JustMusic Berlin, Moritzplatz

JustMusic

Der neue Musiker-Megastore

Am 10. Juni öffnete der neue JustMusic-Megastore am Berliner Moritzplatz zum ersten Mal seine Pforten. Auf 7000 qm Ausstellungs-fläche und 5 Etagen bekommt der Musiker alles zu sehen, was die Musikindustrie zu bieten hat.
Der neue JustMusic-Megastore ist mehr als ein großes Musikgeschäft – eine Erlebniswelt der Musik, Europas Paradies für Musiker und Musikbegeisterte, wobei man wirklich an alles gedacht hat. Neben verschiedenen Seminar-räumen stellt der eigene SkyLiveClub im Haus eine Event-Location für Seminare oder Workshops dar, die bis zu 699 Gästen Platz bietet.

Im Cafébereich der Event-Etage hat man die Möglichkeit, sich mit anderen Musikern auszutauschen oder sich beim Kaffee Gedanken darüber zu machen, für welche Farbe der Gitarre man sich nun entscheiden soll. Sogar an die Spielecke für den Nachwuchs hat man gedacht.

JustMusic Moritzplatz - So sah es wenige Tage vor der Eröffnung ausNach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren haben Geschäftsführer Jochen und Lilli Stock gemeinsam mit dem gesamten JustMusic-Team ein wichtiges Ziel erreicht. Doch an Ausruhen ist zur Zeit noch nicht zu denken, denn auch für die Eröffnungswoche hat sich JustMusic Vieles vorgenommen. Neben vielen Eröffnungs-Sonderangeboten erwartet den Besucher ein buntes Programm mit Tombola, Live-Acts und Workshops. Auch die Hüpfburg für die kleinen, heranwachsenden Musiker darf nicht fehlen.  JustMusic Moritzplatz - So sah es wenige Tage vor der Eröffnung aus
Am 15. Juni rundet ein ganz besonderes Highlight die Eröffnungswoche ab: Es darf gefeiert werden! Mit vielen Musikern, Gästen aus der Musikinstrumenten-Industrie sowie der Presse wird man einen Abend erleben können, der die Strapazen der letzten zwei Jahre in den Schatten treten lässt.


Kurzer Rückblick

Richtfest am MoritzplatzDie Geschichte der heutigen JustMusic-Stores beginnt bereits 1978. Jochen Stock spielt zu dieser Zeit neben seinem BWL-Studium Drums in einer Band. Als die Uni für ein halbes Jahr streikt, entscheidet sich der leidenschaftliche Musiker, den ersten Musikladen in der Pariser Straße zu eröffnen – das Drumland war geboren. Doch es sollte nicht bei einem Laden bleiben. Bereits zwei Jahre später gibt es bereits mehrere Sound & Drumland Geschäfte in der Pariser Straße und in der Fasanenstraße.Jochen Stock beim Richtfest

Nach der Namensänderung in „JustMusic“ folgt 1991 eine weitere  Berliner Filiale in der Rathauspassage, 10 Jahre später dann der Standort Kulturbrauerei.
Doch JustMusic soll nicht nur ein Berliner Thema bleiben. Es kommen Standorte wie Hamburg, München und Dortmund dazu.
Seit Oktober 2011 ist Lilli Stock, Jochen Stocks Tochter, dabei, nachdem sie ihr BWL Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Ursprünglich wollte Lilli Stock nach dem Studium ihre Doktorarbeit Lilli_und_Jochen_Stock_beim_Richtfestschreiben, doch die Entscheidung fällt anders aus - zugunsten von JustMusic und dem Großprojekt „JustMusic am Moritzplatz“.
Mittlerweile ist Lilli Stock Geschäftsführerin und führt gemeinsam mit ihrem Vater JustMusic.

Wir hatten Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Lilli Stock.


JustMusic am Moritzplatz - EröffnungtagXound: Einige Händler, Hersteller und Vertriebe klagen seit Jahren darüber, wie schwierig das MI-Business geworden ist. JustMusic ist dagegen auf Expansionskurs. Wie sehen Sie die Entwicklung im MI-Bereich?

Lilli Stock: Wir haben dieses Riesenprojekt JustMusic am Moritzplatz vor mehr als fünf Jahren zu planen begonnen. Zugegebenermaßen war es zu dieser Zeit leichter im Einzelhandel, JustMusic Moritzplatzaber mein Opa (Jochens Vater) hat gesagt: „wer A sagt muss auch B sagen.“ Und nun ziehen wir es durch.
Wir hoffen, dass sich die angesprochene Entwicklung nicht weiter fortsetzt.

Xound: Begonnen hat ja Alles unter dem Namen „Sound & Drumland“. Später wurde daraus „JustMusic“. Wie kam es zu diesem Schritt?

JustMusic Moritzplatz

Lilli Stock: Es fing alles 1978 mit dem Drumland an. Jochen wollte sich während seines BWL Studiums als Drummer Geld mit einem Trommelladen hinzuverdienen. Das lief Ende der 70er so gut an, dass Sound & Drumland als kleiner Vollsortminentler auf 150qm entstand.
Mit der Übernahme des größten Musikladens des Sozialismus „Takt und Ton“ musste ein zweiter Name gefunden werden – JustMusic hat den Zuschlag bekommen. Mit dem Kauf weiterer JustMusic MoritzplatzStandorte und deren Zusammenführung entschied man sich für JustMusic, da dieser Name am besten zum Konzept passte.

Xound: Der Online-Handel hat in den letzen Jahren extrem zugenommen, daher schließen mehr und mehr kleinere Musikgeschäfte. Wie beurteilen Sie den Online-Trend ?

Lilli Stock: Der Online-Trend wird ein Leben lang andauern und JustMusic Moritzplatzeine extreme Chance der Informationsbereitstellung darstellen. Selbstverständlich haben wir darauf reagiert und mittlerweile einen der tollsten Webshops Europas etabliert.
Handel funktioniert am erfolgreichsten mit einer Multi-Channel Strategie. Laden plus Versand wird das strategisch Optimalste in der Zukunft sein. Die kleinen Musikgeschäfte ohne Webshop werden leider weniger werden.

IMG_3787Xound: Kann der Online-Handel ein echtes Ladengeschäft ersetzen?

Lilli Stock: Nein, in keinem Fall ersetzen. Der Kauf von Musikinstrumenten ist immer ein haptischer. Fühlen, hören, tasten – wie es „The Who“ in ihrem Song einst zum Ausdruck brachte.


Xound: JustMusic ist mittlerweile in mehreren deutschen Städten vertreten. Können wir davon ausgehen, dass es in Zukunft noch JustMusic Moritzplatzweitere JustMusic Standorte geben wird?

Lilli Stock: Wir haben mittlerweile drei Standorte in Berlin, die auch alle weiter existieren werden (JustMusic Flagshipstore, JustMusic Outlet & JustMusic Piano Galerie), einen Store in Hamburg, einen in München und seit Januar zwei in Dortmund. Diese müssen wir jetzt konsolidieren. Die Expansion JustMusics in der letzten Zeit war sehr groß.JustMusic Moritzplatz

Xound: Gibt es bei der Auswahl neuer Standorte gewisse Regionen, die für Sie z.B. aus Rücksicht auf die Mitbewerber tabu sind?

Lilli Stock: Definitiv ja. Wir arbeiten glücklicherweise in einer Branche, in der man sich achtet und respektiert, und JustMusic hat bis auf die Läden in Berlin stets Shops auf freundschaftlicher Basis übernommen.
JustMusic Moritzplatz
Xound: JustMusic ist in Berlin ja bereits in mehreren Locations präsent, wie wurde die Idee zum neuen Megastore geboren?

Lilli Stock: Um es kurz zu machen, dass was hier mit dem neuen Laden gerade entstanden ist und noch entstehen wird, ist der Traum meines Vaters von Beginn an. Schon im ursprünglichen Sound & Drumland ist er beim Einlagern der Ware über seine JustMusic Moritzplatzeigenen Füße gestolpert und hat die Präsentationsware des Öfteren umgeschmissen und dabei geflucht, weil es immer zu klein war.
Abenteuereinkauf in diesen Dimensionen setzt außerordentliche Bedingungen voraus.

Xound: Wann begann die konkrete Planung? Wie lange hat die Fertigstellung gedauert?

Lilli Stock: Die Idee ist 15 Jahre alt. Das Problem, mit zwei Vollsortimentlern in einer Stadt präsent zu sein und nie die richtige Ware am richtigen Ort zu haben, wurde schnell erkannt.
Die Baugenehmigung liegt seit Dezember 2010 vor, nachdem die schwierige Kaufphase doch noch erfolgreich ausgegangen ist. Der Senat etabliert hier in der Zukunft am Moritzplatz den Kultur- und Kreativschauplatz Deutschlands. Er fördert JustMusic Moritzplatzausschließlich inhabergeführte Unternehmen. Durch den Wechsel des Finanzsenators haben wir allerdings zwei Jahre verloren, da er sich erst einmal in dieses Projekt "Kultur- und Kreativzentrum Moritzplatz" einarbeiten musste.
Die Bauphase ging konkret vor zwei Jahren los mit dem Abriss hunderter Wände und der vollständigen Entkernung des denkmalgeschützten Gebäudes.
Durch den viel zu langen Winter kamen etliche Verzögerungen hinzu, bis hin zum Baustopp.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal für die noch nicht vollständige Fertigstellung dieser IMG_3806riesigen Baustelle entschuldigen, ich denke der Laden wird in vier Wochen Europas Paradies für Musiker sein, ohne einen Handwerker auf dem Gelände.

Xound: Wie fühlt man sich, wenn man solch ein Megaprojekt mit Erfolg ans Ziel gebracht hat?

Lilli Stock: Noch sind wir nicht ganz fertig, unsere Ansprüche sind sehr groß.IMG_3791
Für mich war es nach dem Studium ein Sprung mitten ins elendig kalte Wasser, und auch für alle anderen war es Arbeit am Limit. Aber wie man sich eben bei allem, was man kreiert und schafft fühlt – es ist ein großartiges Gefühl.

An dieser Stelle auch noch einen riesen Dank an die Bauleiter und deren Team, an alle Handwerkern, Tischler und die vielen helfenden Hersteller\Lieferanten und vor allem ein großes Dankschön an mein JustMusic-Team. Ohne euch hätten wir das nie geschafft. Ihr seid spitze. Danke JustMusiker !

Vielen Dank an meinen Vater, dass er uns das alles ermöglicht. Wir Kinder - und auch meine Mutter - sind mehr als stolz auf ihn.

Xound: Vielen Dank für das Gespräch, die Xound-Redaktion wünscht JustMusic alles Gute für die ambitionierten Pläne.

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