Praxis

Wie bei den anderen AVB-Geräten, so ist auch beim UltraLite AVB die Erstinstallation sehr einfach. Nachdem man die AVB-Treiber Software von der MOTU-Webseite heruntergeladen hat, braucht man lediglich die Software zu installieren, einmal den Rechner neu zu starten und das war‘s auch schon. Die gesamte Installation dauert nur wenige Minuten. Die AVB Discovery-Software, wie auch die kostenlose MOTU-AVB APP fürs iPad, erkennt sofort alle Interfaces, ohne erst irgendwelche Netzwerk-Parameter einstellen zu müssen – nahezu echtes Plug & Play.
Beim ersten Starten der  AVB Discovery-Software zeigte das System an, dass eine neue Firmware verfügbar ist. Die aktuelle Firmware 1.2 ermöglicht Unterstützung von bis zu 64 Eingangs-Kanälen und 64 Ausgangs-Kanälen über USB, wie oben beschriebenen. Dazu liefert die Firmware 1.2 eine höhere Verstärkung bei den Mikrofon-Eingängen (jetzt 60 dB anstatt bisher 54 dB).
Bei der  Fernbedienung des Interfaces via Software bemerkt man jede Veränderung auch an den Hardware-Bedienelementen des Interfaces und umgekehrt – ohne bemerkbare Verzögerung. Dies macht das Handling sehr angenehm.  Selbst grössere AVB-Systeme mit vielen einzelnen Interfaces wirken wie eine komplexe Einheit. Das geniale Bedien-Konzept weiss jeder Profi spätestens nach der ersten Recordingsession zu schätzen.  
Wie bereits eingangs erwähnt, stellt das UltraLite AVB gegenüber seinem Vorgängermodell - ohne AVB – eine neue Interface-Generation dar. Mit neuen Preamps und neuen Wandlern ausgestattet, wurde die Klangperformance des Vorgängermodels verbessert. Dies hört man wirklich deutlich. Das UltraLite AVB klingt wesentlich klarer und offener und wirkt insgesamt sehr ausgewogen. Das  kleine MOTU liefert ein sehr authentisches Dynamikverhalten und tendiert nun eher in die Richtung der teureren AVB-Geschwister. Das bedeutet, dass das kleine MOTU-Interface durchaus im professionellen Verbund mit den „grossen“ AVB-Geräten mithalten kann, ganz gleich, ob man das UltraLite AVB nun als spezielles Interface in der Gesangskabine oder am Keyboard-Platz einsetzt, welches mit dem restlichen Studio vernetzt ist. Auch die Unterstützung von Samplerates bis 192 kHz hilft dem kleinen MOTU an der Seite der „grossen“ AVB-Geschwister.
Durch die AVB-Netzwerkanbindung sind der Phantasie bei der Konfiguration des Studio-Setups kaum Grenzen gesetzt.
Gerade für Keyboarder dürfte interessant sein, dass das kleine MOTU mit MIDI-In und -Out ausgestattet ist.
Man sollte niemals aus den Augen verlieren, dass die Kommunikation zwischen den AVB-Interfaces mit nur jeweils einem Netzwerkkabel funktioniert. Das umständliche Verlegen von dicken Multicore-Leitungen gehört somit der Vergangenheit an.    
Neben dem eigentlichen Klang, ist auch die Latenz des gesamten Studiosystems von großer Bedeutung, vor allem wenn man das System auch fürs Monitoring der Musiker beim Einspielen von Tracks verwendet.  Die, bei unserem ersten AVB-Test ermittelte, extrem niedrige Latenz konnte auch beim kleinen MOTU bestätigt werden. Vom Eingang des UltraLite AVB zum Kopfhörer-Ausgang benötigt das Interface lediglich ca. 0,6 ms. Über das AVB-Netzwerk geroutet benötigt ein Signal maximal ca. 2 ms. Dies sollte selbst dem hohen Anspruch der Profis mehr als gerecht werden.