MOTU AVB Interfaces - Soundqualität und Latenz

Trotz aller komfortablen Features ist die Klangqualität der AVB-Interfaces ein wichtiges Kriterium.
Unsere Testaufnahmen von Akustik-Gitarre, Vocals und Drum-Instrumenten zeigten auf Anhieb, dass die beiden Probanden sehr sauber und transparent klingen, ganz gleich ob man die Line-Eingänge oder die Mikrofon-Vorverstärker verwendet.
In Bezug auf die Soundperformance können die beiden Interfaces mit dem ProTools HD 192, einem Interface was in vielen Studios als Standard-Wandler gilt, ohne Probleme mithalten. Im direkten Vergleich konnte ich keine nennenswerten Unterschiede bei einer Samplerate von 44.1 kHz bemerken. Bei höheren Samplerates wirkte das MOTU Interface für meinen Geschmack sogar etwas strahlender. Klar gibt es immer noch genügend Puristen, die auf teure Hightechwandler oder teure Preamps schwören, aber durch das offene AVB-Konzept stellt es kein Problem dar, solche spezielle Hardware-Produkte komfortabel ins das Setup zu integrieren. Abgesehen von den unglaublichen Features, die das AVB-Netzwerk bietet, sind die Interfaces alleine schon in Bezug auf die Soundqualität ihr Geld Wert.
Trotz aller noch so spannenden Features gibt es für Interfaces vor allem bei der Netzwerkanbindung ein ganz wichtiges Kriterium: die Latenz. Denn wenn der Musiker sich in seinem Monitor-Mix zu spät hört, kann man die professionelle Anwendung mehr oder weniger vergessen. Alles, was einer Latenz bis zu maximal 5 ms entspricht, wird noch als brauchbar angesehen. Ganz empfindliche Musiker bekommen schon ab 3 ms ein ungutes Gefühl. Wir haben mit einer Samplerate von 44.1 kHz beim MOTU 1248 gemessen, wie lange das Signal vom Gitarren-Eingang über die Matrix zum Kopfhörer Ausgang geroutet insgesamt benötigt. Das Ergebnis war verblüffend: lediglich 0,62 ms. Überzeugend war auch das Messergebnis, wie lange das Signal vom Gitarren-Eingang des 1248 benötigt, um via AVB-Stream zum Ausgang des 16A geroutet zu werden. Die Latenz lag bei nur 2 ms. Auch das ist sensationell.