Ein Blechblasinstrument ist ein Loch mit Metall drum herum

e908B_von_SennheiserAm 13. Juni 2012 machte die von Sennheiser, Neumann und Lawo/Innovason ins Leben gerufene Seminar-Roadshow »Ursprung des Klangs« in Markneukirchen Station bei dem weltweit renommierten Blechblasinstrumente-Hersteller B&S GmbH. »Ein Blechblasinstrument ist ein Loch mit Metall drum herum!«, mit dieser Definition brachte Matthias Krüger die Seminarteilnehmer zu Beginn der Werkführung zum Schmunzeln. Der Einkaufsleiter und Qualitätsmanager bei B&S kennt jedes Detail der Fertigung seiner Qualitätsinstrumente und kann sich als aktiver und erfahrener Musiker ein Urteil über das Klangverhalten erlauben.

Die Teilnehmer wurden durch weitläufige Hallen geführt – vorbei an schweren Hämmern und lodernden Gasflammen, die fachkundig für die erwünschte Formbarkeit des Metalls eingesetzt werden, vorbei an gigantischen Wannen, in denen die Instrumentenoberflächen veredelt werden. Bei B&S wird täglich unablässig gelötet, gedrückt, gebogen, geglättet, geschliffen, verdichtet, gehärtet und poliert. Krüger fasst das Credo von B&S wie folgt zusammen: »Alle Bauteile, die klingen sollen, müssen konsequent von Hand gebaut werden. Teile, die funktionieren müssen, sollten so exakt wie möglich von Maschinen gefertigt werden« Nach einem überraschenden Blaskonzert des im Blaumann angetretenen Werkorchesters begaben sich die Teilnehmer in den B&S Seminarraum, wo Krüger fachkundig Fragen beantwortete,  über die vier Hauptgruppen der Blechblasinstrumente (Trompete, Tuba, Posaune und Horn) aufklärte und Fachwissen über Tonbildung und die Unterschiede zwischen Halb- und Ganzinstrumenten sowie mögliche Merkmale der Schallbecherschweifung vermittelte. Im Anschluss gab Martin Herrmann, B&S-Mitarbeiter, eine kurze Klangbeispiele auf der Posaune zum Besten und zeigte die Auswirkung unterschiedlicher Dämpfertypen. Diplom-Tonmeister Marcel Babazadeh erklärte, wie Mikrofone als Schallwandler funktionieren können und machte die Blasinstrumenten-Experten auf Störgeräusche aufmerksam, die man bei vielen Orchesteraufnahmen unmittelbar nach einem Posaunensolo bemerkt. Diese rühren vom kollektiven Fußscharren der Musikerkollegen, die damit dem Posaunisten Respekt für die erbrachte Leistung zollen. Danach wurde der berühmte Test mit der Zitrone gemacht: des Tonmeisters herzhafter Biss in die Frucht schränkte jedoch in keiner Weise Hermanns Spielfähigkeit ein. Zugeben musste er jedoch, dass es ihm schon ein wenig mehr Konzentration abverlangte als üblich.

Am Nachmittag vermittelte Thomas Mundorf umfangreiches Fachwissen an die Teilnehmer. Der Systemspezialist in der Audiobranche mit Faible für anspruchsvolle Beschallungsaufgaben ist weithin bekannt und erhebt den Anspruch, mit seiner Arbeit physikalischen Erfordernissen wie auch künstlerischen Ansprüchen gleichermaßen gerecht zu werden. »Es muss plausibel klingen!«
Sennheiser präsentierte zudem seine Clip-in-Lösung zur Nahmikrofonierung direkt am Trichter von Blechblasinstrumenten: Das Modell e908 B. Es wird mit einer praktischen Schalltrichterklammer MZH 908 B geliefert, die eine flexible Positionierung der gegen Körperschall geschützten Kondensatorkapsel durch einen langen Mikrofonarm begünstigt. Es wiegt lediglich 140 Gramm; es ist aber auch auf Wunsch ein drahtloser Betrieb mit Taschensendern der evolution-Serie möglich. »Mit Lösungen aus den breit gefächerten Angeboten von Sennheiser und Neumann lassen sich bei der Abnahme von Blechblasinstrumenten sämtliche Klangnuancen optimal in fein abgestufter Dynamik abbilden – selbst sehr hohe Pegel stellen kein Problem dar. Seit mehr als 60 Jahren sind unsere Mikrofone ein Synonym für den perfekten Sound, und wie bei den Instrumenten von B&S ist unsere Leidenschaft für guten Klang in jedem unserer Produkte zu hören!«, so Ties-Christian Gerde, Geschäftsführer der Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG.
Am späten Nachmittag ging ein ereignisreicher Seminartag zu Ende, der nicht nur von den Teilnehmern sondern auch von Referent Thomas Mundorf gelobt wurde: » Ich finde es gut, dass im Gegensatz zu anderen Seminaren die Musiker mit am Tisch sitzen und sich nicht nur die Techniker miteinander unterhalten – in einer solchen Konstellation können beide Seiten sehr viel lernen. Wer die Zeit für einen Besuch beim „Ursprung des Klangs“ aufbringen kann, sollte unbedingt eine der verbleibenden Veranstaltungen besuchen - man nimmt hier interessante Eindrücke mit, die man sonst nie erhalten würde!«

Video zum dritten »Urpsrung des Klangs« Termins: http://vimeo.com/54455965



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