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MOTU STAGE-B16

Netzwerkfähige Stagebox und mehr 

(Artikel v. 12/15)

Mit dem neuen AVB-Interface STAGE-B16 landet MOTU wieder eine Punktlandung. Warum erfahrt ihr im folgenden Praxistest.

Die AVB-Technologie (audio video bridging) basiert auf einem offenen Netzwerk-Protokoll zur Echtzeitübertragung von Audio- und Videodaten, an dem viele Firmen, u.a. auch Cisco und Apple, mit entwickeln.

Das Besondere an MOTUs AVB-Geräten ist die Netzwerkfähigkeit der Interfaces. Zwei Geräte lassen sich mit einem einfachen CAT 5e oder CAT 6 Netzwerk-Kabel (bis zu 1 Gigabit-Netzwerk Performance) verbinden. Verwendet man einen sogenannten AVB Switch, so lassen sich hier bis zu fünf Interfaces anschließen. Bis zu sieben solcher AVB-Switches können wiederum miteinander verbunden werden.
Die Kabelwege des AVB-Netzwerkes dürfen bis zu 100 Meter lang sein. Wenn man einen oder mehrere Switches räumlich clever positioniert, so lassen sich leicht Distanzen von mehreren hundert Metern realisieren.
Das AVB-Format behandelt die Audio-Kanäle als „Streams“, wobei jeder Stream acht Kanäle repräsentiert. Aktuell lassen sich via AVB bis zu 256 Kanäle simultan über das Netzwerk übertragen, es gab aber bereits gelungene Versuche mit 512 Kanälen, obwohl die Performance des Netzwerk-Formates keinesfalls am technischen Limit ist.
Kontrolliert wird das AVB-System über die Browser-basierte AVB Discovery Software. Siese ist für Mac, PC und iOS-Tablets verfügbar und bietet neben der Kontroll-Möglichkeit aller Interface-Parameter (Device-Menü) eine Routing Matrix (ROUTING TAB), einen 48-Kanal-Mixer (MIXING TAB) sowie einen einfachen Monitor-Mixer (AUX MIXING TAB).
Das Processing erfolgt stets in den Audio-Interfaces, entsprechende Hard- und Software befindet sich an Bord jedes MOTU AVB-Interfaces, d.h. die AVB Discovery Software im externen Computer oder iOS-Gerät übernimmt lediglich eine Fernsteuer-Funktion, was den Datenstrom entlastet.
Als Samplerates bietet das AVB-Konzept verschiedenste Varianten zwischen 44.1 und 192 kHz bei 24 Bit-Auflösung an.