Konzept des neuen MOTU UltraLite AVB

Auch wenn das MOTU UltraLite AVB, abgesehen von der zusätzlichen Netzwerkbuchse, auf den ersten Blick wie das herkömmliche MOTU UltraLite aussieht, handelt es sich beim neuen, AVB-fähigen UltraLite definitiv um eine neue Interface-Generation. Mit neuen Preamps und neuen Wandlern ausgestattet, wird die Klangperformance des Vorgängermodels (ohne AVB) nochmal deutlich getoppt.
Das UltraLite AVB ist ein 18 x 18 Audiointerface im halben 19“-Rackgehäuse (1HE), welches über USB 2.0 (die Schnittstelle ist auch zu USB 3.0 kompatibel) direkt mit dem PC oder Mac verbunden werden kann. Im Gegensatz zu den grösseren Geschwistern der MOTU-AVB-Familie verfügt das UltraLite AVB nicht über die schnelle Thunderbolt-Schnittstelle.
Via USB erreicht man natürlich nicht die Performance, wie bei Verwendung der Thunderbolt-Schnittstelle, doch generell hängt die Gesamtperformance natürlich auch von der Leistungsfähigkeit des angeschlossenen Rechners ab. In Kombination mit meinem MacBook Pro konnte ich in Logic Pro sogar 64 Kanäle gleichzeitig via USB bei 44.1 kHz aufnehmen. Aufgrund seiner Konfiguration bietet das UltraLite AVB  24 Eingangs-Kanäle zum Computer hin plus 24 Ausgangs-Kanäle vom Computer zum Interface.    
Die Kanäle können sowohl mit den analogen sowie den digitalen Ein- und Ausgängen belegt werden. Dazu lassen sich noch AVB-Streams als Eingangs-Quellen und Ausgangs-Pfade anwählen.  
Bei unserem Test-Setup mit dem MacBook Pro waren das bis zu 24 weitere Kanäle - 16 Out- plus 8 In-Streams.
Eine, in der „AVB Discovery“-Steuersoftware integrierte Routing-Matrix, erlaubt das Routing jedes einzelnen analogen oder digitalen Eingangs, Computerkanals und Netzwerkstreams zu jedem Ausgang eines Computers und Netzwerkgeräts. Jedes Signal kann auf mehrere Audioausgänge gleichzeitig gesplittet werden.
So kann das Gerät entweder als Standalone-Audio-Interface, Netzwerk-Interface, als Standalone-Mixer, Netzwerk-Stagebox oder als flexibles Monitor-System konfiguriert werden. Laut MOTUs „Mastermind“ Jim Cooper wird in Kürze auch die Steuerung der Interface-internen Mixer durch Hardware-Controller über das AVB-Protocoll möglich sein.

Die Einstellung der Interface-Parameter kann direkt am Gerät oder, wesentlich komfortabler, über die bereits genannte  kostenlose Control-App „AVB Discovery“ erfolgen.
Es sei erwähnt, dass sich die eigentliche Steuersoftware an Bord jedes MOTU-AVB Interfaces befindet. Die Kommunikation zwischen der Steuersoftware und dem Rechner erfolgt entweder über das Netzwerk oder über die USB-Schnittstelle (bzw. bei den anderen AVB-Interfaces via Thunderbolt), wobei jeder zeitgemäße  Browser verwendet werden kann.
Ganz praktisch: die Steuerung der Interfaces kann sogar via WLAN über Laptops, iPhones oder iPads erfolgen.
Ab dem Mac OS X System 10.10. (Yosemite) lassen sich die AVB-Interfaces auch nur über den Etherport mit dem Apple-Rechner verbinden. Im Audio MIDI- Setup lässt sich das Interface direkt anwählen.  
Im Augenblick müssen sich PC-User bei der Verwendung der MOTU-AVB-Technologie noch mit der USB 2.0 Schnittstelle zufrieden geben. Wie mir Jim Cooper auf der Musikmesse versicherte, wird MOTU bald auch die Thunderbolt-Anbindung für PC´s gewährleisten können. Diverse Thunderbolt-fähige PC-Motherboards und Thunderbolt-PCI-Karten wurden bereits von PC-Herstellern vorgestellt.
Das neue MOTU UltraLite AVB-Interface unterstützt Samplerates bis zu 192 kHz und kann somit perfekt in ein professionelles Recording-Umfeld integriert werden. Auch wenn das Processing der internen Effektsektion des UltraLite AVB mit 32-Bit-Auflösung (Fließkomma) erfolgt, liefert das Interface bei der A/D- und der D/A-Wandlung eine Auflösung von 24-Bit.
Insgesamt verfügt das UltraLite AVB über zwei Mikrofon-, zwei Hi-Z-Instrumenten- und sechs analoge Line-Eingänge. Dazu kommen noch acht digitale Eingänge im ADAT- bzw. TOSLink-Format mit Samplerates von 44.1 oder 48 kHz.
Ausgangsseitig finden wir acht analoge Outputs plus einen Kopfhörer-Ausgang sowie weitere acht ADAT-Digital-Ausgänge.
Zusätzliche Kanäle lassen sich einfach aus dem AVB-Netzwerk „fischen“, dazu aber später mehr.