Drum-Mikro Check, Bassdrum

Vor der Mikrofonierung des Schlagzeugs hat Benni zunächst frische Felle aufgezogen und das Drum Kit entsprechend unserer Soundvorstellungen für den Song „From Darkness“ gestimmt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, denn wenn das Schlagzeug in sich nicht klingt, so wird man auch mit der Aufnahme nie so recht zufrieden sein, ganz gleich, welchen Aufwand man auch betreibt.
Insgesamt hatten wir über 30 verschiedene Mikrofone für den Drum-Test am Start, über 20 davon haben wir mit unterschiedlichen Positionen für euch aufgenommen.
Nachdem das Drum Kit bereit für die Aufnahme war, haben wir zunächst mit dem Test verschiedener Bassdrum-Mikrofone begonnen. Damit der Bassdrum-Sound nicht nur isoliert, sondern auch im Zusammenhang zu hören ist, haben wir ein Soundfield-Mikrofon mitten im Drum Kit platziert (Anmerkung: Das Soundfield System liefert ein sehr authentisches Stereo-Abbild der originalen akustischen Bedingungen und wird daher auch oft in der Wissenschaft und Entwicklung als Referenz eingesetzt. An dieser Stelle vielen Dank an die Firma Soundfield für ihren Support).
Ihr könnt aber auch ohne weiteres ein Stereo-Mikro oder ein beliebiges Paar gleicher Mikrofone verwenden, um das „gesamte“ Schlagzeug beim Bassdrum-Mikro-Check dazumischen zu können. Es ist in jedem Fall sehr hilfreich, wenn man die Bassdrum-Signale nicht nur einzeln, sondern auch in Verbindung mit dem Rest testen kann. Wie ihr auch anhand unserer Soundbeispiele hören könnt, lässt sich der Bassdrum-Sound mit dieser Methode leichter beurteilen.

Funsere Referenz, das Soundfield-Mikroür die Aufnahme der Bassdrum haben wir zwei Mikrofone verwendet, die wir auch unterschiedlich positioniert haben. Auf diese Weise hat man wesentlich mehr Spielmöglichkeiten: Während man mit dem einen Mikro mehr den Attack einfängt, liefert das andere Mikrofon u.U. mehr Tiefen. Durch unterschiedliche Kombination der beiden Mikrofonspuren hat man auch später beim Mix weitaus mehr Klanggestaltungsmöglichkeiten als nur mit Equalizern. Am besten, ihr spielt auch ein wenig mit den Balancen der verschiedenen Bassdrum-Spuren unserer Sound-Files, und ihr werdet feststellen, wie unterschiedlich die Ergebnisse teilweise sind.
Die Kombination aus Shure Beta 52A und Audix D6Bei der Positionierung der Mikros bin ich zunächst von meinem üblichen Szenario ausgegangen. Meist hole ich mir in der Nähe des Schlagfells den Attack und auf der Seite des Resonanzfells die Tiefen. Doch wie bereits beschrieben, offenbart jedes Instrument und jede Aufnahmesituation immer wieder neue Überraschungen. Bei Bennis Bassdrum konnte man den meisten Attack auf der Höhe des Resonanzfells einfangen, während  direkt am Schlagfell kaum Attack vorhanden war. Bei unseren Test verwendeten wir auch ein Shure-Beta 91A Grenzflächen-Mikrofon. Während die anderen Mikros je nach Anordnung immer wieder anders klangen, war der Sound der Grenzfläche recht unabhängig von der Position. Das Mikro klang in nahezu jeder Position innerhalb der Bassdrum recht gleich. Was beim Einsatz auf der Bühne sehr praktisch und vor allem sicher ist, liefert im Studio nicht die von uns gewünschten Spielmöglichkeiten bei der Positionierung.
Um möglichst intensive Spielmöglichkeiten beim späteren Mix in der Hand zu haben, sollte man darauf achten, dass die verwendeten Mikrofone auch die unterschiedlichen Aufgaben erfüllen. D.h. wenn beide Mikros einen zu ähnlichen Sound liefern und auch die Kombination wenig Neues hervorbringt, so sollte man das Setup verändern - entweder  andere Mikros oder andere Positionen -, bis man effektivere Gestaltungsmöglichkeiten bekommt. Ansonsten kann man auch auf das zweite Mikro verzichten.
Nach den ausführlichen Test-Aufnahmen haben wir uns bei der Bassdrum schließlich für die Kombination aus einem Audix D6 und einem Shure Beta 52A entschieden, die wir leicht versetzt in der Nähe des Resonanzfells platziert haben.

Anmerkung zu den Soundbeispielen

Alle Soundfiles sind ohne EQ und ohne Kompressor aufgenommen, so könnt ihr hören, was man alleine durch die Wahl der Mikros und der unterschiedlichen Positionen beeinflussen kann.

Zur Nomenklatur der Files: Die Soundfiles besitzen jeweils eine Nummer. Die Files mit gleicher Nummer gehören immer zusammen. Diese bitte in der Workstation immer parallel auf verschiedene Spuren legen. So könnt ihr ein wenig mit der Mix-Balance spielen. Die Bezeichnungen der Files sollten fast selbsterklärend sein, das Kürzel „vD“ bedeutet vorderes Drittel am Resofell der Bassdrum, das Kürzel „SPIWI” bedeutet “spitzer Winkel” zur Trommel.

Falls ihr mit einem PC arbeitet, der nicht so lange Filenamen zulässt, findet ihr hier Sreenshots unserer File-Ordner. So könnt ihr nachvollziehen, wie die Files in Original bezeichnet sind.

Bitte beachten: Die Soundfield-Spuren sind Stereo-Files, diese bitte extrem rechts und extrem links im Panorama einstellen.
Die Overhead-Spuren mit der Bezeichnung „L“ bitte ganz nach links, die mit „R“ ganz nach rechts pannen. Die Raum-Spuren sind ebenfalls Stereo. Bitte auch extrem rechts/links pannen.Die Hihat nach Belieben ein wenig nach rechts (ca. 2 Uhr-Position) positionieren.

Soundbeispiel:

Bassdrum_Check.zip

Die folgenden Bassdrum-Mikros wurden verwendet:
AKG D112, AudioTechnica AT2500*, Audix D6, Electrovoice RE20, Heil PR31, Shure Beta91A, Shure Beta52A,

Interessant ist hier, wie sich die beiden Bassdrum Mikros ergänzen. Am Besten ihr spielt ein wenig mit der Balance der beiden Bassdrum-Tracks.
* beim AudioTechnica AT2500 handelt es sich um ein interessantes Mikrofon-Konzept, Das AT2500 ist gleichzeitig ein dynamisches und ein Kondensator-Mikro. Das Mikrofon verfügt sogar über zwei separate Ausgänge. Da beide Systeme in einem Mikrofon-Gehäuse stecken und somit auch stets die identische Position zur Signalquelle haben, entstehen beim Addieren der beiden Kanäle kaum Auslöschungen. Was für viele Anwendungen durchaus sinnvoll ist, funktioniert bei der Bassdrum nicht so effektiv, da wir ja mit den Auslöschungen und den damit verbundenen Klangveränderungen spielen wollen.