Sennheiser Ursprung des Klangs: All That Jazz

Marcel_BabazadehIm Mittelpunkt der letzten Station der von Sennheiser, Neumann und Lawo/Innovason ins Leben gerufenen Seminar-Roadshow »Ursprung des Klangs« stand die menschliche Stimme. Dazu wurde im Jazz-Institut in Berlin (JIB) Halt gemacht.  Das Seminar wurde durch eine Stimmungsbildungsstunde eröffnet, das einen Einblick in die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst gewährte.

 

 

Geleitet wurde diese Stunde von der ausgebildeten Opernsängerin Eleanor Forbes, die im JIB als Gastprofessorin für Stimmbildung und Lehrpraxis tätig ist und mit konstruktiv-kritischer Hand aufstrebende Gesangstalente fordert und fördert. Die Seminarteilnehmer durften Frederike Merz und Marcus Gartschock bei ihren emotionalen und ausdrucksstarken Interpretationsübungen lauschen. Laut Eleanor Forbes muss die Stimme bei ausgebildeten Sängern dem Ausdruckswunsch gehorchen. Die Stimmbildnerin weiß aus langjähriger Praxiserfahrung, wie man falsche Muster aufbricht. Bei Marcus Gartschock arbeitete sie zunächst an deiner Körperhaltung, bevor er überhaupt singen durfte.

Über legato und staccato gesungene Tonleitern führt der Weg von Luft über die Lunge, den Kehlkopf, den Mundraum über die Lippen. Mehr als 60 Muskeln müssen für die menschliche Tonerzeugung permanent trainiert werden. Anders als bei einem Instrument hängt das Klangresultat von der individuellen Tagesverfassung ab.

Im Anschluss hielt Marcel Babazadeh einen Vortrag rund um die menschliche Stimme, der sowohl Stimmlagen von Bass bis Sopran als auch unterschiedliche Chortypen behandelte. En détail analysierte er die bereits von Eleanor Forbes thematisierte Klangentstehung. Gleich einem Fingerabdruck tragen laut Babazadeh physische Eigenheiten wie der der Luftsäule zur Verfügung stehenden Resonanzraum wesentlich zum individuellen Stimmklang bei. Selbst bei schlechten Telefonübertragungen sind solch spezifische Charakteristika erkennbar. Diesen Ansatz nahm Martin Liermann, Productmanager bei Sennheiser Vertrieb und Service auf und vermittelte Wissen über die Mikrofonierung von Stimmen, wobei er die Vorteile von Groß- und Kleinmembrankapseln wie auch von aktuell beliebten Lavaliermikrofonen erörterte.

Kompakte Miniaturlösungen wie etwa das Sennheiser MKE 1 können sich so gut wie unsichtbar anbringen lassen. Auch das digitale Neumann Großmembranmodell TLM 103 D mit AES 42 Standard, das mit der transformatorlosen Schaltungstechnik des Berliner Traditionshauses versehen ist, bietet hevorragende Ergebnisse mit einem unvergleichlich geringen Eigengeräuschpegel und höchster Aussteuerbarkeit. In Verbindung mit einer Vielzahl an Fernsteuerungsoptionen eröffnet die universell einsetzbare Nierencharakteristik viele Anwendungsmöglichkeiten und garantiert im Live-Umfeld eine maximale Rückkopplungsfestigkeit.

Der freischaffend als Schauspieler, Sänger, Pianist, Komponist und Sprecher tätige Christian Steyer demonstrierte am Nachmittag seine sonore Stimme im Zusammenspiel mit dem hervorragend ausgestatteten und akustisch vollkommen überzeugenden Georg-Neumann-Saal des Jazz-Institutes. In seinem philosophisch geprägten Vortrag ging es unter anderem darum, dass Gesangsperformances manchmal einfach nicht rüberkommen und erklärte anhand zahlreicher Beispiele die Möglichkeiten unterschiedlicher Betonungen. »Ich mache die Musik, und die Musik macht mich«, lautete eine seiner Thesen.

Danach vermittelte der Diplom-Tonmeister Carsten Kümmel, der unter anderem für seine Tätigkeit für Robin Gibb und Peter Herbolzheimer bekannt ist, Einblicke in seine Arbeit bei Großevents. Dazu gehören zum Beispiel das von Dieter Falk und Michael Kunze verfasste Pop-Oratorium »Die 10 Gebote«, bei dem 3.000 Chorsänger involviert sind. Daraufhin erzeugte er verschiedene Klangillusionen, die in kleinen Schritten erklärt wurden. Als großes Finale demonstrierten die auszubildenden Jazz-Sänger eindrucksvoll die Facetten und Ausdrucksstärke ihrer Stimmen.

Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG. kommentierte: »Ein wirklich beeindruckender Tag, der die aufgrund der vorangegangenen Urpsrung des Klangs-Stationen bereits hochgesteckten Erwartungen mehr als erfüllen konnte!«
Man darf gespannt sein, wie und wo an den Erfolg der Seminar-Roadshow angeknüpft werden wird.

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