Anwendung und Praxis

Die Erstinstallation des MOTU STAGE-B16 ist, wie auch von den anderen AVB gewohnt, sehr einfach und dauert nur wenige Minuten. Nach dem Download der kostenlosen AVB-Treiber Software von der MOTU-Webseite erfolgt die Softwareinstallation. Nach einem neuen Systemstart ist das gesamte System einsatzbereit.
Die AVB Discovery-Software, bzw. die kostenlose MOTU-AVB APP fürs iPad, erkennt sofort alle Interfaces, ohne dass eine mühsame Konfiguration von Netzwerk-Parametern notwendig ist.
Beim ersten Starten der AVB Discovery-Software zeigte das System an, falls eine neue Firmware verfügbar ist. Ggf. muss man hier ein Update machen, doch auch das geht einfach und schnell.
Mit der aktuellen Software unterstützt das System bis zu 64 Eingangs-Kanäle und 64 Ausgangs-Kanäle – und dass über USB! Ab der Firmware 1.2 bieten die Interfaces eine höhere Verstärkung bei den Mikrofon-Eingängen (60 dB anstatt früher 54 dB).
Die Bedienung des Interfaces sowie der Netzwerkfunktionen ist via AVB-Discovery-Software, trotz der komplexen Möglichkeiten, sehr komfortabel und dazu kinderleicht. Die Steuerung wirkt sehr direkt, beim Fernsteuern des Interfaces via Software bemerkt man sofort jede Veränderung, ohne nennenswerte Verzögerung. Dies macht den Parameterzugriff sehr direkt – selbst bei größere AVB-Setups mit vielen einzelnen Interfaces.
Schon alleine die Tatsache, dass man alle Audioverbindungen zwischen den AVB-Interfaces mit nur jeweils einem Netzwerkkabel realisiert – keine teuren und umständlich zu verlegenden Multicore-Leitungen mehr - ist beeindruckend.
Durch die AVB-Netzwerkanbindung sind der Phantasie bei der Konfiguration des Studio-Setups kaum Grenzen gesetzt, sei es durch die AVB-Streams oder die Routing- und Mixer-Funktionen.
Mit seiner 48 Kanal Mixer-Funktion eignet sich das AVB-System auch ideal, um beim Live-Einsatz unterschiedliche Monitor-Mixe anzulegen. Den Mixer als FOH-Mixer einzusetzen macht höchstens bei kleinen Anwendungen Sinn. Da es z.Zt. keine Hardware-Controller für die Mixeroberfläche gibt, wäre man beim Mixen von größeren Events mit dem Rechner oder dem iPad zu langsam.B16 anwendung

Mit seiner großen Bandbreite an verschiedenen Samplerates (von 44.1 bis 192 kHz) lässt sich das AVB-System stets an die gewünschten Audio-Anforderungen anpassen.
Wie das kleine MOTU Ultralite AVB verfügt auch das STAGE-B16 MIDI-In und -Out, was gerade für Keyboarder oder zur Effektumschaltung interessant sein dürfte.
In Bezug auf die Sound-Qualität überzeugt das STAGE-B16 mit einem ausgewogenen, sehr sauberen, klaren und offenen Charakter der die Dynamik der Instrumente oder Stimmen authentisch abbildet – diesen Eindruck haben uns bereits die größeren MOTU-AVB-Geschwistern vermittelt.
Neben dem Klang ist auch die Latenz des gesamten Studiosystems ein wichtiges K.O.-Kriterium, vor allem wenn man das System auch fürs Monitoring der Musiker auf der Bühne oder im Studio beim Einspielen von Tracks verwendet.
Die, bei unserem ersten AVB-Test ermittelte, extrem niedrige Latenz konnte auch beim MOTU STAGE-B16 bestätigt werden. Vom Eingang bis zum Kopfhörer-Ausgang benötigt das STAGE-B16 lediglich ca. 0,6 ms. Über das AVB-Netzwerk geroutet, benötigt ein Signal maximal ca. 2 ms. Damit wird sich auch jeder Profi überzeugen lassen.