Studio-/Tapetenwechsel

Nachdem die endgültige Mikrofonliste für Bennis Drum Kit feststand, haben wir zunächst mehrere Takes des Songs mit diesem Setup in unserer vertrauten Studio-Umgebung aufgenommen.

Soundbeispiel:

Session_kleines_Studio.zip

Hier unser finales Setup, wie im Text beschrieben, aufgenommen im kleinen Aufnahmeraum. Bitte achtet mal auf das Raum Mikro. Der Raum ist so klein, dass diese Spuren kaum Sinn machen.
Wie ihr anhand der Sessionfiles hören könnt, sind diese Aufnahmen auch sehr gut geworden. Trotzdem wollten wir wissen, ob die Schlagzeug-Aufnahmen noch zu steigern wären, wenn wir das gleiche in einem Studio mit wesentlich grösseren Aufnahmeraum wiederholen würden. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Drumaufnahmen nochmals mit exakt dem gleichen Drum- und Mikro-Setup in den belgischen Galaxy-Studios aufzunehmen. Die Galaxy-Studios zählen zu den besten Studios weltweit, und der Bau des Studios - das ganze Gebäude steht übrigens auf Federn - hat zig Millionen gekostet.
Für unsere Aufnahmen haben wir im speziellen „Analog-Raum“ aufgenommen. Diese Regie ist mit einem API Vision-Pult ausgerüstet.
Das mikrofonierte Drum Kit im Galaxy

Als Aufnahmeraum haben wir uns kompromisslos für die „Galaxy Hall“ entschieden, einen Aufnahmeraum mit 330 Quadratmetern und einer Höhe von 8 Metern.
Während wir bei unseren „Heim“-Aufnahmen zwei Daking 4-Kanal-Preamps sowie einen Focusrite 2-Kanal-Preamp mit EQ (ISA115) eingesetzt haben, sind wir in den Galaxy-Studios konsequent durch die Preamps der API-Konsole gegangen. Das Aufnahmesystem ProTools HD war in beiden Studios identisch.
Ansonsten haben wir unser Setup aus den eigenen Räumen 1:1 übernommen. Da wir alle Mikrofon-Positionen beim o.g. Mikro Check auch fotografiert hatten, war der Soundcheck im Galaxy bereits nach weniger als einer Stunde abgeschlossen und wir konnten mit den Aufnahmen beginnen.

Das Ergebnis der Galaxy-Aufnahmen war beeindruckend. Dass der 330 Quadratmeter große Aufnahmeraum uns einen wesentlich überzeugenderen Raumsound liefern würde als unser erster Raum mit ca. 20 Quadratmetern und 2,70 Höhe, war uns schon im Vorfeld bewusst. Doch auch die einzelnen Signale der Close-up Mikrofone an den Instrumenten wirkten im Galaxy noch direkter und präziser. Dies mag vielleicht daran liegen, dass man im kleinen Raum auch teilweise die Reflexionen von den Wänden mit einfängt, während die Wände im Galaxy weit weg vom Schlagzeug und von den Mikros waren.
So hatte auch Benni das Gefühl, dass das Schlagzeug in der „Galaxy Hall“ viel leiser war als im kleinen Studioraum, was sich natürlich auch positiv auf das Monitoring auswirkt: „Man hört sich einfach besser im Kopfhörer, dadurch kann man auch viel präziser spielen. Man nimmt jede Nuance wahr.“

Zum direkten Vergleich findet ihr auch beide Sessions aus dem heimischen Studio wie aus dem Galaxy hier zum downloaden. Es sei erwähnt, dass alle Schlagzeugaufnahmen komplett ohne EQ und Kompressor gemacht wurden.
In der nächsten Runde werden wir uns den Aufnahmen der Gitarren und Bässe widmen, auf die Synth-Overdubs und Bearbeitungen eingehen sowie über die Vocal-Recordings mit Julia und Leon berichten. Bis dahin viel Spaß mit den Soundfiles.

Hagü Schmitz