Early Reflections

Die ersten oder frühen Reflexionen im Raum, auch „Early Reflections“ genannt, prägen den Eindruck von der Raumgröße. Reflexionen, die das Ohr innerhalb von ca. 70 bis 80 Millisekunden erreichen, lassen sich um Gehirn nicht mehr vom Direktsignal unterscheiden, d.h. unser Gehirn mischt diese Informationen, so dass die Reflexion nicht als separate Schallquelle erkannt werden.
Man kann dieses Phänomen recht gut beobachten, wenn man z.B. in einem sehr kleinen Aufnahmeraum neben dem Original-Signal ungewollt viel Raum-Anteil einfängt.
Der kleine Aufnahmeraum bringt gleich zwei Probleme mit sich. Zum einen treffen die Reflexionen aufgrund der geringen Abstände zwischen Mikro/Schallquelle und den Wänden sehr schnell am Mikrofon ein (34 cm entsprechen ca. 1 Millisekunde), zum anderen ist die Energie, d.h. der Pegel der Reflexion, durch die geringe Distanz zur Wand recht laut in Relation zum Direktsignal.
Hat man auf diese Weise einmal die Information „kleiner Raum“ aufgenommen, so bekommt man diesen Eindruck nie wieder weg, selbst wenn man versucht, die Aufnahme mit einem langen Hall „größer“ wirken zu lassen.
Dieses Phänomen stört nicht nur bei der Aufnahme, sondern auch beim Mix-Prozess, da die Reflexionen am Regieplatz den räumlichen Eindruck der Mischung verfälschen. Das bedeutet, dass der fertige Mix u.U. auf anderen Anlagen und in anderen Räumen völlig anders wirkt, als ursprünglich gedacht.

Stehende Wellen und Raummoden