters gar nicht hören, werden von denjenigen, die viele Tage und Nächte im Studio Erfahrungen sammeln konnten teilweise später als extrem bewertet. Das hängt neben der Erfahrung und dem Talent auch davon ab, worauf der Fokus gelegt wird und ob man überhaupt ein Interesse daran hat, sich so tief in Sounds zu vergraben. Ich habe schon hervorragende Produzenten oder Gitarristen getroffen, die das in der Tiefe schlicht nicht interessiert, weil sie einfach spielen wollen. Für Tonings oder Mastering-Ingenieure ist das »tief« in einen Sound Hinein-Hören natürlich eine wesentliche, berufsentscheidende Fähigkeit.

Am besten kann man das vielleicht am Beispiel von Dirigenten beschreiben, die nach wissenschaftlichen Tests in der Lage sind, in einem komplexen Tutti-Orchester-Klang mit hohem Schalldruck feinste Nuancen in einem Instrument zu orten und als wichtig zu empfinden. Sie machen das Fenster für diese Nuance innerlich sehr groß, zoomen ran, während die allermeisten Zuhörer nur ein lautes Orchester hören.

Achtung!
Ich empfehle, die Beschreibung meiner persönlichen Eindrücke von den Klangergebnissen, wie man in Englisch so schön sagt, vorsichtshalber mit einer Prise Salz zu genießen. Am besten bewertet jeder die Ergebnisse mit der ihm ganz eigenen Ausrichtung und Erfahrung individuell und entscheidet dann, ob der Kemper-Amp das Versprechen, meine Amps nachzubilden nach seinen Maßstäben befriedigend erfüllt. Ich sitze seit inzwischen 37 Jahren in Studios und höre fast täglich meine Sounds und deren Wirkung in musikalischen Zusammenhängen, in Playbacks und habe dabei im Kopf, worauf Generationen von Tonings und Produzenten dabei geachtet haben und was ihnen wichtig war und ist.
Das ist natürlich ein sehr spezialisierter Erfahrungshorizont, der nicht für jeden gelten kann.

Bevor ich nun den Test beschreibe, sei gesagt:
Ich habe für unseren Test keine Sounds gewählt, die relativ statisch sind. Ein immer auf die gleiche Weise mit der gleichen Dynamik angeschlagener, sehr stark verzerrter Sound ist für so einen Test nicht sehr interessant, weil die meisten Amp-Simulationen für diese Anwendung recht gut funktionieren. Das scheint also für die digitalen Simulanten eine der leichteren Übungen zu sein, und die Klänge wären für uns nicht so aussagekräftig. Unser Test hat das übrigens auch wieder bestätigt. In allen meinen vergangen Versuchen mit Amp-Simulationen, also mit jeglicher Art von digitaler Imitation eines analogen Verstärkers, hat sich immer wieder herausgestellt, dass die kritischsten Sounds solche sind, bei denen der Gitarrist mit seiner Anschlagstärke bestimmt, wie stark der Verstärker in die Sättigung geht, anzerrt oder komprimiert.

In meiner Praxis sind es oft diese leicht angezerrten Sounds, mit denen ich gerne dynamisch spiele, um spontan mit meinem Anschlag verschiedenen Stimmungen zwischen zärtlich und bissig erzeugen zu können. Schlage oder zupfe ich die Saiten zart an, klingt der Verstärker klar und hat idealerweise feine, silbrige Höhen. Arpeggios und Akkorde klingen noch transparent. Schlage ich stärker an, wird der Ton leicht angezerrt und je nach Wahl des Pickups und der Tonhöhe weicher oder angriffslustig. Haue ich dann richtig rein, höre ich schon eine starke Verzerrung und der Amp komprimiert.

Klassische Verstärker, die dafür besonders gut geeignet sind, sind z.B. 60er und 70er Jahre Vox AC 30, Plexi Marshalls und kleinere Fender Amps wie der »Deluxe Reverb«. Meistens sind es Verstärker ohne Master-Volumen, die man soweit aufdreht, bis sie je nach Output der Gitarre mit der Endstufe und den Lautsprechern so verzerren, wie es nach dem Geschmack des Gitarristen zum angestrebten Stil passt. Das kann dann bei einem 100 Watt Plexi Marshall oder einem frühen 70er Jahre 100 Watt Super Lead Marshall schon sehr, sehr laut sein. Also wäre es eine echte Hilfe, wenn es ein Gerät gäbe, mit dem wir Gitarristen diese geliebten Sounds in einer sozialverträglichen und das Gehör schonenden Lautstärke erzeugen könnten.

Vom Schleppen gar nicht zu sprechen.

Bisher konnten aber alle Emulationsverstärker, die ich getestet habe, genau das leider gar nicht so gut. Dazu sollte ich aber zunächst vielleicht klären: Was heißt hier »nicht so gut«?

Die Aufgabe des Kemper Amps ist ja, ein Profil eines Verstärkers zu erstellen und seinen Klang möglichst genau bis unverwechselbar nachzuahmen. Der Klang des Original-Gitarren-Verstärkers ist aber ja nicht naturgegeben. Nichts daran ist naturgegeben, er ist ein reines Kunstprodukt.

Anfang bis Mitte der 1960er Jahre setzte ein massiver Missbrauch von Gitarrenverstärkern durch Rock-Musiker ein (lacht), der eine ganz neue Klang-Ästhetik schuf und dem ursprünglich perkussiven Instrument Gitarre zu lang klingenden Tönen verhalf. Ursprünglich sollten Gitarren-Verstärker ja die Schlaggitarren und die ersten Solidbody Gitarren in Bigbands hörbar machen. Schon der geniale Charlie Christian drehte seinen Amp 1941 aber so weit auf und zog bei seinen Soli die Saiten, dass er auf Aufnahmen mit Benny Goodman einen angezerrten Sound hatte. Diese herrliche Art von »Missbrauch«, vor allem durch die englischen Beat- u. Blues-Gitarristen und endgültig dann durch Jimi Hendrix, hat eine neue Soundästhetik hervorgebracht, die alles andere als naturgegeben ist. Der Sound basiert hauptsächlich auf dem Quälen der Bauteile eines technischen Gerätes.

Nun gibt es natürlich viele Aspekte an diesem Klang, der uns auch an Natur-Instrumente erinnern kann. So sprechen viele Gitarristen auch gerne von einem »warmen« Sound, von einem »natürlichen« Sound – wovon selbstverständlich eigentlich gar nicht die Rede sein kann. Wahrscheinlich meinen wir Gitarristen damit einen Sound, der uns an einen natürlichen Klang, z.B. den einer Geige, erinnert. Es gibt trotzdem Leute – übrigens auch Produzenten – , die immer wieder sagen, dass dieser oder jener Klang ein guter Sound oder eben ein schlechter Sound sei. Den gibt es aber eben nicht an sich, sondern nur im Zusammenhang mit einem kulturellen Phänomen, einer Musik- Stilistik, und seine Bewertung durch uns Gitarristen und Hörer ist in aller Regel davon abhängig, was berühmte Vorbild-Gitarristen irgendwann mal mit all ihren persönlichen Eigenarten hervorgebracht haben.

Bei unserem Test mit dem Kemper Amp geht es aber glücklicherweise nicht wie sonst so oft darum, den Sound eines berühmten Gitarristen zu kopieren, denn darüber wird es immer viele Meinungen geben, weil jeder diese legendären Sounds etwas anders auffasst und erinnert. In diesem Fall geht es darum, dass der Profiling Amp sich ganz schlicht möglichst genauso so verhält, genauso klingt wie meine eigenen Verstärker, mit deren Signal ich ihn füttere. Das ist doch mal eine wunderbar klare Zielvorgabe.

Um zu überprüfen, wie gut der KPA meine Verstärker nachbilden kann, gibt es nur einen sinnvollen Test, den A/B-Test. Der Kemper bietet ja die Möglichkeit, gleich nach dem »Profilen« zwischen den Signalen umzuschalten, um den Original-Sound des Amps und den nachgebildeten Klang miteinander vergleichen zu können. Auch dieses Vergleichs-Verfahren gilt es zu testen!

 

Erster DurchgangstestKemperProfilingAmpWhiteFront1

Da ich nun jahrelang Studiogeräte in nahezu jeder Preisklasse, darunter auch viele an der oberen preislichen Kante getestet habe, ringt mir eine professionell gestaltete Frontplatte zunächst alleine noch keinen Respekt ab. Ich versuche, mich von den Verführungen der Marketingabteilungen also nicht einfach blenden zu lassen, sondern ich hinterfrage das, was man mir verkaufen will.

Wenn ich nun wie beim Kemper Amp das Signal meiner eigenen Signalkette von Gitarre, Verstärker, Box, Mikrofonen, Mikrofonverstärkern und Mischpult zum Vergleich durch ein Gerät durchschleifen soll, bin ich sehr kritisch. Da ich es oft erlebt habe, dass meine Signale allein schon verändert wurden, wenn ich sie durch eine einzelne Audiostufe schickte – nicht selten auch durch sehr teure –, werde ich bei so einem Versuchs-Aufbau aufmerksam hinhören Es hat sich dann auch beim Kemper Profiling Amp Folgendes herausgestellt: Wenn ich mein Gitarrensignal durch den Kemper Amp in meinen Verstärker schicke und dessen Klang über meine Mikros, Mic Preamps und Mischpult wieder durch den Kemper Amp aus dessen Direct-Out in meinen Monitor-Controller und in meine Studio-Monitore führe, verändert sich der Klang schon für meine Ohren deutlich. Es klingt anders, als wenn ich erstens direkt mit der Gitarre in meinen Verstärker gehe und meine Mikrofone, die vor den Boxen stehen, direkt über die Mikrofon-Vorstufen und mein Mischpult über den Monitor-Controller abhöre.

Das klang also nicht 100%, nicht 1:1 so wie mein Original Sound. Eines wurde klar: Ein Vergleich zwischen dem geklonten Sound und dem Original-Sound durch den Kemper-Amp gehört, ist kein Vergleich zwischen dem unabhängig vom Kemper-Amp gehörten Original-Sound in der freien Wildbahn und dem »geprofilten« Sound.

Wenn ich meinen »fertigen« Sound (wie dieser aufgebaut ist, später) »geprofiled« habe und diesen mit der A/B-Funktion des Kempers mit dem Original vergleichen möchte, vergleiche ich das Kemper-Signal also mit einem beim Durchschleifen bereits veränderten Klang.
Was mag die Ursache dafür sein?

Ich habe versucht, die möglichen Punkte, an denen das Signal verändert werden kann, voneinander zu isolieren. Dazu habe ich zunächst den ersten Signalpfad (Ausgang der Gitarre - Kabel - Eingang Kemper Amp -Ausgang Kemper Amp - Kabel - Eingang Verstärker) mit dem direkten Weg (Ausgang Gitarre – Kabel – Eingang Verstärker) verglichen.
Ergebnis: Der Weg des Gitarren-Signals durch den Kemper Amp ändert schon den Sound.

Das ist auch kein Wunder, denn im Kemper Amp sitzt ein Buffer, und bislang hat jeder Buffer, den ich getestet habe, den Sound verändert. Einige machen das eben so, dass man den Klang in Kombination mit bestimmten Verstärkern dann schöner findet, andere empfindet man als Verschlechterung. Seit 30 Jahren forschen Manfred Reckmeyer und ich nun schon nach dem neutralsten Buffer, um z.B. lange Kabelwege möglichst unhörbar auszugleichen. Die Krux ist, dass nicht jeder Buffer an jedem Amp gleich gut oder schlecht klingt. Eine »Box Of Rock« wirkt an anderen Verstärkern neutral oder angenehm als z.B. ein »RC Booster« von Xotic. Wieder andere Buffer ändern den Sound zwar deutlich, werden aber von vielen Gitarristen in speziellen Fällen als Sound-Verbesserer, also als Gestaltungsmittel eingesetzt, wie z.B. der EP-Booster von Xotic, ein Nachbau der Eingangsstufe des alten Echo-Plex, das allein wegen dieses Sounds von vielen legendären Rock-Gitarristen immer zwischen Gitarre und Amp geschaltet war, auch wenn das Echo auf Bypass stand.

Ein Hersteller, der einen Buffer für Gitarren- Signale in einen Signalpfad bauen muss, muss also immer in Kauf nehmen, dass es anders klingt, als wenn man direkt aus der Gitarre in den Amp geht. Aber jeder Gitarrist, der irgendein einzelnes Effektgerät, das keinen Hard-Bypass hat, zwischen Gitarre und Amp schaltet, lebt ohnehin damit. Auch jedes Effektbrett, auf dem vernünftigerweise als erste Stufe ein möglichst neutraler Buffer sitzt, um den langen Kabelweg durch die Geräte auszugleichen, verändert den Sound, auch wenn alle Effekt-Geräte auf Bypass stehen. Das hat sich bei unzähligen Tests der FX-Bretter meiner Studenten immer wieder bestätigt. Auch bei einem teuren Bradshaw- System hörten wir kürzlich deutlich den Unterschied.

Der nächste Signalpfad, den es zu testen galt, war der meines fertig gemischten Gitarrensignals durch den Line Eingang des Kemper Amps und wieder raus durch die A/B-Schaltung. Ich habe dazu den Ausgang meines Pultes mit dem fertigen Gitarrensignal über eine Parallel-Klinke, eine Art Y–Kabel, in den Kemper Amp und parallel in meinen Mastering Monitor-Controller geführt. Den Ausgang des Kemper Amps habe ich dann in einen zweiten Eingang des Monitor-Controllers geführt und konnte nun mit penibel angepassten Pegeln zwischen Original und Nachbildung umschalten. Der Klangunterschied war noch deutlicher, was aber auch wieder kein Wunder ist.

Denn in dem Kemper Amp sitzt ein Analog-Digital-Wandler, der das Signal aus meinem Mischpult wandelt. Ich vergleiche also nicht meinen analogen Original-Sound mit dem »Kemper-Amp-Profil«, sondern meinen digitalisierten Sound. Da ich über die Jahre schon diverse AD und DA Wandler und deren Entwicklung in allen Preisklassen minutiös getestet habe, weiß ich, dass jeder von denen anders klingt, mal näher dran, mal weiter weg vom Original aber bislang immer anders als das analoge Original. Selbst der Wandler-Papst Dan Lavry, dessen Mastering-Wandler, der als Weltspitze gilt, wir für meine Aufnahmen genommen haben, schreibt in Foren, dass bisher kein Wandler wirklich in der Lage sei, das analoge Original-Signal 100% neutral zu wandeln. Und der »Lavry Gold«-Wandler bewegt sich für nur zwei Kanäle AD-Wandlung in der Preisklasse 6.000 bis 7.000 EUR. Aber ohne eine AD-Wandlung können wir nun mal leider keine digitalen Aufnahmen machen und müssen uns für einen Wandler entscheiden. Die richtig guten Wandler klingen aber auch inzwischen schon sehr nahe am Original und die gute Nachricht ist, dass die günstigen in der Qualität immer mehr aufholen.

Der Wandler ist also das Nadelöhr in der A/B Schaltung des Kemper-Amps, mit der wir unseren Original-Klang mit der Nachbildung vergleichen wollen.

Jetzt wundert mich nicht mehr, dass viele meiner Kollegen, die den Kemper getestet haben, keinen Unterschied zwischen Original und »Profile-Sound« gehört haben.

Ein aussagekräftigerer Vergleich wäre: Man hört die eigene Signalkette (wie oben beschrieben) über eine möglichst neutrale oder transparente Audiostufe ab und vergleicht diesen Original-Sound mit dem Sound, der aus dem Kemper Amp kommt, über die gleiche Audiostufe.

Wichtig ist, dass die Audiostufe, die das Signal an die Studio-Monitore abgibt, möglichst keine Verfälschung mehr erzeugt. Dafür nehme ich in meinem Studio den »Crane Song« »Avocet« Monitor-Controller, der auch in vielen Mastering-Studios zum Einsatz kommt.

Mit diesem Aufbau haben wir den Test dann auch gemacht. Anhand der Aufnahmen über den Lavry Gold-Wandler kann sich nun jeder selber seinen Eindruck verschaffen, wie nahe die »Profiling«-Klänge am Original liegen. Beide Signale wurden über den gleichen hochwertigen AD –Wandler gewandelt.

 

Profiling und der Aufbau meines Sounds 

IMG_3307Um das »Profiling« des Kempers zu testen, könnte man einfach seinen Verstärker anschmeißen, über eine Box laufen lassen, ein Mikrofon davor stellen und dieses Mikrofon an den Mikro-Eingang des Kemper Amps anschließen.

Das ist allerdings nicht der Sound, mit dem ich arbeite. Wir wollten für den KPA-Test einen Sound nehmen, den ich auch in Produktionen einsetze, also war die Signalkette etwas länger. Es ging durch meine Verstärker, durch Boxen und verschiedene Mikrofone, die ich über mein Mischpult gemischt habe, wobei je nach Sound auch unterschiedliche Mikrofon-Vorstufen verwendet wurden.

IMG_3326Für den Strat-Sound mit meinem 1968er 100 Watt Marshall haben wir V72S Mikrofon-Vorstufen genommen. Diese Mikro-Vorstufen saßen früher u.a. in den Beatles-Pulten und sie haben sich für diesen Marshall-Sound für meine Ohren sehr bewährt.

Hinter den Vorstufen ging es dann in mein Mischpult, hier wurden die verschiedenen Mikrofon-Signale summiert. Diese Mischung ist normalerweise das, was ich in die AD-Wandler schicke und aufnehme, und dieses Signal haben wir nun direkt zu meinem Monitor-Controller geführt und parallel in den Kemper Profiling Amp eingespeist. Den Ausgang des Kempers haben wir zu einem zweiten Eingang des Monitor-Controllers geführt, sodass wir für den A/B-Vergleich bei präzise angepassten Pegeln zwischen meinem Verstärker und seiner Nachbildung des Kemper Amps umschalten konnten. Zum späteren Vergleichen und für die Sound-Clips haben wir jeweils das gemischte Mikrofonsignal und das Kemper-Signal über meinen Lavry Gold-Wandler im ProTools aufgenommen.


Erstes Profil, 1968 100 Watt Marshall

Für den ersten Profiling-Test haben wir meinen 100 Watt Marshall von 1968 kombiniert mit zwei Marshall 4x12er Boxen (eine Mitte der 60er Pinstripe und eine rote von Anfang der 70er) genommen. Gespielt habe ich bei diesem Test meine 1962 Candy Apple Red Strat.

Diese Gitarre – ich habe extra neue Saiten aufgezogen – hat auf den tiefen Saiten je nach Anschlagstärke sehr stählerne oder feine Obertöne, und der Verstärker reagiert sehr dynamisch darauf, allerdings in einer speziellen Art. Dieser alte Marshall-Verstärker klingt anders als die Reissues. Er hat die Eigenart, unten recht stählern zu klingen. Wenn ich dann richtig »reinhaue«, komprimiert der Verstärker oben ganz leicht und wird weich. Wenn ich den Verstärker allerdings leise anspiele, sind sehr feine, silbrige Höhen zu hören. Nun erwarte ich vom Kemper Amp, dass er dieses Verhalten nachbildet. Beim Spielen stellte ich fest, dass der KPA zwar ähnlich reagiert, aber nicht identisch.
Was ist passiert?

Ich habe ein Riff in der Spielweise von Jimi Hendrix’ »Manic Depression« gespielt und dabei die tiefen Saiten sehr stark angeschlagen. Diese Spielweise kann der Kemper Amp erstaunlich gut übertragen. Es stellte sich auch bei den anderen Verstärkern heraus: Alle Klänge und Spielweisen, die an der oberen dynamischen Grenze liegen, d.h. bei dynamisch schon fast statischen Sounds – wenn man voll aufdreht und reinhaut –, funktionieren beim KPA sehr gut.

Bis man diesen Marshall-Sound auf der Bühne mit nur einem Shure SM57 – welches die Roadies einem meist hinstellen – und mit einem meistens eher preisgünstigen Preamp in einem Live-Mischpult über eine PA realisiert hat, wäre ich bei einem Sound in genau dieser Anschlagstärke mit dem KPA wahrscheinlich besser bedient. Das ist schon mal ein erstaunlich positives erstes Ergebnis.

In der nächsten Testphase habe ich Akkorde sanft angeschlagen, so dass sich silbrige Obertöne ergeben. Auch das klingt ganz gut mit dem Kemper Amp, aber halt nicht genauso wie mit dem Marshall. Es kommen andere Mittenfarben dazu.

Man wird den Unterschied sicherlich nicht so deutlich wahrnehmen, wenn man die Files hintereinander hört. Wer ein DAW-System wie Logic, Cubase oder ProTools zur Verfügung hat, sollte sich die Files untereinander auf verschiedene Spuren legen und dann mehrfach hin und her schalten. Da ich die Tracks (direkt über meinen Amp und via Kemper-Profil) in zwei Durchgängen ohne Klick gespielt habe, sind die Takes unterschiedlich lang.

Im direkten Vergleich lässt sich feststellen, dass sich die Klangfarbe der Mitten ändert. Die Höhen sind nicht ganz so fein oder silbrig. Ein interessantes Phänomen war, dass der Kemper-Amp eine Art von Kompression erzeugt, wie man sie nur von digitalen Kompressoren kennt.
Das Signal wurde dichter, der Durchschnittspegel war bei gleichen Peak- Levels erhöht, was man auch in der Wellenform sehen kann. Die Attacks klangen aber nicht komprimiert oder weicher. Der Kemper Amp wurde oben in den Attacks etwas härter. Hier hat der Kemper nicht das charmante »Abschleifen« der oberen Spitzen meines alten Marshalls umgesetzt.
Der Vintage Marshall wird halt oben weich, der Kemper bleibt dabei hart. Wir sprechen hier allerdings über Nuancen, die man beim reinen Abhören kaum wahrnimmt, aber man merkt es sehr deutlich beim Spielen, da man nicht mehr so sehr stark in die hohen Saiten langen mag. Andererseits erzeugt der Kemper dauernd diese (oben beschriebene) eigenwillige Form von Kompression. Dieser Effekt führt dazu, dass Passagen die man leise spielen will, letztlich nicht ganz so leise werden wie beim Marshall, d.h. die gesamte Dynamik vergröbert sich ein wenig.
Trotzdem muss man sagen, dass sich diese Effekte in einem so geringen Rahmen bewegen, dass man mit dem KPA gut musizieren kann.

Der Verstärker ist in dem Profil klar wiederzuerkennen.
Die Klang-Unterschiede sind also nicht klar mit besser oder schlechter zu bewerten, sondern ich empfinde die Klänge bei dem Take mit den Akkorden als anders.


Zweites Profil, VOX-Verstärker

Für den nächsten Soundtest habe ich einen meiner Lieblings-Sounds genommen, den viele Produzenten immer wieder wählen: Den erzeuge ich mit meiner 1953er Telecaster über einen VOX-Verstärker aus den 70er Jahren. Der VOX-Verstärker ist meiner Meinung und auch nach Meinung vieler Produzenten der Verstärker, der den Übergang zwischen klarem Sound und Zerrung am elegantesten macht. Schlägt man sanft an, so klingt der Verstärker klar. Sobald man nun mit der gleichen Einstellung an Gitarre und Amp ein Crescendo spielt, treibt man Verstärker immer mehr in die Zerrung. Diesen Effekt habe ich bei den Klangbeispielen mal mit einem kleinen Arpeggio vorgeführt. Das bildet der Kemper Amp ganz gut nach, aber an ein paar Stellen entpuppt sich doch ein eigenwilliges Phänomen:
Bei einem kleinen Ausschnitt eines Rockabilly- Solos habe ich am Anfang ein Bending gespielt – ich habe die Quinte stehen gelassen und die Terz darunter dagegen gezogen. Wenn
man diese Stelle zwischen Kemper- und VOXAmp vergleicht, fällt auf, dass der Kemper eine eigenwillige Form von Intermodulation erzeugt.
Diese scheint eine Art dritten Ton oder tiefes Störgeräusch hinzuzufügen, welches im unteren Bereich mitsummt und einen dreckigen Soundanteil addiert, mit dem das Bending nicht
mehr klar klingt. Dann habe ich die tiefen Saiten in einem Schlusslauf sehr stark angeschlagen, was dazu führte, dass sich beim Kemper-Amp merkwürdige, tiefe Töne dazugesellen. Der
Kemper scheint mit dieser Art von Anzerrung durch harte Attacks nicht gut fertig zu werden, was sich beim Spielen seltsam träge anfühlte. Es war plötzlich schwieriger für mich, den Lauf
in der Geschwindigkeit zu spielen, weil die Gitarre träge zu reagieren schien.

Beim reinen Hören wird man auch hier die Unterschiede wahrscheinlich weniger deutlich wahrnehmen als wenn man selber spielt. Dazu kommt allerdings auch, dass ich mich natürlich
intuitiv bemüht habe, die Soundunterschiede auszugleichen, um gut zu klingen. Man ist ja kein objektives Messinstrument – sonst müsste eine Maschine die Sachen spielen. So habe ich
versucht, so gut ich konnte, den gleichen Sound wie mit dem Vox zu erzeugen, nur strengte mich das beim Kemper bei diesem speziellen Beispiel mehr an.

Da dieses Phänomen bei anderen Sounds nicht auftauchte, haben wir mehrfach überprüft, ob wir die Eingangsstufe des Kemper Amps übersteuert haben, was nach der Anzeige nicht der Fall war. Die alte Telecaster hat aber den Steg-Pickup, der unter allen meinen Pickups mit Abstand die größte Dynamik hat und bei harten Attacks einen ungewöhnlich hohen Pegel erzeugt. Es wäre zu prüfen, ob die Phänomene daran liegen könnten. Der Vox wurde mit seiner hauseigenen, gutmütigen Kompression jedenfalls damit fertig.

Ein anderer Sound mit der Tele und dem Vox, bei dem ich volle Akkorde wieder mit einem recht kräftigen Anschlag gespielt habe, wird von dem Kemper Amp erstaunlich gut imitiert.

Mag sein, dass die beschriebenen Phänomene den einen oder anderen Gitarristen weniger stören, nun lebe ich halt seit über drei Jahrzehnten mit den Sounds, und sie haben mich wahrscheinlich genauso geprägt wie ich sie. Die Klänge – jede Nuance – bedeuten mir sehr viel und sind für meine Arbeit wichtig. Ein Schwerpunkt meiner Studio-Arbeit ist eben, dass ich diese Nuancen rauskitzeln kann. Das könnte ich mit dem Kemper-Amp in der Differenziertheit und Feinheit nicht machen.

Wenn man aber andererseits bedenkt, dass der Kemper-Amp beim »Profilen« des einen Setups auch die V72 Preamps, oder beim nächsten Test meine API-Preamps und mein diskret aufgebautes Studiopult samplen bzw. »profilen« musste, dann hat er dieses recht komplexe Signal – jedes Gerät der Signalkette hinterlässt ja noch mal seinen eigenen technischen und klanglichen Fußabdruck – recht gut imitiert. So lassen sich, wie bereits gesagt, mit dem Kemper vielleicht gerade für den Live-Einsatz, wo viele verschiedene Sounds gefragt sind, überzeugendere Ergebnisse erzielen, als man sie mit nur einem Mikrofon an einer festen Position und einem mittelmäßigen Mischpult realisieren kann. Um aufwändig hergestellte Studio-Sounds live auch nur annähernd hinzubekommen, müsste man einen extrem großen Aufwand betreiben. Ich sehe eine große Chance des Kemper Amps darin, dass man sich die Sounds, die man im Studio einspielt, gleich nach jedem Take »profiled«, um sie später auf der Bühne reproduzieren zu
können.

Will man aber einen möglichst persönlichen und direkten Sound erzeugen und die Eigenarten eines Verstärkers mit Endstufen-Zerrung spontan hervorkitzeln, würde ich immer einen passenden Röhrenverstärker empfehlen.

 

Presets

IMG_3341Ich habe im Rahmen des Tests nur sehr wenige Presets anspielen können. Dabei habe ich nur von den Modellen Stichproben und die Sounds probiert, die versuchen, Verstärker nachzubilden, von denen ich selber auch ein Profil erstellt hatte. Mir gefielen meine eigenen, selbst erstellten Profile deutlich besser. Mit denen anderer habe ich gefremdelt. Das zeigt natürlich klar, wie man sich über die Jahre selber mit seinen Vorlieben programmiert. Ich hatte z.B. ein Profil von meinem Setup mit meinem Soldano erstellt, das mir und den anderen Teilnehmern des Tests viel wuchtiger und dynamischer erschien als die so bezeichneten Presets. Man hat eben seinen eigenen Geschmack entwickelt. Das führte uns zu dem Schluss, dass der KPA nur so gut sein kann, wie die Profile, die man damit speichert.

Johannes vom Guitar Center No.1 Hamburg der an dem Test teilnahm, spielt selbst privat einen Kemper Amp und versicherte uns, dass unter den unzähligen Presets viele sehr gute Sounds zu finden seien, mit denen er gerne spielt, z.B. die von meinem Kollegen Peter Fischer erstellten Sound-Profile.

Für mich wäre die Rolle des Kemper-Verstärkers wie vorhin beschrieben, meine Sounds, die ich mir über viele Jahre zusammengestellt und die sich auch in vielen Produktionen bewährt haben, irgendwie in diese »Kiste« zu kriegen. Nach meinem ästhetischen Empfinden waren »meine« Sounds noch nicht unter den Presets zu finden. Doch was bedeutet das für den Anwender?

Entweder ist er mit den Profilen der Presets glücklich – sicherlich werden auch viele erfahrene Gitarristen oder Tontechniker zukünftig noch Profile erstellen –, oder, wenn man seine eigenen Sounds einfangen möchte, muss man halt auch einen entsprechend großen Aufwand betreiben.
Es reicht nach meinem Eindruck nicht aus, dass man ein SM 57 Mikro einfach an irgendeine Stelle des Lautsprechers stellt. Beim Durchhören der Presets habe ich oft sofort die Mikrofontypen erkannt und hätte gerne die Mikro-Position nach meinem Geschmack geändert. Wenn jemand ernsthaft eigene, genaue Profile seiner Amps erstellen möchte, muss er wahrscheinlich in ein gutes Studio gehen, sich vor seinen Verstärker stellen und anhören, wie er den Sound wahrnimmt, in welchem Abstand er gerne steht usw. Diesen Klang muss er dann, am besten gemeinsam mit einem guten Toningenieur, versuchen einzufangen.

Am Ende sollte er sagen können: Jetzt klingt es über die Studio-Monitore in etwa so, wie ich meinen Verstärker hören möchte. Von diesem Sound muss man dann schließlich das Profil erstellen.

 

Latenz

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass der Kemper Amp systembedingt eine Verzögerung hat, schließlich läuft das Signal durch einen A/D- und einen D/A-Wandler. Die gemessene Latenz lag bei ca. 3,2 ms. Das ist eine Latenz, die mich persönlich schon irritiert.

Wie kann man diese Verzögerung im Millisekunden-Bereich anschaulich beschreiben:

Wir sind es ja eigentlich gewohnt, unser Instrument mit einem gewissen Abstand zu hören, es sei denn, wir sind Geiger. Näher als diese kann man seine Ohren kaum am Instrument haben. Geiger sind oft sehr irritiert, wenn sie ihr Instrument über Kopfhörer verzögert und nicht direkt an ihrem Ohr hören. Schon wenn man die Geige mit einem Mikrofon im Abstand von ein paar Metern abnimmt und der Geiger das Signal im Kopfhörer hört, ist es für ihn stark irritierend. Daher machen die Geiger oft ein Ohr frei, wenn sie im Studio Kopfhörer benutzen.

Wenn ich eine Akustik-Gitarre spiele, ist mein Kopf von den Saiten ca. 70 cm entfernt. Dieser Abstand entspricht einer Verzögerung von grob 2 ms. Bei der E-Gitarre haben wir eine andere Ausgangs-Situation, da wir meistens eh etwas weiter entfernt vom Lautsprecher stehen und die Laufzeitverzögerung gewohnt sind.

Verrückterweise ist es aber für mich im Studio irritierend, wenn der Klang dann noch mal um 3 ms später kommt, was einem zusätzlichen virtuellen Abstand zum Verstärker von ca. 1,02 Meter entspricht. Eigentlich sollte man meinen, 1 Meter Abstand sei gar nicht so viel, doch habe ich im Laufe der Jahre gelernt, die Abstände einzuschätzen. Entscheidend ist dabei auch die Verknüpfung des optischen Eindrucks mit der Verzögerung durch die Laufzeit, d.h. ich komme damit zurecht, wenn ich die Lautsprecher und den entsprechenden Abstand sehe. Wenn dann jedoch ein weiteres Delay dazukommt, fühlt sich das für mich indirekt und merkwürdig schwammig an.

Bei meinen Sessions kommt oft es oft auf wenige Millisekunden an. Die Latenz des Kemper-Amps bewegt sich allerdings in einem Rahmen, mit dem sich ohnehin viele Musiker arrangiert haben, wenn sie digitale Amps, Amp-Simulatoren verwenden oder gleich über ihre DAWs spielen.
Meist sind die Latenzen der Interfaces und der nativen DAWs hier noch wesentlich höher.

Aber ich habe bei den Gitarristen im Popkurs beobachten können, dass die Latenz von digitalen Verstärkern sie sehr verunsichern kann und häufig zu Schwierigkeiten beim Timing-Training führen kann.

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Fazit

Abschließend glaube ich, dass der Kemper Profiling Amp ein zukunftweisendes Projekt ist, auch wenn sicherlich Chancen bestehen, dass Processing noch weiter zu verfeinern.

Eine 1:1 Nachbildung meiner Sounds, also 100% des Originals konnte er mir allerdings nicht in jeder Nuance liefern. Es gab aber sogar geliebte Sounds, bei denen mir der Unterschied so klein oder nicht hörbar war, dass er mir offen gestanden egal wäre.

Aber das soll jeder selber anhand der Klang-Beispiele entscheiden. Für mich persönlich wäre es durchaus praktisch, mit einer Gitarre und einem kleinen Verstärker in der Form und Größe einer Nähmaschine zur einer Demo- oder Komponiersession zu gehen und im Kemper-Amp die Profile meiner eigenen Verstärker annäherungsweise unterm Arm zu haben.

Der Aufwand bei meinem Setup mit zwei akustisch gestalteten Studio-Räumen, einem großen Mischpult, vielen Mikrofonen und ausgesuchtem Outboard-Equipment steht preislich natürlich in gar keinem Verhältnis zum KPA.

Allerdings sollte man bedenken, dass ein Gitarrist, der seinen einen, persönlichen Sound sucht oder hat, ja nicht unbedingt gleich 14 oder 15 verschiedene Gitarrenverstärker braucht. In der Regel hat er einen oder zwei Verstärker, auf die er sich einlässt. In diesem Fall würde ich sagen:
Bleib doch dabei!

Das ist nach meiner Beobachtung immer noch die differenziertere und subtilere Art zu spielen, die auch zumindest eine Chance zu einem ganz persönlichen Ton ermöglicht – vorausgesetzt, es ist ein Verstärker, der zur Gitarre und zur eigenen Spielweise passt. Vor allem die Unmittelbarkeit der Ansprache ohne jegliches Delay ist beim Spielen nicht zu ersetzen. Der Kemper Amp ist sicherlich nicht nur für die Gitarristen interessant, die in einer Live-Situation möglichst viele verschiedene Sounds anbieten müssen und wo bereits feststeht, was und wie und mit welcher Dynamik die Songs gespielt werden. Gerade für Gitarristen von Top 40 Bands oder in Musical-Orchestergräben, wo es darum geht, schnell Klischees abzurufen, ist der Kemper eine Chance, weil sie sich ihre Sound-Profile für das gesamte Programm erstellen können.

Auch in einer Produktions-Situation, in der vielleicht der eine große Aufnahmeraum für das Schlagzeug belegt ist und keine akustisch isolierten Räume für laute Gitarren-Amps mehr frei sind, könnte der Kemper Amp sehr hilfreich werden. Wenn die Gitarristen vorher zusammen mit dem Toning Profile ihrer Amps erstellen würden, könnten sie live zum Drummer mit ihren eigenen Sound spielen und die Band hätte ihren gewohnten Klang. Das ist für das Spielgefühl und die Psychologie einer Band nicht zu unterschätzen, weil die Gitarristen nicht dauernd das Gefühl hätten, dass sie ohnehin alles noch einmal spielen müssten. Sollte dann mal ein Take besonders gut gelungen sein, wäre dessen Sound wenigstens möglichst nahe an dem angestrebten Klang. Später könnte man dann ja prüfen, ob sich ein Overdub mit dem Original-Amp lohnt. Es wäre mal spannend zu erfahren, wie der Toning bei dem Vergleich dann entscheiden oder wählen würde.

Wenn man die eigenen Sounds einmal als Profil angelegt hat, kann man diese über den Kemper-Amp in jeder beliebigen Lautstärke spielen, wobei man natürlich bedenken sollte, dass der Mensch nicht alle Frequenzen bei jeder Lautstärke gleich laut wahrnimmt. Bei ca. 83 dB – das ist für die Nachbarn gar nicht mal so leise - hört der Mensch alle Frequenzen am linearsten. Je geringer der Schalldruckpegel, desto weniger Höhen und Bässe nehme ich war. Dafür gibt es bei HiFi-Verstärkern die Loudness-Funktion. Mittels seiner Klangreglung bietet auch der Kemper-Verstärker die Möglichkeit, dass man noch Bässe oder Höhen reindreht, um die Sounds an die jeweilige Lautstärke anzupassen. Das finde ich sehr gut.

Es gibt noch weitere, für uns Gitarristen neue Parameter, mit denen man z.B. die Durchsetzungsfähigkeit in einem dichten Playback erhöhen kann.

Die Zukunft wird sicherlich auch bei den Computer-basierten Amp-Emulationen noch einige Überraschungen bereithalten. Das Processing und die Algorithmen werden ständig weiter verfeinert werden. Allesamt klingen sie jedoch bislang noch nicht 100% wie die Originale.
Das wahre Leben mit echter Pappe, mit echten Verstärkern, bei denen die Röhren, die Übertrager und andere Komponenten interagieren, ist so vielschichtig, dass man davon im Computer halt nur ein Abbild erhält – hier vom Kemper Amp aber bei einzelnen Klängen schon ein bislang ungehört genaues Abbild mit echter Tendenz zum Original.

Die Möglichkeiten, die der KPA mit seiner zusätzlichen Klangreglung, den integrierten Tretminen, Effekten und dem zusätzlichen Gainregler bietet, übersteigen unter bestimmten Aspekten noch mal die Möglichkeiten des Originals. Beim Profil eines alten 100 Watt Marshalls, der im Original eine gute Anzerrung bis zum bluesigen Soul liefert, kann man mit dem Kemper Amp nun mehr Gain geben, als das Original jemals selber hätte oder verkraften könnte. Ich glaube, darin kann auch der Reiz des KPAs liegen, die Sounds der Originale zu übertreiben und Neues zu entdecken. Es war im Rock’n Roll immer so, dass das Übertreiben, der Missbrauch der Geräte zu neuen Sounds geführt hat. Wenn Eric Clapton seinen Bluesbreaker nicht aufgerissen hätte und radikal das Tonpoti seines Halspickups zugedreht hätte, dann wäre auch kein lange stehender Womans-Voice Tone dabei herausgekommen.

Vielleicht ergibt sich ja auch aus dem Missbrauch des KPA oder ähnlicher Geräte irgendwann wieder eine eigene, neue Ästhetik. Denn sicherlich wird es auf Dauer unbefriedigend sein, wenn man ein Gerät hat, welches lediglich ein Imitat von einem anderen ist. Es kann zwar ökonomisch und ganz praktisch sein, aber es ist nicht so sexy wie das Original. Aber ich bin sehr
gespannt darauf, wann uns der erste geniale Gitarrist mit extremen Sounds und Spielweisen aus dem Kemper Amp überrascht und aus dem, was zunächst alle nur zum Nachbilden altbekannter Klänge benutzen wollen, in der Tradition der echten Rock-Revolutionäre, ein neues Instrument macht und als Vorreiter vielleicht mal wieder einen ganz neuen Impuls setzt.
Dann wird’s nämlich erst richtig spannend.

Noch ein Nachsatz: Einer der Teilnehmer des Tests, Johannes vom Hamburger Gitarren-Spezialisten No.1, sagte zu mir, als ich versuchte, die von mir erstellten Amp-Profile wieder aus dem Testgerät zu löschen: »Wenn Du befürchtest, dass jetzt alle anderen demnächst mit deinen Profilen und damit deinen Sounds spielen könnten, ist das ja eigentlich ein Zeichen dafür, dass die Sounds gefährlich nahe am Original sind.« Da hat er nun auch wieder Recht!

> Test: Überblick Kemper Profiling Amplifier
> Klangbeispiele: Peter Weihes KPA Soundfiles



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Kommentare (30)add comment

Der Tom said:

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Kompliment, klasse Test!
Dazu 2 Fragen
1) Liveanwendung
Wenn ich den Gitarrensound aus dem Studio auch live haben, lässt sich das mit dem Kemper 1:1 übertragen? Ein im Homestudio hingebastelter Sound lässt sich meiner Erfahrung nach live nur begrenzt anwenden und muss meist angepasst werden. Ich hatte vermutet, dass der Kemper seine Stärken eher im Live-Einsatz hat, wo es auf das letzte Prozent nicht so sehr ankommt.
2) Gibt es einen Fußschalter?
Ich finde die Idee cool live mit nem Fender Twin-Sound Akkorde zu schrammeln, um dann fürs Solo auf nen Plexi-Sound mit entsprechneden Effekten umzuschalten. Da es anscheinend keinen Fußschalter von Kemper zugeben scheint, kann man andere dran hängen? Hat wer Erfahrung im Live-Einsatz?

Mai 29, 2014

Tino Zampano said:

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Sehr differenzierter und sachlicher Test und Kommentar von P. Weihe, thanks much (!) Einiges dazu gelernt.

Was mir schon vorher kar war – und einige Schrummler über Gebühr zu erregen scheint – auch mein geliebter Kemper kommt einfach nicht an das Original ran. Wer's nicht glaubt versuche einmal – auch nur ansatzweise – den Sound von "Melting" by Snowy White aus dem Kemper zu kitzeln. LesPaul Standard und ein simpler Vox AC30 können das. Auf das Posting wäre ich gespannt, auf das neue "Rig" noch mehr.

Aber im allgemeinen bietet Kempie doch gewaltige Sounds für wenig Geld und massiv Anreiz zu hunderten Stunden des Experimentierens.

Für die offensichtlichen Tiefflieger mit no Clou und noch weniger Anstand: Keine Kohle zu haben ist noch kein Grund sich dümmlich über Besseres auszulassen. Das ist so, wie wenn ein Astra-Fahrer behauptete, der gefühlte Unterschied zu einem 911er sei vernachlässigbar und eh alles Deppen, die sich die Kiste leisten können. Aber was will man erwarten, von Jungs, die kaum wissen wie sich Jimmy schreibt, geschweige denn benimmt.

Keep cool.
Mai 01, 2014

Hardy Kurandt said:

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Fand den Test gut.
Ich weiss überhaupt nicht worüber sich hier aufgeregt wird.
Digital ist halt Digital und nicht Analog.
Dem Gitarristen der sehr viele Sounds sofort abrufen muss , hat damit doch ein Hammer teil zur Hand.
Wer aber Purist ist dem bleibt halt nichts anderes übrig sich weiter mit den Dinosauriern rum zuschlagen.
Was auch extrem viel Zeit = Geld kostet.
Ich find gut das gerade eine Deutsche Firma diesen Quantensrung geschafft hat, dadurch wird der Status ein deutsches Produkt High End aus Germany wieder mal untermauert.
Gruss Hardy Kurandt
März 27, 2014

Thorsten said:

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Man sieht sicherlich, dass Herr Weihe sich Mühe gibt, den Test objektiv durchzuführen. Allerdings stören mich schon ein paar Punkte:

1) einen analogen Splitter abzulehnen, weil er zu "Soundveränderungen" führt, aber ein Solo zwei mal spielen soll identisch genug sein, zeugt schon von starker Selbstüberschätzung

2) "Puffer" per se verändern keinen Sound. Da hier noch nicht mal die Fachterminologie sitzt, halte ich das für Geschwurbel. Über die Qualität der Wandler könnte man sich natürlich unterhalten, wobei die im Kemper eingesetzten eher bessere sind.

3) Realität: Ich bezweifle stark, dass, sobald der echte Amp aufgenommen ist, noch irgendein Unterschied besteht. Wenn man mit dem Amp im selben Raum ist, gibt es sicherlich das ein oder andere "subliminiale" Gefühl (durch Wellenübertragung über Boden o.ä.), aber auf einem Tonträger oder gar live bezweifle ich das stark.

Aber so ganz traut man so einem Test, in dem soviel Esotherik vorkommt, dann einfach doch nicht...

Thorsten
Februar 18, 2014

Werner Müller said:

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@Jimi Page:
respektlos, unverschähmt.... vermutlich auch ahnungslos...
Mehr kann ich zu seinen Kommentaren nicht sagen...
Dezember 05, 2013

Franz said:

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Die Profiles von den Superduper - Sounds der optimalst getunten und mit den besten Mikros der Welt abgenommenen Wahnsinnsverstärkern von Peter Weihe mögen nur zu 98 Prozent authentisch sein…..Damit könnte ich persönlich leben. Wenn die Sounds so mies sind, warum hat er sie nicht zum Download freigegeben?
November 16, 2013

Gauselmän said:

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... toller Test !

Hier wurde jede Menge Zeit und Technik investiert, um zu beweisen, daß die Rigs bzw. Profile nicht ganz genauso klingen, wie die original Amps.
Toll !
Das kann Euch jeder Elektroniker schon im voraus verraten, ohne den Kemper jemals ausprobiert zu haben.

Für die 1500 Euro, die das Teil ohne integrierte Endstufe kostet, gibt es auf dem Markt aber nix besseres. Was nun ? Soll jeder das Mega Equipment von Peter Weihe bei sich rumstehen haben, nur wegen der mess- und hörbaren Unterschiede zum Original ?

Ich habe mir schon einige Kemper Rigs zuhause für meine Ohren zurecht getweaked, und dabei Nuancen rausgehört auf die ich früher nie geachtet hätte, man wird dabei immer sensibler.

Kemper im Proberaum aufgestellt und dann die Erkenntnis: "Klingt mit der Band zusammen alles ganz anders im Ohr" Mein Ohr nimmt nicht mehr die virtuellen Feineinstellungen wahr, die ich in mühevoller Kleinarbeit getätigt habe sondern hört nun eben die gesamte Klangmixtur der Band, obwohl ich natürlich verstärkt auf meinen Sound achte.

Man sollte es einfach dabei belassen, der Kemper ist ein bezahlbarer „Amp“ der die Möglichkeit bietet „ähnlich“ zu klingen, als hätte man viele unbezahlbare Amps mit im Gepäck.

Das Profiling ist eine geniale Erfindung und wird im Laufe der Zeit sicherlich noch verbessert werden.

Der betuchte Solokünstler kann sich ja bis zur Perfektionierung dieser Technik, mit der
Beschaffung der teuren Originalverstärker Abhilfe schaffen. ;-)

November 02, 2013

Andreas Gehrmann said:

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Hallo zusammen und vielen Dank an Peter Weihe für den ausführlichen Test.
Ich bin Amateurgitarrist (spiele seit 30 Jahren) und spiele den Kemper jetzt ungefähr 1/2 Jahr. Zu Anfang war ich ganz begeistert, aber mittlerweile merke ich, wie ich mich immer öfter meinen realen Amps zuwende. So richtig konnte ich mir die zunehmende Unzufriedenheit nicht erklären - bis zu diesem Test. Deshalb noch mal vielen Dank für diesen Test!
Ich habe immer mehr das Gefühl, beim spielen "kämpfen" zu müssen. Richtig gute Profiles habe ich auch nicht gefunden, also solche, bei denen man sich beim spielen so richtig wohl fühlt. Klanglich ist der Kemper ja wirklich nicht so übel, z.B. dann, wenn man in eine DAW aufgenommen hat und hinterher noch ein bißchen tweakt. Allerdings ist der Weg zu einer guten Aufnahme für mich persönlich mit viel Kraftaufwand verbunden. Latenz? Buffer? Ich weiß letztlich nicht genau, was bei mir der Grund ist, aber ich habe immer weniger Spaß daran. Im Proberaum ist es dann aber sehr merkwürdig: Wenn ich den Kemper über das digitale Presonius-Pult (16-4-2) spiele und zugleich über die Anlage abhöre (Crown-Amp, HK-Boxen), dann fehlt mir einfach zu viel. Ein Amp direkt abgenommen (Nebenraum, SM57) und auf dieselbe Weise abgehört, hat deutlich mehr Lebendigkeit - jetzt mal abgesehen von klanglichen Eigenschaften. Da habe ich nicht das Gefühl, um jeden Ton so kämpfen zu müssen. Ich bin natürlich kein Toning und sicher ginge das alles noch viel besser, aber dieser Eindruck hat sich mir eingebrannt. Mich würde interessieren, ob andere dieselbe Erfahrung gemacht haben oder ob ich da einfach was falsch mache? LG Andreas Gehrmann
Mai 19, 2013

Axel said:

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So, nun hats mich doch umgerissen und ich habe mir das Kempersche Kofferadio zugelegt.
Peter Weihes Einwand, das man beim profiling eigentlich keinen richtigen Vergleich haben kann, da die Git ja schon durch den Kemper marschiert, ist völlig richtig und von großer Weisheit. Ich habe versucht meinen (ziemlich tollen) Retrochannel "Studiochannel" via Line zu profilen und durfte 2 Dinge feststellen: 1. Klingt das durchgeführte Signal ziemlich anders, 2. war das profil dann nochmals weniger. Zu 1: ungefähr so wie ne gute WAV sich zu ner schlechten MP3 verhält, irgendwie alles zu hören, aber um mindestens eine Dimensionen verflacht. Zu 2: nochmal eine Dimension weniger. Desweiteren habe auch ich den Fehler, das, wenn man ein Bending von zb. Em7 nach Em711 unternimmt, der Kemper da "kreativ" wird und gaanz komische Ding macht.
Die mitgelieferten Profile klingen, für meine Ohren, hervorragend und lassen sich sogar ganz gut "verdrehen". Im Gegensatz zu meinem Vorredner werde ich mit grosser Freude und explizit den Kemper bei meiner Studioarbeit einsetzen, jedoch werde ich wohl davon Abstand nehmen das Ding live an den Start zu bringen. Hier sehen ich, zumindest bei cleanen Sounds, ein Problem mit der adäquaten Verstärkung. Das von mir verwendete AER Equipment ist sicher nicht schlecht, aber im Low-Mid Bereich ist das alles nicht so einfach in den Griff zu bekommen. Das gilt aber, wie gesagt für meine, im Jazz fussenden, live Anwendungen, im Studio finde ich das Ok.
Die Profile der Community sind zwar sehr viele, aber bislang konnte ich da noch nix entdecken was mich zufriedengestellt hätte.
Na ja, Jugend forscht.
Nochmals Dank für den tollen Test!
April 18, 2013

Rüdiger Konetschny said:

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Ach ja, da schrieb ja noch lalelu, " dann soll er sitzen bleiben auf seinen Profiles".....wer so gleichgültig mit geistigem Eigentum umgeht, der schafft auch das Urheberrecht ab....also, ab jetzt gehören alle songs von lalelu uns allen....lalelu dürfte mir dann auch für meinen Besitzanspruch bitte Geld überweisen!

ironische Grüsse...
März 25, 2013

Rüdiger Konetschny said:

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Hallo liebe Soundliebhaber,

die meisten Kommentare tun Herrn Weihe mehr als Unrecht!
Sie grenzen an Unverschämtheit, die offenbar aus Unwissenheit (das will ich zu Gunsten der schreibenden Personen mal unterstellen) resultieren.

Wir haben es insgesamt mit einem hervorragenden Test zu tun, der deshalb auch nur im Rahmen des machbaren bleiben kann.

Beispiel: Es ist nicht möglich einen Versuchsaufbau zu schaffen, bei dem gleichzeitig mit einer Gitarre identischer Inhalt zu verschiedenen Amps gesendet wird, ohne dabei Klangunterschiede zu erzeugen.
Das ist im Test sogar ausführlich beschrieben.
Ich gehe aber davon aus, daß die spielerischen Fähigkeiten von Herrn Weihe "ausreichen" zwei vergleichbare Takes nacheinander einzuspielen!

Ich möchte noch ergänzen, daß Peter Fischer mit einem Prototyp in meinem Studio war und ich Christoph Kemper noch aus der Schule in Recklinghausen gut kenne. Ich hatte früh genug Möglichkeit diverse Tests zu erleben!
(echopark studio: siehe Studio Magazin Artikel "Zurück zur Qualität", ADT 80 Kanäle neu! 5MT DSerie mit Automation, 8 DAD Wandler, 7 km VoVox und ;-) Lavry Gold!)

Mein Produktions-Ansatz verfolgt komplett analoge Instrumente und Verstärker.
Erst vor ein paar Tagen war Thomas Blug mit meinem Freund Wolf Simon im Haus und wir diskutierten über Kabel und Plektrum....als Thomas ein dem Schildplatt ähnliches! Plek verwendete, war der Klangunterschied zu anderen Pleks auffällig anders. Und so zog sich die Kette der "Soundbeeinflusser" bis zum Lautsprecher.
Hier treiben wir einen wahnsinnigen Aufwand. Die Klangbeeinflussung durch Lautsprecher lassen sich meiner Meinung nach nicht so erfolgreich Profilen, wie ich sie in der Produktion erlebe!
Wir nehmen immer nur einen single 12er auf und erleben unterschiedlichste Interaktionen zwischen der Lautstärke des Amps und der Box.
Der Vollständigkeit möchte ich noch darauf verweisen, daß ich selber 2 KPAs besitze und diese live einsetze, aber niemals auf die Idee käme damit im Studio eine Aufnahme zu machen!

Vielen Dank an Peter Weihe und ich soll noch liebe Grüsse von Gerd bestellen! Frohe Ostern!
smilies/smiley.gif
März 25, 2013

Axel said:

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Ganz großes Kino. Sehr guter Test von einem der wirklich weiß wovon er spricht und spielt. Selten so ein fundiertes Wissen, nicht nur im Gitarrenbereich, erlebt. Vielen Dank. Für mich persönlich (ich stehe in der Jazz-Ecke) immer die falschen Amps/Sounds, aber das muß und kann ich abstrahieren. Peter Weihe ist nicht nur ein wirklich toller Gitarrist und Musiker (was ja nicht immer dasselbe ist...) sonder auch als Tontechniker allererste Wahl.
Bin mir immer noch nicht sicher bzgl. eines evtl. Kaufes, aber sehe klarer als vorher.
P.S. Hat einer mal Erfahrungen mit warmen clean-Sounds??
März 17, 2013

lalelu said:

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dann soll er sitzen bleiben auf seinen profilen.

kemper wirds hoffentlich in einer spaeteren inkarnation mit moeglichkeit fuer externen ADDA, externen pre fuer den studioeinsatz geben. DANN sind legendaere alte amps nur mehr ein filename und das original was fuers museum.
Dezember 01, 2012

Markus Holzer said:

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Cooler Test !!!
Es nervt aber extrem wenn Leute mit Schweinsohren und wahrscheinlich ohne jeglicher Erfahrung einen Kommentar zu so einen guten Test abgeben ….Denn meine Erfahrung ist, dass solche Leute nur eine Große Schnauze haben aber wenn sie dann drei Sekunden die Gitarre in der Hand haben …… alles klar ist !
Und trotzdem besitzen solche Leute aber die Härte, Herrn Peter Weihe zu erklären was Sache ist …
Zu meiner Person – mein Gitarrenspiel konnte man 2011 im Österreichischen Radio 524 Stunden bei 181 verschiedenen Songs hören ( Ich denke schon, dass ich ein wenig Studio Erfahrung habe)
Peter Weihe ist für mich als Ösi einer der wenigen deutschen Gitarristen die ich wirklich schätze und Ich würde gerne mal mit Herrn Peter Weihe ein paar Stunden im Studio abhängen
November 23, 2012

Christian Schebitz said:

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Der Test war zwar aufwändig, aber keinesfalls "fair". Letzteres wäre nur dann der Fall gewesen, wenn man ein cleanes, identisches Gitarrensignal jeweils parallel in die beiden Verstärker geschickt hätte. Sobald ich aber versuche zweimal das "Gleiche" zu spielen, werde ich kein vergleichbares Ergebnis erzielen können! Jedenfalls kenne ich keinen Menschen der ein Solo zweimal 100% identisch spielen kann. Nicht einmal CNC Fräsen können zweimal ein 100% identisches Werkstück herstellen! Nichts gegen Hr. Weihe - aber auch er ist kein Übermensch.

Im übrigen wette ich, dass man niemals zweimal ein identisches Profil erstellen könnte. Jedes Setup differiert um mm hier und dort und das ist bei stark gerichteten Gitarrenamps sehr viel! Ganz zu schweigen von den jeweiligen Räumlichkeiten, Luftdichte, Luftfeuchtigkeit und Temperatur.

Live ist garantiert KEIN Unterschied zu hören - und wenn, dann ein positiver für den KPA, denn nur damit kann ich die ewig langen Kabelwege deutlich abkürzen und schalte zudem den Bühnenmixer als "Fehlerquelle" aus, kann mir schnell meinen Bühnensound nachregeln.

Trotzdem ist der Test prima, denn er beweist, dass der KPA weltklasse ist. Ich spiele ihn seit 1 Monat und bin schwer beeindruckt.
Oktober 28, 2012

Oliver Schröder said:

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@ jimi page: Würdest du Peter Weihe kennen, würdest du den Satz mit der Profilneurose sofort wieder zurücknehmen. Die haben sicherlich viele Musiker, aber bestimt nicht Peter Weihe.
Oktober 28, 2012

det said:

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als soundfreak und harpspieler verfolge ich sehr aufmerksam die diskussion.alte amps wie masco ma17/18,premier,bogen etc, die nur schwer zu bekommen sind,wären ein ideales feld für test und profiling.da harpmics teilweise den 10fachen output wie picups haben,wäre zudem die frage,wie der KPA damit umgeht (beim live-einsatz).sicher wird der KPA auch bald in der harpszene einzug halten. harmonicalement det
Oktober 23, 2012

Hague Schmitz said:

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@Jimi Page
Zitat:Otto Normalverbraucher - und das sind mindestens 90% der Konsumenten hören da NIE einen Unterschied raus.

Da stimme ich durchaus zu.
Zu unserer Zielgruppe zählt jedoch nicht Otto Normbraucher auch nicht "der Konsument". Xound ist ein Fachmagazin, welches an Musiker und Produzenten adressiert ist und da ist es durchaus üblich, Produkte nach professionellen Kriterien zu bewerten. Wie geht das besser als durch einen echten Profi mit jahrzehntelanger Erfahrung?

Dazu möchte ich ergänzen, dass man "den Unterschied" bei zu grossen Latenzen nicht hört, aber sehr wohl spürt, wenn man ein Instrument selbst spielt. Da gibt es halt den einen oder anderen feinfühligen Musiker, für den 3.2 ms Latenz eine Einschränkung bedeuten. Selbst ,wenn er -objektiv betrachtet ggf. trotz Latenz besser spielt als vielleicht ein anderer Musiker ohne Latenz, muss man einfach respektieren, wenn er sich mit dem Phänomen unwohl oder limitiert fühlt. Sicherlich gibt es auch Musiker, denen das alles egal ist - auch das hat gewiss seinen Grund.
September 28, 2012

Jimi Page said:

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Lasst doch keinen Irren solche Tests machen.
Allein die Aussage " Die gemessene Latenz lag bei ca. 3,2 ms. Das ist eine Latenz, die mich persönlich schon irritiert."
ist nur mit der Profilneurose des Schreibers zu erklären.
Otto Normalverbraucher - und das sind mindestens 90% der Konsumenten hören da NIE einen Unterschied raus.
In diesem Sinne: Hört auf mit Uraltem und viel zu schwerem Material arbeiten. Tut euch was Gutes und kauft einen Kamper.
September 28, 2012

Hanseat said:

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Vielen vielen Dank für diesen aufschlussreichen Test und die sehr aussagekräftigen Hörbeispiele. Ich habe mir die Files nur am Notebook über günstige Kopfhörer angehört - aber ich finde die Unterschiede beim besten Willen nicht marginal.

Auf dieser Seite gelandet bin ich, weil der Kemper mein Interesse geweckt hatte. Nachdem ich schon lange Zeit versucht habe, auf einfachem Wege zu guten Sounds zu kommen (Vox Modeling Amps, POD, Guitar Rig, TH1, u.a. - mit denen ich immer nur teilweise oder gar nicht zufrieden war) schien mir der Kemper nun berechtigt hohe Erwartungen zu wecken.

Nachdem ich nun den Bericht von Peter Weihe durchgelesen und die Files angehört habe sieht das Ergebnis jedoch anders aus. Mir fehlt mir in fast allen Profiles die Lebendigkeit des Original-Sounds (die 1968Chords klingen beim Kember leb- und glanzlos). Die störenden (zusätzlichen aber falschen) Töne beim Bending finde ich richtig übel - beim Rest des Vox-Solos scheint der Kemper-Sound in den Spitzen hart zu clippen, während das Original mit den Dynamikspitzen überhaupt keine Probleme hat. Bei den Vox-Chords ist das Ergebnis des Kempers ebenso harsh und klingt nach Clipping - das hat für mich nur wenig mit dem Original zu tun - das gilt auch für das Crescendo-Beispiel, vor allem sobald die Gitarre auch nur etwas mehr "zulangt". Beim Soul-Lick fehlt mir das Vox-Typische in der Obertonstruktur und das Dynamikproblem gibt's hier auch.

Für den Mangel an Lebendigkeit ist neben der seltsamen Kompression des Kempers vielleicht auch der durch die Wandler veränderte (mattere, leblosere) Klang verantwortlich. Ob das allerdings auch der Grund für die ärmere und leblosere Obertonstruktur ist...?

Der Kemper ist sicher eine gute Hilfe in Situationen, bei denen kein "echter" Amp zum Einsatz kommen kann oder aufwendige Setups nicht möglich sind (Preproduction). Vielleicht ist es auch reizvoll, live statt eines Stacks nur den Kemper zu nutzen (und in kleinen Räumen kann es ja wirklich ein Segen sein, weil es hohe Lautstärke, Übersprechen etc. vermeidet). Andererseits sollte man den Hinweis nicht geringschätzen, dass bei Emulationen die Unmittelbarkeit eingeschränkt und auch damit auch das Spiel des Gitarristen beeinträchtigt wird. Vielleicht kann ein erfahrener Profi damit umgehen, aber ich befürchte, dass gerade bei Gitarristen, die ihre Ausdrucksfähigkeit noch entwickeln, die fehlende Unmittelbarkeit, das eingeschränkte dynamische Reagieren der Modelle u.v.m. ihre Entwicklung negativ beeinträchtigen werden.

Ich stehe vor der Kaufentscheidung für zwei Amps, die in einem kleinen Studio und auf einer kleinen Bühne zum Einsatz kommen sollen. Durch den Kemper war ich in Versuchung geraten, statt zweier Röhrentops + Boxen für ein kleines Studio doch lieber den Kemper und einen kleinen Röhrenamp zu kaufen. Ich werde bei den Röhrenamps bleiben.
September 14, 2012

RJ said:

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Alles in allem guter Test.
Leider merkt man, dass hier eine Person werkelt, die schon etwas den Bezug zur Außenwelt verloren hat.
Das ist gar nicht mal böse gemeint, aber ich kenne die Studio Tüftler:
Sie haben mit vielem was sie sagen recht, aber letzten Endes ist es doch bedeutungslos, da das Eigentliche völlig aus den Augen verloren ging.
Dies meine ich generell und hat mit diesem Kemper Teil nichts zu tun.
Grüße
RJ
August 15, 2012

Hagü Schmitz said:

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@Gerd
Danke für deinen Kommentar.
Du kannst den Mikro-Vorverstärker ruhig verwenden, wenn du nur ein Mikro aufnehmen möchtest.
Wie du auch schon sagst, sehe ich eher die Wandler als das Nadelöhr. Wenn du ganz sorfältig profilen möchtest, würde ich dir ohnehin empfehlen, mit mehreren Mikros zu arbeiten, dann brauchst du eh noch Preamps.
Juli 03, 2012

Gerd said:

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Da seid ihr ja ganz schön tief in die Klangwelten eingedrungen.
Der Schwachpunkt des Kemper Amps scheinen der Buffer und die Wandler zu sein. Ist denn der integrierte Mikrofonvorverstärker brauchbar, oder sollte man besser einen externen Preamp benutzen, wenn man ein Profile mit nur einem Mikro erstellen möchte?

Alles in allem ein sehr guter, informativer und unabhängiger Bericht!!

So und jetzt hätte ich gerne gerne das VOX Profilesmilies/smiley.gif)
Juli 03, 2012

Karlis said:

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Der erste objektive und nuetzliche Test, den ich bislang hierzu gefunden habe! Vielen Dank dafuer! Schade, dass die Profiles nicht zur verfuegung gestellt wurden - besonders die VOX sounds waren phenomenal, auch seitens des Kemper.
Juni 27, 2012

Klaus said:

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Der Test ist sehr aufschlussreich. Auch sind die Bedingungen und Bewertungen sehr fair vorgenommen worden. Die Soundunterschiede sind zwar deutlich zu hören, ich könnte mir aber vorstellen, dass man dem Original noch näher kommen würde, wenn man ein wenig am Kemper tweakt. Für mich ist es aber gar nicht entscheidend ob das Ergebnis 100% identisch ist. Mir reicht, wenn es einfach nur gut und nach dem entsprechendem Amp klingt. Und das tut es. Danke für den aufwendigen Test.
Juni 21, 2012

Moritz vd Forst said:

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Peter, vielen Dank für dieses Statement. Besonders wichtig für mich ist die Auskunft über die Latenz. Denn die meisten Emulatoren sind genau aus dem Grunde für mich 'unspielbar'. Lediglich der Avid Eleven Rack ist diesbezüglichst akzeptabel, aber der arbeitet auch mit 384 Khz interner Abtastrate, was die Latenz verkürzt. Nun bin ich froh, nicht wieder geneigt zu sein in den nächsten Emulator zu investieren, der meine Amps dann doch nicht ersetzten kann.
Juni 19, 2012

J.Waters said:

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Ist ja auch etwas viel verlangt, von einem Menschen, der Hunderttausende von Euros ausgibt, um DEN Ton aufzunehmen, zu erwarten, dass er zugeben kann, dass ein Massenprodukt, das Kreti und Pleti ab Stange kaufen kann, gleich gut (und besser!) klingt als seine "million dollar babies"... smilies/wink.gif
Juni 19, 2012

Hagü Schmitz said:

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Peter ist z.Zt. sehr beschäftigt, daher werde ich selbst vorab einige Fragen beantworten. Wir werden aber alle Kommentare an Peter weiterleiten.

@ nenad
den AXE-FX haben wir noch nicht getestet

@ f
"dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die files gleichzeitig aufgenommen worden wären... durch einen analogen splitter "
Das wollten wir definitiv nicht, da der Splitter direkt hinter der Gitarre den Original-Sound zu sehr verändern würde.
Dazu kommt ja, dass sowohl Kemper als auch Original-Amp auf die Spielweise des Gitarristen reagiert, d.h. man bekäme ein neues Problem: Welchen Verstärker soll man beim Einspielen denn hören? Welcher Verstärker bekommt das Signal einfach parallel "durchgereicht" ohne dass man ihn beim Einspielen hört?

"doch eins bleibt offen: hast du deine sounds zur verfügung gestellt oder nicht?"
Peter hat seine Profile nicht zur Verfügung gestellt.

Hagü Schmitz, Chefredakteur Xound
Juni 19, 2012

Nenad said:

0
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Hallo Peter,

vielen dank fuer Deine hilfreiche Rezension. Ich suche schon seit langem fuer mein kleines Homerecording-Studio das geeignete Teil. Im Moment benutze ich den Roland VG-99. Ist zwar nicht der heilige Grahl aber fuer meine Beduerfnisse reicht es eigentlich, zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass man hinterher noch ordentlich "feinschleifen" kann. Trotzdem haette ich gerne ein Geraet das mich beim spielen im Studio richtig inspiriert, so wie ein richtiger Roehrenamp eben. Habe gehoert, dass das mit dem Axe-FX der Fall sein soll. Daher meine Frage: Welches Geraet findest Du besser: Kemper oder AXE-FX?

Gruss,
Nenad
Juni 19, 2012

f said:

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danke! endlich mal ein test, der objektiv an den kemper amp geht und nicht nur gleichgepolt wohlwollend dem marketing zuspielt.
schön ist es doch dabei zu sehen, dass der kpa auch hier gute noten einpielt und ist damit meiner meinung nach eine viel bessere werbung... eben eine authentische, die durch sauber aufgenommene vergleich-soundfiles belegt wird.

dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die files gleichzeitig aufgenommen worden wären... durch einen analogen splitter zwischen gitarre und amps o.ä. realisiert. wie du auch schreibst: der mensch spielt niemals zwei mal gleich und befindet sich in einer direkten interaktion zwischen gespielten und gehörtem/gefühltem... daher wird der vergleich zwischen den files schwer, denn beim real-amp wirst du anders gespielt haben als beim kpa. dennoch veranschaulichen sie, was du wahrnimmst.

vielen dank also für deine mühe und diesen schönen test. doch eins bleibt offen: hast du deine sounds zur verfügung gestellt oder nicht? smilies/wink.gif
Juni 19, 2012

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