Modulare Lösungen von Universal Acoustics

Um die Akustik der Tonregie, eines Heimkinos, eines Aufnahme- oder Proberaums zu verbessern, bietet der englische Hersteller Universal Acoustics die verschiedensten, edel verarbeiteten Lösungen an. Die Produktpalette reicht von einzelnen Vibro-Pads, Absorbern, Diffusorkacheln über Bassfallen bis hin zu kompletten vorkonfigurierten Room Kits.
Die Raum-Kits sind bereits ab unter 200 EUR erhältlich.
Die aus hochdichtem und schwer entflammbarem Polyesterschaum geschnittenen Elemente werden direkt in Milton Keynes, UK entwickelt und hergestellt. Wie der Hersteller versichert, verwendet man hochwertige Materialien, die auch nach längerer Zeit keine Abrieb-Spuren zeigen. Gerade minderwertige Schaumstoffe weisen mit der Zeit gewisse Zerfallserscheinungen auf und zerbröseln nach und nach.
Das Universal Acoustics Team besteht aus erfahrenen und Kräften der Pro-Audio-Industrie, deren Erfahrung sich in den angebotenen Lösungen widerspiegelt.  
Neben den genannten Anwendungen lassen sich die Universal Acoustics Produkte recht flexibel in jedem Raum einsetzen, den es in Bezug Klangqualität und Klangpräzision zu optimieren gilt. 
Präzises, kalkulierbares Hören ist vor allem im Tonstudio-Bereich angesagt. Letztlich möchte man mit einer gewissen Verlässlichkeit beurteilen können, was man gerade macht - die mühsam erstellte Produktion soll ja auch auf anderen Anlagen und in anderen Räumen klingen.

Die Universal Acoustics-Produkte

Das Universal Acoustics Produkt-Portfolio bietet Absorberkacheln, Bassfallen Diffusorkacheln sowie besondere Elemente aus dem akustisch hochwirksamen Basotect-Material. Dazu kommen noch spezielle Lösungen für Heimkinos und diverses Zubehör wie z.B. Speaker Vibro Pads oder Studiomonitor-Unterlagen aus hochdichtem Spezialschaumstoff mit Keilelementen zum Anwinkeln der Lautsprecher. Zur Befestigung der Panels bietet Universal Acoustics gleich die passenden Montage-Kleber (flüssig oder als Sprühkleber) an. Bei den kompletten Room-Kits zählt die benötigte Klebermenge immer zum Lieferumfang.

Außer den grundsätzlich weißen Basotect-Elementen sind die Universal Acoustics Produkte in verschiedenen Farben, meist in Anthrazit, Burgunderrot oder Violett, erhältlich. Bei den Heimkino-Produkten ist das farbliche Angebot umfangreicher.

 

UniversalAcousticsMercuryWedge60050Absorberkacheln

Universal Acoustics bietet eine Auswahl von fünf Kacheltypen mit vier unterschiedlichen Profilen: flach, gerieft, in Keil- oder Pyramiden-Form. Gemäß Herstellerangaben sind für kleine bis mittelgroße Räume die 50 mm starken Kacheln normalerweise ausreichend, für größere Räume stehen als Alternative 100 mm Varianten zur Verfügung.UniversalAcousticsMercury300


Universal Acoustics Bassfallen

Um dem Wummern oder Dröhnen von tiefen Frequenzen zu begegnen, liefert Universal Acoustics Bassfallen mit unterschiedlichen Profilen: flach (Neptune), gerieft (Jupiter) sowie in Form von Wedges (Mercury). Alle Bassfallen verfügen über eine keilförmige Form. Daher lassen sich diese Module praktisch in den Ecken des Raums oder an Übergängen von Wand zu Decke platzieren. Je nach Modell sind die Bassfallen zwischen 30 und 60 cm lang.MercuryDiffusorkachel


Diffusorkacheln

Um zu verhindern, dass ein Raum zu dumpf oder zu trocken klingt, greift man auf Diffusoren zurück (s. Artikel über Raumakustik). Das speziell entwickelte Profil der Universal Acoustics Diffusorkacheln sorgt für eine wirkungsvolle Schallstreuung, was Räume lebendiger klingen lässt. Mercury Diffusorkacheln sind weiß und aus flammhemmendem, schallreflektierendem EPS-Styropor. Bei Bedarf lassen sich die Panels mit Dispersionslacken einfärben.MercuryBasotectBassfalle


Basotect-Komponenten

Basotect ist ein von BASF entwickelter Melanimharz-Schaumstoff mit außergewöhnlichen Akustikeigenschaften. Die Basotect-Komponenten von Universal Acoustics sind weiß und sehr leicht. Erhältlich sind sowohl Absorberkacheln als auch Bassfallen.


2020Zwanzig600er-Neptune-Kachelnkombiniertmitvier600er-BassfallenUniversal Room Kits

Die Room Kits von Universal Acoustics sind für unterschiedliche Raumgrößen konzipiert und liefern eine exakt abgestimmte Anzahl von Akustik-Komponenten inklusive des für die Montage benötigten Klebers. Zur Auswahl stehen z.Zt. neun verschiedene Komplett-Pakete, als „Standard Room Kits“ bezeichnet, die im Wesentlichen aus einer Kombination von verschiedenen Bassfallen und Absorberkacheln bestehen. Dazu kommen noch weitere sogenannte „Cluster Room Kits“, die noch um zusätzliche Diffusoren erweitert sind.

Room Kit Calculator

Um dem Interessenten oder möglichen Anwender bei diesem komplexen Thema zu unterstützen, bietet Universal Acoustics auf der Webseite (www.hyperactive.de/universal-acoustics/room-kit-rechner) einen „Room Kit Calculator“ an. Hier trägt man einfach die Raumparameter ein, und das Programm errechnet ein optimales Room Kit. Dazu bekommt man auch gleich ein Foto geliefert, welches die empfohlene Platzierung der mitgelieferten Komponenten darstellt.

Interview mit Universal Acoustics "Mastermind" Paul Eastwood

Xound: Wie hat sich die Idee für das „Universal Acoustics“ Konzept ergeben ?

Paul_EastwoodPaul Eastwood: Ganz einfach - schon eine geraume Zeit lang gibt es tonnenweise tolles Recording-Equipment auf dem Markt, und die Kunden sind von der Auswahl entsprechend verwöhnt. Aber traditionell werden Akustikmaterialien entweder irgendwie missverstanden, oder die verfügbaren Lösungen sind oft zu teuer oder so kompliziert, dass es vielen Anwendern letztlich lästig ist, sich mit der Thematik zu befassen. Die meisten wissen natürlich, dass Handlungsbedarf da ist, aber eben nicht, was genau zu tun ist und wie bzw. wo man geeignete Materialien bekommen kann. Für mich als Pro-Audio-Dealer und Vertrieb war diese Situation geradezu ideal. Ich habe ja selbst ein paar Jahre als Toningenieur gearbeitet und stand mehr als einmal vor dem gleichen Problem, brauchbares Akustikmaterial zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Ich hatte das Glück, während meiner Vertriebsjahre viele wertvolle Kontakte zu Entwicklern und materialverarbeitenden Firmen aufbauen zu können. Dank dieser Kontakte konnte ich zum richtigen Zeitpunkt ein bescheidenes Sortiment anbieten, aus dem sich die Marke „Universal Acoustics“ entwickelt hat.

Xound: Welche Zielgruppe sprich man mit den Universal Acoustics-Produkten an?

Paul Eastwood: Ursprünglich war das ganz klar der Heim- und Projektstudiomarkt. Aber nachdem unsere Marke mehr und mehr auch in professionellen Kreisen akzeptiert wird, sind wir heute in der angenehmen Situation, Kunden aus beinahe allen Bereichen der Musik- und Entertainment-Industrie zu finden. Dazu kommt der große Broadcast-Markt, und auch bei Innenarchitekten sowie in der Heimkinoszene hat sich unser Sortiment mittlerweile rumgesprochen.

Xound: Macht es Sinn, die Produkte auch in professionellen Studios einsetzen?

Paul Eastwood: Ja, das tut es absolut. Vor allem, wenn man es mit knapperen Budgets zu tun hat. Einer der Hauptunterschiede von UA-Produkten zu denen, die normalerweise in professionellen Aufnahme- und Post-Pro-Studios eingesetzt werden, ist, dass unser Material sichtbar ist, weil es für Wandmontage entwickelt wurde, wohingegen in Profistudios das Akustikmaterial in die Wände integriert wird – üblicherweise sind das Schaumstoff, Fiberglas oder andere Baumaterialien, die mit Akustikstoff bezogen werden. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie auch besser funktionieren, sie sind lediglich unsichtbar. Im Übrigen ziehen nicht wenige aktuelle Tonmeister es ohnehin vor, die vorhandenen Akustikmaßnahmen auch abnehmen oder umpositionieren zu können – gerade in Aufnahmeräumen eröffnet das ganz neue kreative Möglichkeiten.

Xound: Welches Know How benötigen Anwender, um einen Raum selbst präparieren zu können?

Paul Eastwood: Eigentlich brauchen Anwender keine Riesenkenntnisse, unseren Room Kits liegt jeweils eine Aufbauanleitung bei. Und beim geringsten Zweifel – und das gilt auch für Fachhändler – kann man sich jederzeit direkt an uns oder an Hyperactive wenden und sich konkrete Ratschläge holen. Außerdem gibt’s mittlerweile jede Menge Infos und Foren im Netz, die gerade für unerfahrene Kunden interessant sind. An sich kann sich jeder auf diese Art genügend Grundkenntnisse aneignen, um ohne Bauchweh die nötigen Maßnahmen zu planen.

Xound: Auf eurer Webseite findet man einen „Room Kit Calculator“. Ist es wirklich möglich, eine komplexe akustische Situation mit solch einem einfachen Rechner zur erfassen?

Paul Eastwood: Unser Room-Kit-Rechner soll Interessenten einfach erst mal grob eine bezahlbare Akustiklösung aufzeigen, passend zur jeweils eingegebenen Raumgröße. Natürlich leistet er keine komplexen Berechnungen, dafür haben wir ihn auch gar nicht gemacht. Schon allein, weil die meisten unserer Kunden gar keine komplexen Räume haben und - das ist eigentlich der Hauptgrund - kein unbegrenztes Budget. Ansonsten könnten sie einen Akustikexperten beauftragen, der ihnen zweifellos und mit Freuden vor Ort eine teure Expertise erstellt, um anschließend eine ziemlich komplizierte und oft auch unerschwingliche Lösung anzubieten.

Xound: Was kann man machen, wenn man einen unsymmetrischen Raum zu bearbeiten hat?

Paul Eastwood: Das ist kein Riesenproblem, im Gegenteil: Oft hilft das sogar. Normalerweise muss man in solchen Räumen nur annähernd und mit gesundem Menschenverstand für eine akustische Balance sorgen.

Xound: Wie lassen sich tiefe Frequenzen kontrollieren? Sind die UA-Bassfallen wirkungsvoll genug?

Paul Eastwood: Ja, viele unserer Kunden bestätigen, dass unsere Bassfallen tatsächlich sehr effektiv arbeiten und dass ihre Produktionen jetzt deutlich konstanter in anderen Studios klingen. Übrigens werden wir bald ultra-dicke Bassfallen für wirklich kritische Räume auf den Markt bringen.

Xound: Falls ein User sich ein Room-Kit aufgrund des vom Room Kit Calculator vorgeschlagenen Pakets zulegt, gibt es eine Garantie, dass diese Lösung funktioniert?

Paul Eastwood: Nein, es gibt keinerlei Garantie – genauso wenig, wie ich dir garantieren kann, dass ich in drei Wochen noch am Leben bin oder ein Rolls Royce niemals eine Panne haben wird; aber Hunderte von Room Kits, die wir in den letzten drei Jahren verkauft haben, zeigen uns, dass wir die Komponenten sorgfältig zusammengestellt haben. Ein Kunde kann von uns immer eine für seinen Geldbeutel und seine Raumgröße effektive und faire Akustiklösung erwarten.

Xound: Bitte nenne uns fünf wichtige Punkte, auf die man beim Tuning des Raums achten sollte.

Paul Eastwood:

1. Besprich deine Anforderungen, Erwartungen und Budgetfragen mit jemandem, der sich auskennt oder das Ganze selbst schon mal gemacht hat - und lass dir Tipps aus der Praxis geben.

2. Entscheide dich für eine logische, aber auch praktikable und für den Engineer so angenehm wie mögliche Raumaufteilung, bevor du die Elemente anbringst.

3. Sorge dafür, dass sich keine unnötigen Objekte im Raum befinden, die die Akustikbalance stören könnten.

4. Berücksichtige auch potentielle Störungen durch Geräusche oder Vibrationen, die von außen nach innen oder von innen nach außen gelangen.

5. Im Idealfall arbeitest du mit korrekt aufgebauten Studiomonitoren, die von der Qualität her mit dem Raum mithalten können.

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