Raumtuning

RoomIMG_1497Nachdem wir uns nun mit den wichtigsten Raumakustik-Phänomenen beschäftigt haben, stellt sich die nun Frage, mit welchen Maßnahmen man den Problemen begegnen kann.
Einige grundsätzliche Empfehlungen, wie Veränderung der Lautsprecher- und der Abhörposition am Regieplatz wurden ja schon angesprochen. Doch damit lassen sich lediglich bessere Voraussetzungen für die weiteren Schritte schaffen.
Beim Trimmen des Raums unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Maßnahmen, die sich auf die mittleren bis hohen Frequenzen beziehen, und den Lösungen, mit denen man die stehenden Wellen bei den tiefen Frequenzen und damit z.B. auch das Dröhnen der Bässe im Raum unter Kontrolle bekommt.
Möchte man den Raum im oberen Frequenzbereich optimieren, so gilt es, die Reflexionen durch Wände, Fenster oder Möbel in diesem Frequenzspektrum kontrolliert einzudämmen. Dies kann, je nach gewünschtem Frequenzbereich, recht einfach sein. Oft reichen hier schon ein paar Akustikschaumstoff-Panels, Teppiche oder Vorhänge. Bühnenmolton ist recht preiswert und leistet gute Dienste. Man sollte dabei allerdings bedenken, dass man, je nach Stärke und Wandabstand, allerdings nur die Höhen und Mitten bedämpft, d.h. der Raum klingt zwar trockener aber gleichzeitig auch dumpfer, was den Nebeneffekt hat, dass die Bässe nun in Relation zum gesamten Klangbild noch dominanter werden. Dazu kommt, dass man sich in solchen „toten“ Räumen auf Dauer recht unwohl fühlt. Dieser Fehler wird jedoch leider sehr häufig gemacht.
Bevor man den Raum völlig tot klingend macht, sollte man lieber versuchen, die Reflexionen diffuser zu machen anstatt komplett zu eliminieren. Dies lässt sich mit unregelmäßigen Oberflächen realisieren. Ein offenes Bücherregal, mit verschiedenen Büchern oder sonstigen Objekten gefüllt, kann hier z.B. sehr effektiv wirken. 
Möchte man das Dröhnen im Raum aufgrund der oben beschriebenen Raum-Resonanzen bändigen, werden die zu treffenden Maßnahmen schon wesentlich komplexer. In den Tonstudios kommen dabei die unterschiedlichsten Absorber, teilweise auch als „Bassfallen“ bezeichnet, zum Einsatz. Diese sind aber meist so groß, dass sie nicht für den Einsatz im Homestudio in Betracht gezogen werden können. Die o.g. Materialien wie Vorhänge oder flache Schaumstoff-Panels sind bei der Bekämpfung von dröhnenden Bässen nahezu wirkungslos.
Als Bassfallen im „Heimbereich“ funktionieren jedoch manchmal voll gepackte, tiefe Kleiderschränke (am Besten Wandschränke) oder z.B. voluminöse Sofas verblüffend gut.

Absorber-Prinzip