Recording Teil 1

Königsdisziplin Schlagzeugaufnahmen

BxDxF Drummer Benni KochDas Schlagzeug ist an sich bereits ein sehr komplexes Instrument und es bedarf ausreichender Erfahrung, um bereits das „nackte“ Drum Kit zum Klingen zu bekommen - mal ganz abgesehen von den Fähigkeiten des Musikers.

Die Aufnahme eines Schlagzeugs stellt im Recordingbereich sicherlich eine Königsdisziplin dar. Schließlich hat man es mit einem Instrument zu tun, welches sich aus lauter einzelnen Instrumenten zusammensetzt, die dazu auch nicht gerade leise sind. So hört man in der Regel auf jedem einzelnen Instrumenten-Mikro auch alle anderen Schlagzeug-Instrumente. Dieses Übersprechen bedeutet, das man z.B. niemals eine reine Snare- oder Tom-Spur hat, auf der nur das eine Instrument zu hören ist - diesen Idealzustand  gibt es nur bei Drumcomputern oder Samplern. Man kann nun lediglich versuchen, den Anteil eines einzelnen Instrumentes auf der entsprechenden Spur möglichst laut in Relation zu den anderen Instrumenten zu bekommen, damit man auch später beim Mix möglichst gezielte Bearbeitungen an einzelnen Instrumenten vornehmen kann. Dazu kommt, dass das Drum Kit meist mit vielen Mikrofonen aufgenommen wird, die sich beim Zusammenmischen gegenseitig beeinflussen und damit sowohl gewünschte als auch ungewünschte Auslöschungen produzieren. So sollte man bereits bei der Aufnahme überprüfen, ob die Mixbalance der einzelnen Mikros - so wie wir sie später in etwa haben möchten - auch ohne unangenehme Auslöschungen funktioniert.
Die Komplexität der Schlagzeugaufnahmen mit all ihren Fehlerquellen treibt manchen Einsteiger bei seinen ersten Aufnahmen regelrecht zur Verzweiflung.
Auch mit wenigen Mikrofonen lässt sich ein Schlagzeug sehr gut aufnehmen, man verliert dabei nur die Möglichkeit, später allzu viel verändern zu können.
Daher kann man jedem Einsteiger nur raten, mit wenigen Mikrofonen (z.B. Bassdrum, Snare und Overheads) zu beginnen und das Recordingsetup nach und nach durch weitere Mikrofone zu ergänzen.