MOTU Audio Express

audio-express-front

Konzept

Das kompakte MOTU Audio Express Interface in 9,5“-Bauweise hat vier analoge und zwei digitale I/Os, weist eine durchweg robuste Verarbeitung auf und lässt sich via Firewire oder USB betreiben.

 

Anschlüsse

Das 6x6 I/O-Konzept beläuft sich auf zwei Eingänge mit Mic/DI-Vorverstärkern, zwei reine Line-Eingänge, vier Line-Ausgänge sowie ein digitales Ein-/Ausgangspaar im S/PDIF-Format.
Da der Kopfhörerausgang auf der Frontseite in der mitgelieferten CueMix-Software mit einem eigenständigen Mix belegt werden kann, könnte man glatt von einer 6x8-Struktur sprechen.
Bis auf den Kopfhörer-Ausgang befinden sich alle Anschlüsse auf der Rückseite des Gerätes.
Im einzelnen sind dies: 2x Mic/DI-Input als Klinke/XLR-Kombibuchsen, 2x Line-Input und 4x Line-Output als symmetrische Klinkenbuchsen, S/PDIF-In/Out als Cinch-Buchsen, MIDI-In/Out sowie Anschlüsse für USB, Firewire, einen optionalen Fußschalter und das mitgelieferte Netzteil.

audio-express-rear
 

Bedienung

Die Frontseite beherbergt sieben Drehregler für die vier analogen Eingänge, den digitalen Stereoeingang, die Mix-Summen des Softwaremischers sowie die Ausgangslautstärke von Main-Ausgang 1/2 und/oder Kopfhörer. Alle Regler verfügen über Push-Schaltfunktionen, sodass eine Vielzahl von Einstellungen (Gain, Mix, Pan, Phantomspeisung, Pad) direkt vorgenommen werden kann, ohne dass man die Software verwenden muss. Allzu dicke Finger sollte man jedoch nicht haben, da sämtliche Regler aufgrund der kompakten Bauweise recht eng beieinander liegen.Die rechte Seite der audio-express-iso-front-BFrontplatte wird von diversen LEDs eingenommen, die Aufschluss über Ein- und Ausgangspegel, Phantomspeisung/Pad (Input 1/2) sowie die Funktionszustände der einzelnen Regler geben. Auch die vorherrschende Samplerate (44,1 bis 96 kHz) wird angezeigt.

Der Regler über der Kopfhörerbuchse steuert wahlweise die Kopfhörerlautstärke, den Output von Main-Out 1/2 oder beides. Durch Drücken des Reglers wandert man durch die Funktionen, ein langes Drücken schaltet das Gerät ein und aus.
Durch weitere Push- und Hold-Funktionen erlauben es die restlichen Regler, die digital gesteuerten Eingangspegel zu trimmen, Mixer-Kanäle zu muten, Pad bzw. Phantomspeisung für Input 1 und 2 zu aktivieren und vier verschiedene Mischungen für die Ausgänge 1/2, 3/4, S/PDIF und Phones zu erstellen, inklusive Stereoposition der einzelnen Kanäle und sogar Stereobreite bei Stereokanälen. Die Signalpegel werden für die Vorverstärker-Eingänge (1/2) mit je 10 LEDs, für die Line-Eingänge (3/4) mit je 4 LEDs und für den Main-Ausgang (1/2) mit je 5 LEDs pro Seite visualisiert. Für die Ausgänge 3 und 4 sowie für die S/PDIF- bzw. MIDI-Ein- und Ausgänge zeigt jeweils eine LED den Signalfluss an. Ein optionaler Fußschalter kann mit jedem erdenklichen Tastaturkommando belegt werden und somit flexibel integriert werden.


CueMix Software

Etwas intuitiver und übersichtlicher gestaltet sich die Bedienung via mitgelieferter CueMix Software, die neben den üblichen Mix-Funktionen noch einige Bonus-Features im Gepäck hat.
Arbeitet man mit getrennten Regie- und Aufnahme-Räumen, ist die Talback-/Listenback-Funktion eine praktische Kommunikationshilfe. Man wählt einen Input für die jeweilige Funktion und kann sich per Klick auf die entsprechende Schaltfläche problemlos mit dem Musiker im anderen Raum über den letzten Take austauschen, während die restlichen Signale um einen einstellbaren Wert abgesenkt werden.
Das Programm verfügt weiterhin über fortgeschrittene Analyse-Tools wie  FFT Analyse/Spektrogramm, Oszilloskop, X-Y Plot, Phasen-Analyse sowie Stimmgerät, um den Eigenschaften der Eingangssignale genauer auf die Pelle zu rücken.
Eigene Effekte sind in beim Audio Express Interface mangels DSP leider nicht enthalten. Einen „Wohlfühl-Hall“ bei Gesangsaufnahmen muss man sich somit im Host-Sequenzer einrichten, ebenso das Routing des DAW-Returns auf einen zweiten Ausgang - hier sollte CueMix eventuell nachgebessert werden, um bei der Arbeit mit anderen Musikern ein unabhängiges Einstellen der Playback-Lautstärke zu ermöglichen.

CueMix

Anwendung

Mit einem überzeugenden Sound bei Samplerates bis 96 kHz zeigt das kompakte MOTU-Interface deutlich, wo in diesem Preissegment der Hammer hängt. Die Preamps machen einen soliden Job, und der eingebaute leistungsstarke Kopfhörerverstärker sollte besser vorsichtig dosiert werden.
Die 32bit/64bit Treiberarchitektur für Mac und Windows erlaubt ein paralleles Betreiben mehrerer MOTU-Geräte, wodurch das Audio Express-Interface auch als Ergänzung zu den größeren Modellen verwendet oder mit zusätzlichen Instanzen erweitert werden kann.
Durch die umfangreich gestaltete Hardware-Bedienoberfläche macht das Audio Express-Interface auch im Standalone-Modus eine gute Figur.


Fazit

Beim MOTU Audio Express kann man eindeutig von einem Preis-Leistungs-Kracher sprechen.
Mit einer Klangqualität, die in diesem Preissegment absolut überragend ist und sich noch vor wenigen Jahren teuer bezahlen ließ, stellt das kompakte Interface ein absolut professionelles Werkzeug beim mobilen Recording wie auf der Bühne dar.

Facts:
•    Audiointerface für Mac und Windows
•    vier separate Mixes
     (für jedes Ausgangspaar lassen sich separate Mischungen der Eingangskanäle erstellen)
•    Unterstützung von Samplerates bis 96 kHz
•    digital gesteuerte Gainregelung für alle Eingänge
•    Mix-/Kontroll-Funktionen und Metering auf der Frontseite der Hardware
•    CueMix-Software inkl. Tuner und Audio-Analyse-Tools
•    Stand-Alone-Betrieb ohne Computer möglich
•    Erweiterbarkeit durch zusätzliche MOTU-Interfaces
•    DC-gekoppelte Ausgänge
     (können mit optionaler Volta-Software zur Steuerung modularer Synthesizer verwendet werden)
•    im Lieferunfang enthaltene AudioDesk Workstation-Software

Anschlüsse:
•    6x8 physische Ein-/Ausgangs-Kanäle (gleichzeitig verfügbar und unabhängig bedienbar)
•    zwei Mic/DI-Kombi-Buchsen
(Hi-Z Klinkeneingang und XLR-Eingang mit Phantompower, 20 dB Pad und digital gesteuertem Input-Gain)
•    Stereo Analog-Ein-/Ausgänge mit symmetrischen Klinkenbuchsen
•    Stereo 24bit 96kHz S/PDIF-I/O
•    Kopfhörerausgang mit unabhängiger Lautstärkeregelung
•    Time-Code Ein-/Ausgabe
•    MIDI
•    konfigurierbarer Fußschalter-Anschluß
•    Firewire/USB 2.0 (Stromversorgung über Firewire-Bus möglich)

Abmessungen: 9,5“/ 1 HE


UVP*: 399,95 EUR

www.motu.com
www.klemm-music.de

apogee
Apogee
Symphony I/O
ULN-8FP-01
Metric Halo
ULN-8
PrismSound
PrismSound
Orpheus
audio-express-front
MOTU
Audio Express
Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy