PrismSound Orpheus

PAH02821Konzept

Beim PrismSound Orpheus handelt es sich um ein 19“/1HE Firewire Multichannel Audio-Interface, welches gleichermaßen für Windows- und Mac-Plattform entwickelt wurde.
Orpheus bietet acht analoge Ein- und Ausgänge, die softwarseitig zwischen 4dBu oder –10dBV umgeschaltet werden können. Damit lässt sich Orpheus optimal an die Studio-Umgebung anpassen. Vier Eingangskanäle sind mit Mikrofon-Vorverstärken, zwei davon zusätzlich mit Instrumenten-Eingängen (6,3 mm Klinkenbuchsen, asymmetrisch auf der Frontplatte) ausgerüstet. Zum Anschluss von Magnetplattenspielern können die Kanäle 1 und 2 auch mit einem einschaltbaren RIAA-Entzerrer betrieben werden. Dazu kommt eine integrierte MDI-Schnittstelle zum direkten Anschluss von Synthesizern, MIDI-Controllern usw. Damit verfolgt PrismSound mit Orpheus konsequent das Konzept vom „Studio in the Box“ in Verbindung mit entsprechenden DAW-Softwares. Dieses Konzept weicht somit vom reinen High-End Studio-Wandlerkonzept ab und geht eher in die Richtung der typischen, meist preiswerteren Audio-Interfaces – nur eben auf höherem Niveau.

Orpheus unterstützt Samplerates bis zu 192 kHz und wandelt mit einer Bittiefe von bis zu 24 dB. Neben den analogen bietet Orpheus auch digitale Ein- und Ausgänge, optisch sowie koaxial. Während das koaxiale Signal zwischen S/PDIF und AES 3 umgeschaltet werden kann, hat man bei den optischen I/Os die Wahl zwischen 8 Kanälen ADAT mit 44.1 bzw. 48 kHz oder 4 Kanälen S/MUX mit höheren Samplerates (88.2 oder 96 kHz).
Um das Zusammenspiel mit S/PDIF-Formaten möglichst flexibel zu gestalten, kann sowohl eingangs- wie ausgangsseitig ein Samplerate-Konverter aktiviert werden. So können in eine Session mit hohen Samplerates auch ohne Probleme niedrigere Formate eingebunden werden. 
Orpheus bietet kaum Bedienelemente, fast alle Funktionen werden beim PrismSound Interface über die Orpheus-Software gesteuert.
Individuell für jeden analogen Eingangskanal lässt sich softwareseitig eine sogenannte „Overkiller“-Funktion aktivieren. Dabei handelt es sich um einen Limiter, der Transienten und schnelle Peaks nahezu unhörbar abfängt und somit eine höhere Aussteuerung der Eingänge ermöglicht.
Um Trittschallgeräusche zu unterdrücken, kann ebenso für jeden der ersten 4 Eingänge ein 80 Hz Hochpass vorgeschaltet werden. Als weiteres interessantes Feature bietet die Orpheus-Software die Möglichkeit, die ersten Kanäle 1-4 durch eine MS-Matrix zu schicken.  
Um das Interface optimal in die digitale Studio-Umgebung integrieren zu können, besteht beim Orpheus die Möglichkeit zur Synchronisierung via Wordclock, ADAT oder S/PDIF.


Anschlüsse

Neben Netzanschluss, zwei FireWire 400 Ports und MIDI–Buchsen (In/Out) beherbergt die Orpheus-Rückseite auch den größten Teil der Audio-Anschlüsse.
Für die o.g. Digital-I/Os finden wir hier zwei Cinch-Buchsen sowie die optischen Schnittstellen.
Zur Synchronisation via Wordclock verfügt Orpheus über zwei BNC-Buchsen (In und Out), wobei das System sogar die 256-fache Clock (auch Superclock genannt) akzeptiert.
Die vier ersten Eingänge des Orpheus sind als symmetrische XLR/Klinken-Kombibuchsen ausgelegt. Hier lassen sich Mikro- wie auch Line-Signale anschließen. Steckt man dabei ein Klinkenkabel ein, so wird der XLR-Eingang automatisch stumm geschaltet. Die anderen vier analogen Audio-Eingänge (5-8) sind als symmetrische Klinkenbuchsen konzipiert. Ausgangsseitig finden wir insgesamt 8 symmetrische Klinkenbuchsen.
Sämtliche analogen Ein- und Ausgänge sind zwischen 4dBu oder –10dBV umschaltbar.
Die Instrumenten- sowie Kopfhörer-Buchsen hat man sinnvollerweise auf der Frontplatte platziert.

PAH02826Bedienung

Das Monitoring wie auch die Einstellung der System-Settings und Interface-Parameter werden beim Orpheus über die mitgelieferte Software kontrolliert. Daher kommt das Interface mit den wenigen „echten“ Bedienelementen aus.
Zum direkten Abhören von Stereo-Signalen verfügt Orpheus über die Funktionalität eines einfachen Monitor-Controllers. Dazu befindet sich auf der Frontplatte ein großer Volume-Knopf, der sowohl den analogen wie auch digitalen Summen-Ausgängen (Stereo wie Surround) zugeordnet werden kann. Der Volume-Knopf, eine Art digitaler Endlos-Drehregler, ist am äußeren Rand mit jeder Menge LEDs „gespickt“, die die aktuell eingestellte Lautstärke anzeigen. Dies sieht nicht nur cool aus, sondern macht auch durchaus Sinn, da die Volume-Funktion auch via Orpheus-Software gesteuert werden kann. Ansonsten wären noch die beiden frontseitigen Kopfhörer-Buchsen (6,3 mm Stereo-Klinke) mit jeweils individuellen Lautstärkereglern zu nennen. Zur Kontrolle der via Software eingestellten wichtigsten Parameter verfügt Orpheus über ein kleines Display. Angezeigt wird hier z.B. die gewählte Art des Eingangs für die ersten 4 Kanäle (Mikro, Line oder Instrument) und der Sync-Status des Interfaces (Master oder Slave). Dazu liefert das Display des Orpheus acht zwischen Input und Output umschaltbare Aussteuerungsanzeigen für die analoge Ebene sowie zwei Aussteuerungsanzeigen für den S/PDIF I/O. Für jeden Eingangskanal wird dazu angezeigt, ob die o.g „Overkiller“-Funktion aktiviert ist.


Orpheus Control Panel Software

In Verbindung mit einer DAW werden die meisten Recording-Parameter gleich über die DAW-Software eingestellt. Die spezifischen „Hardware“-Settings des Interfaces werden jedoch über das „Orpheus Control Panel“ der mitgelieferten Software programmiert. Diese Einstellungen merkt sich Orpheus auch, wenn das Gerät in den Standby-Modus versetzt wird.  Die ist vor allem ganz praktisch, wenn Orpheus z.B. als Standalone-ADAT-Wandler ohne FireWire-Verbindung eingesetzt wird. Die Orpheus-Software bietet die Möglichkeit, globale Parameter-Settings wie Samplerate, Meter-Anzeige, Puffergröße und Latenz vorzugeben. Ebenso finden wir sogenannte Unit-Settings für: Sync-Quelle, Clock-Output und Meter-Einstellungen. Diese Unit-Settings können bei der Verwendung mehrerer Orpheus-Geräte auch für jedes Interface unterschiedlich eingestellt werden.
Zur Verwaltung der einzelnen Kanäle liefert die Orpheus-Software verschiedene Tabs. Der Input-Tab erinnert an die Eingangs-Kanäle eines Mischpultes und erlaubt für die Kanäle 1-4 die Wahl der Eingangsquelle (Line, Instrument oder Mikro inkl. zuschaltbarer Phantompower), das Aktivieren von Overkiller-Funktion und Phasenumkehr, die Wahl der Eingangsempfindlichkeit sowie das Einpegeln in 1 dB-Schritten. Ebenso kann hier das Format des digitalen Eingangs gewählt werden.
Für die analogen und digitalen Ausgänge ist der Output-Tab zuständig. Neben Monitor- und Kopfhörer-Zuordnung sowie individuellen Ausgangspegeln kann hier die Einstellung des digitalen Ausgangsformat (Bitrate, Format, Samplerate usw.) unabhängig von den globalen Session-Einstellungen vorgenommen werden. Hier findet man auch die Funktionen zur Zuordnung des Volume-Knopfes wie oben beschrieben.
Für jedes Stereo-Ausgangspaar kann schließlich ein spezieller Latenz-armer Mix über die individuellen Mixer-Tabs erstellt werden. Dabei lassen sich die Eingangs-Kanäle auch beliebig mit den DAW-Feeds mischen.

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Anwendung

Orpheus kann sowohl in Verbindung mit einer DAW betrieben werden wie auch als Standalone-Wandler für die Kombination mit ADAT-kompatiblen Geräten. Da die meisten Funktionen via Orpheus-Software gesteuert werden, muss das Interface zumindest für die Konfiguration des Setups über FireWire mit einem Computer verbunden sein.
Bei unserm Test wurde Orpheus sowohl mit Pro Tools als auch mit Logic Pro im MacBook Pro eingesetzt. Die Installation ging leicht von der Hand, und das System war bereits nach wenigen Minuten einsatzbereit. Zunächst war das Handling ein wenig ungewohnt, da Orpheus eigentlich nur über drei Regler (1x Monitor- und 2x Kopfhörer-Lautstärke) verfügt, doch hat man sich einmal an die Orpheus-Software gewöhnt, vermisst man keinerlei Funktionalität - das Duo Orpheus-Software & -Hardware spielt perfekt zusammen.


Fazit

Beim PrismSound Orpheus handelt es sich um mehr als nur ein Audio-Interface.
Durch das integrierte MIDI-Interface wird Orpheus zur praktischen Ergänzung für alle DAW-Softwares. Die Kombination aus Audio- und MIDI-Interface ist sicherlich keine generelle Innovation, viele preiswerte Interfaces liefern ebenfalls ähnliche Funktionalität, allerdings nicht auf dem Niveau unserer getesteten High-End Interfaces. 
Interessant sind auch die integrierten Instrumenten- und Mikro-Preamps. Schade ist jedoch, dass man hier keinerlei direkte Einschleifmöglichkeiten zur Verfügung hat.


Facts:
·    Firewire Audio Interface für Mac- und Windows-Computer
·    acht analoge Eingänge (1-4 Mic/Line umschaltbar, 1 und 2 mit Instrumenteneingang)
·    Stand-Alone und DAW- Funktionalität
·    vier digital gesteuerte Mikrofonvorverstärker
·    S/PDIF und ADAT I/O (koaxial und optisch)
·    Orpheus-Software zur Steuerung aller Parameter und zum Erstellen latenzarmer Monitor-Mixe
·    integrierter Samplerate-Konverter für S/PDIF I/O
·    Overkiller Limiter (Kanal 1-8)
·    RIAA Phono-Entzerrer (Kanal 1/2)
·    MS-Matrix (Kanal 1/2 und 3/4)
·    10-kanalige Aussteuerungsanzeige
·    großer Volume-Regler
·    MIDI


Anschlüsse:
·    2 unabhängige Kopfhörer-Ausgänge
·    4 XLR/Klinke-Kombibuchsen als Eingänge1-4 (symm.)
·    4 x Klinke 6,3 mm als Line-Eingänge (symm.)
·    zwei hochohmige Instrumenteneingänge (Klinke) für Kanal 1 und 2
·    8 x Klinke 6,3 mm als Line-Ausgänge (symm.)
·    Wordclock I/O
·    MIDI I/O
·    zwei Firewire 400 Anschlüsse


Abmessungen: 19", 2HE (Rackwinkel abnehmbar)

UVP*: 4283 EUR

www.prismsound.com

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