Kemper Profiling Amplifier

KemperProfilingAmpWhiteSide_vModeling war gestern, heute wird geprofiled!

Der Kemper Profiling Amplifier wird in letzter Zeit häufig in der Fachpresse und in vielen Internetforen als Alternative zu herkömmlichen Modeling-Amps diskutiert. Das Besondere am KPA ist, dass sich jeder Anwender seine eigene Signalkette vom Gitarrenamp über Box bis hin zum angeschlossenen Mikro »profilen« kann. Diese Profile lassen sich speichern und später wieder abrufen, so dass man seine Lieblings-Amps und Boxen jederzeit überall mit hinnehmen kann.
Laut Bedienungsanleitung handelt es sich bei den KPA-Profilen um »exakte digitale Kopien der Originalverstärker«. Diese vielversprechende Aussage erzeugt zwangsläufig eine große Erwartungshaltung, auch bei uns.
Daher haben wir uns entschieden, dem Kemper Profiling Amplifier gemeinsam mit Studio-Gitarrist und Hochschul-Professor Peter Weihe auf den Zahn zu fühlen. Hält der KPA nun, was der Hersteller verspricht? Hier unser detaillierter Praxis-Test.

> Test: Überblick Kemper Profiling Amplifier
> Praxis: Peter Weihe über den Kemper Amp
> Klangbeispiele: Peter Weihes KPA Soundfiles

Das Profiling-Prinzip

Mittlerweile hat sich die Modeling-Technologie durchaus etabliert und liefert in vielen Bereichen recht überraschend gute Ergebnisse. Durch die Lupe betrachtet muss man jedoch feststellen, dass Modeling-Amps oder –Softwares die Lebendigkeit und Komplexität eines »echten« Verstärkers in Kombination mit einer »echten« Box noch nicht 100% wiedergeben, auch wenn man teilweise schon sehr nah dran ist.

Die meisten Modeling Gitarren-Verstärker basieren auf komplexen Algorithmen, die das Verhalten unterschiedlicher Verstärker und Boxen simulieren. Diese Algorithmen werden in den Entwicklungslabors der Soft- und Hardware-Hersteller in recht aufwendigen Prozessen programmiert. Selbst wenn die Modeling-Amps über eine Vielzahl von Features verfügen, mit denen sich der Sound im Nachhinein noch verändern lässt, sind die Algorithmen, nach denen die eigentliche Verstärker- und Boxen- Simulation erfolgt, in der Regel vom Hersteller festgelegt.

Der Kemper Profiling Amplifier geht mit seinem Konzept ein paar Schritte weiter als die typischen Modeling-Amps und bietet die Möglichkeit, eine beliebige Verstärker- und Boxen-Kombination zu »profilen« und diese später nach diesem selbst erstellten Profil zu simulieren. Für die Erstellung eines Profils wird Instrumenten-Eingang des gewünschten Gitarren-Amps angeschlossen. Für den Profiling-Prozess sendet der KPA nun eine Reihe verschiedener Testsignale an den Gitarrenverstärker.

Der Sound, der aus der Box kommt, wird dann z.B. über Mikros abgenommen und über den Return-Eingang des KPAs zurückgeführt. Der Profiling-Prozess dauert je nach Einstellung wenige Minuten. Danach bietet der Kemper noch die Möglichkeit, das Profil durch das Anspielen mit der verwendeten Gitarre zu verfeinern.

Das fertige Profil kann nachträglich noch bearbeitet und mit virtuellen Stomp-Boxen oder Stereo-Effekten belegt werden. Benutzt man den KPA schließlich als Gitarren-Amp mit seinen Profilen, so hat man die Möglichkeit, die üblichen Verstärker-Parameter wie Gain, Master-Volume sowie die Klangreglung zu bedienen. Der KPA sollte dabei in puncto Dynamik, Sättigung und Frequenzspektrum ähnlich wie das Original reagieren.

Doch damit nicht genug, der KPA erlaubt auch Einstellungen, die sogar über die Regelbereiche der Parameter der Original-Amps hinaus gehen.

 

Der Aufbau

Auf den ersten Blick erinnert der Kemper Profiling Amp eher an einen Nähmaschinen-Koffer als an einen Amp. Der KPA ist in einem Metallgehäuse untergebracht und verfügt über einen praktischen Tragegurt aus Leder. Der äußere Gehäuserahmen ist in dunklem Grün gehalten, Vorder- und Rückseite wurden vintage-weiß lackiert. Zur Übersicht wurden einzelne Bearbeitungs-Sektionen mit einem blassen Grünton abgegrenzt.

Auf der Vorderseite des KPA finden wir:KemperProfilingAmpWhiteFront1
• 1 Instrumenten-Eingang (Hi-Z Klinke)
• 1 Kopfhörer-Buchse
• 38 beleuchtete Drucktaster
• 10 Multi-Color LEDs
• 16 digitale Endlos-Drehregler
• 1 Chickenhead-Drehschalter zur Auswahl unterschiedlicher Modi
• 1 beleuchtetes großes LCD-Display, welches je nach Amp- und FX-Typ seine Hintergrundfarbe ändern kannKemperProfilingAmpWhiteBack

Auch auf der Rückseite ist der KPA mit seinen Features recht üppig bestückt:
So finden wir neben der obligatorischen Kaltgeräte-Netzbuchse u.a. jede Menge Audio-Anschlüsse, die übersichtlich in verschiedene Sektionen aufgeteilt sind.

Dazu zählen zwei sogenannte Return-Eingänge (XLR sowie Klinke), über die beim Profiling-Prozess das Signal der Original-Amp-Signalkette zurückgeführt wird.
Das am KPA-Input anliegende Gitarrensignal wird am Direct-Out/Send (Klinke) durchgeschleift, von hier aus geht’s dann zum Original-Amp. Die Buchse kann jedoch auch der KPA mit seinem »Direkt«-Ausgang an den später als eine Art cleaner DI-Ausgang oder als Effekt-Send verwendet werden.

Dazu gibt es noch eine Monitor-Out-Klinkenbuchse, über die sich der KPA z.B. zu Monitorzwecken an eine aktive Monitor-Box anschließen lässt. Während dieses Monitor-Signal in Mono ausgelegt ist, liefern die Master-Outputs (2x XLR sowie 2x Klinke) ein Stereo-Signal, welches direkt an die Eingänge eines Live- oder Studio-Mischpultes angelegt werden kann. Das Stereo-Konzept ist gerade bei der Verwendung von Stereo-Effekten interessant.
Weiterhin bietet der KPA noch ein S/PDIF-I/O, um das Gerät auf der digitalen Ebene einbinden zu können.

Die analogen Audio-Anschlüsse sind fast alle mit Ground/Lift-Funktionen ausgestattet, so hat man genügend Optionen, um mögliches Brummen beim Anschluss an externe Geräte in den Griff zu bekommen.

Neben den Audio-Buchsen bietet der KPA noch MIDI-Anschlüsse (In/Out/Thru; Programmumschaltung oder Parametersteuerung), zwei Switch/Pedal-Buchsen (Klinke) für Pedale und Fußschalter, eine LAN-Netzwerkschnittstelle, zwei USB 2.0-Ports zum Anschließen von externen Speichermedien sowie eine noch nicht definierte Netzwerkbuchse.

Auf der Rückseite des Gerätes klafft z.Zt. noch ein sehr großes Loch, welches laut Hersteller vorerst als Stauraum für Kabel empfohlen wird. Mit einem Augenzwinkern wurde die Nachfrage, ob dort nicht evtl. eine Verstärker-Einheit nachträglich verbaut werden könnte, unkommentiert gelassen. Hier warten wir gerne ab, was sich Christoph Kemper und sein Team noch einfallen lassen werden. Auch in der umfangreichen Bedienungsanleitung (auch auf Deutsch als PDF erhältlich) wird hierauf nicht weiter eingegangen.

 

Bedienpanel

Die Vorderseite des KPA wirkt mit seinen speziellen Bedienungselementen zunächst ein wenig geheimnisvoll. Hat man sich jedoch einmal mit der Bedienungsanleitung auseinandergesetzt, so weiß man schnell alle Features des KPA zu nutzen.

Über den 5-fach Chickenhead-Schalter wählt man zunächst die Modi des KPA:
OFF – schaltet den KPA ausChickenhead-Schalter
TUNER – aktiviert das integrierte Stimmgerät (darüber hinaus wird das Tuning der Gitarre in jedem Mode durch 3 LEDs angezeigt)
BROWSER – dient zur Verwaltung der Presets inkl. der eigenen Profile und aller Effekte
PERFORM – ist für den Live-Einsatz konzipiert und erlaubt das Zusammenfassen von jeweils fünf umschaltbaren Rigs zu einer Performance
PROFILER - für die Generierung von eigenen Amp-Abbildungen

Vor dem ersten Einschalten sollte man sich von der Internetseite des Herstellers die aktuelle Firmware auf einen USB-Stick überspielen und diese in den KPA laden. Beim Booten findet der KPA die neue Betriebssoftware und installiert diese. Dieser Prozess kann schon eine Weile dauern, aber es lohnt sich, da man so alle aktuellen Funktionen zur Verfügung hat. Nachdem das System aktualisiert worden ist, startet der KPA neu, was je nach Presets und Profilen schon 1-2 Minuten dauern kann. Alle Schalter, das Display sowie die LED-Lichtkränze der unteren Regler leuchten oder blinken – ein bisschen Raumschiff Enterprise.

Die Bedienoberfläche ist optisch wie auch bautechnisch in zwei Hälften unterteilt. Die obere Hälfte bietet Funktionen wie Kontrolle des internen Noisegates, der maximal vier einschleifbaren virtuellen Stomp-Boxen, der Stack-Parameter, der Post-Effekte wie Reverb, Delay, und Modulation sowie der Output- und Mastervolume-Parameter.

Die untere Sektion widmet sich dagegen dem eigentlichen Sound-Editieren, Ändern der Systemkonfigurationen, Bearbeiten der Presets oder Profile etc.

Als zentrale Einheit finden wir hier ein komfortables, beleuchtetes LCD-Display mit sechs Endlos-Drehreglern. Während die beiden äußeren Regler GAIN und VOLUME fest definierte Funktionen besitzen, kann die Funktion der vier mittleren Regler variieren.

Display

Die aktuelle Funktion wird im Display angezeigt. In vielen Fällen dienen diese Regler zur Kontrolle der Klangregelungs-Funktionen wie BASS, MID, TREBLE und PRESENCE.

Die sechs Endlos-Drehregler verfügen über einen grünen LED-Leuchtkranz, der jeweils die aktuelle Regler-Einstellung repräsentiert.

Der integrierte Tuner des KPA arbeitet sehr präzise und wird im Display grafisch dargestellt. Im TUNER-Modus wird sogar der Eingangspegel der Gitarre bewusst ein wenig angehoben, damit das Instrument noch feinfühliger gestimmt werden kann. Auch wenn der KPA nicht im Tuner-Modus betrieben wird, wird die Stimmung ständig durch kleine LEDs dargestellt.

Im BROWSER-Modus hat man auch schon mal vorab die Gelegenheit, die mitgelieferten Werks-Presets (oder besser gesagt: Verstärker-Profile der Entwickler) durchzuhören. Auch wenn nicht alle Presets überzeugen, erkennt man sehr schnell, welches Potenzial in dem KPA steckt. Neben den rohen und unbehandelten Presets findet man fertige Sounds in Form von Kombinationen aus Amp-Profilen, Stomp-Boxen, Post-Effekten, Speaker-Typen und Master- Kompressoren.

Der Modus PERFORM steht in der aktuellen Software-Version noch nicht zur Verfügung, aber dem Manual ist schon einmal vorweg zu entnehmen, dass hier der sog. Live-Modus aktiviert wird. Im PERFORM-Modus lassen sich jeweils fünf Rigs zu einer Performance zusammenfassen
und auf der Bühne der Reihe nach abrufen.

 

Zusamensetzung eines Rigs

Die gesamte Signalkette innerhalb des KPAs – von der Input-Sektion über Amp- und Boxen-Simulation inklusive aller Effekte bis hin zum Master-Ausgang - nennt man »Rig«.

Möchte man in sein Setup die internen Stomp-Box Effekte integrieren, so erfolgt dies innerhalb der Stomp-Sektion. Bis zu vier verschiedene Effekte lassen sich dabei in die Slots A bis D einfügen, wobei eine große Auswahl verschiedener Effekte von Wah- und sonstigen Filter-Effekten, über Distortion- bis hin zu Modulations- Effekten wie Chrorus, Flanger, Phaser u.m. bereitsteht.

Die Stack-Sektion repräsentiert den eigentlichen, durch das Profil simulierten Verstärker. Hier lassen sich Amps und Cabinets beliebig miteinander kombinieren. Zusätzlich können im Stack weitere Effekte eingebunden werden. Einstellungen der verschiedenen Module lassen sich auch kopieren, was die Erstellung von eigenen Presets deutlich vereinfacht.

Im Amp-Modul der Stack-Sektion hat man Zugriff auf die Parameter des Verstärker-Moduls. Hier hat man nun u.a. die Möglichkeit, über DEFINITION das generelle Zerrverhalten des Verstärker-Profils genau zu definieren. Die Interaktion zwischen verwendeter Gitarre und Zerrstufe regelt man über POWER SAGGING. Stellt man diesen Parameter auf mehr als 50% ein, können sogar die cleanen Sounds lauter ausfallen als die Verzerrten – verdrehte Welt.

Der Parameter PICK erlaubt es, den Plektrum-Anschlag losgelöst von der Sustainphase des Sounds zu kontrollieren. So lässt sich mit diesem vom Zerrgrad unabhängigen Parameter einstellen, ob der Sound eher einen perkussiven oder einen weichen Charakter haben soll.

Zum Amp-Modul zählt ebenso ein spezieller Kompressor, der in die Amp-Simulation integriert ist. Der Kompressor wirk anders als ein üblicher Kompressor, so werden z.B. nur die cleanen Signale verstärkt, die Verzerrten bleiben unverändert.

Die EQ Sektion des Stacks erinnert an die Klangregelung eines Gitarrenverstärkers und liefert Parameter wie BASS, MID, TREBLE und PRESENCE.

Wichtig für das Ansprechen des nachgeahmten Verstärkers ist der Gainregler.

Interessant ist u.a., dass man den Gainregler wie auch die Stack-Klangreglung beim KPA noch extremer einsetzen kann als das Original dies erlaubt. Dies erweitert die Möglichkeiten des KPAs deutlich. Es ist sogar möglich, über die »Clean Sens«- und »Distorted-Sens«-Parameter die Lautheits-Verhältnisse zwischen klarem und verzerrtem Sound zu ändern und das System auf unterschiedliche Ausgangs-Pegel verschiedener Gitarren anzupassen. Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass der Übergang zwischen cleanen und verzerrten Sounds selbst beim Wechsel der Gitarre stets optimal dosiert werden kann.

Bei der Zusammenstellung eines Rigs lassen sich verschiedene Verstärker und Boxen (Cabinets) aus den Presets miteinander kombinieren. Die Sektion CABINET bietet zum Finetuning diverse Parameter, eine Art Klangreglung und eine CHARACTER-Funktion wie bei einer üblichen Boxen-Simulation.

Da man beim Erstellen eines eigenen Profils ja stets die gesamte Signalkette von der Gitarre bis hin zum Mikro vor der Box einfängt, erschließt sich allerdings nicht, wie man eigene Boxen- und Amp-Profile losgelöst voneinander in den KPA hineinbekommt.

Schließlich sei noch die Stereo-Effekt-Sektion des KPAs genannt. Die vorhandenen Effekte sind dabei in vier Gruppen X, MOD, DELAY und REVERB unterteilt. Der Bereich X bietet Zugriff auf die Effekte, die wir auch bei den o.g. Stomp-Boxen zur Verfügung habe, hier allerdings arbeiten alle Effekte in Stereo. Während MOD sich den Modulationseffekten widmet, liefern DELAY und REVERB, wie zu vermuten, Echo- und Hall-Effekte. Tempo-relevante Effekte wie z.B. Delay können über die Taste TAP durch rhythmisches Antippen synchronisiert werden.

 

Erstellen eines eigenen Verstärker-ProfilsKemperProfilingAmpWhiteSide2

Kommen wir nun zum spannendsten Alleinstellungsmerkmal des Kemper-Amps, dem Erstellen eigener Verstärker-Profile.

Trotz der Komplexität des Vorgangs ist es der Kemper-Mannschaft gelungen, das Handling extrem einfach zu halten. Das Setup hierfür ist ebenfalls schnell erklärt: Zunächst wird der Chickenhead-Schalter auf den Modus PROFILER eingestellt. Nun verbindet man den Direct Out des KPAs mit dem Eingang des Gitarrenverstärkers. Der Verstärker wird mit der gewünschten Lautsprecher-Box verbunden, der Sound der Box wird nun wieder zum Return-Eingang des KPAs zurückgeführt.

Möchte man nur ein einziges Mikro verwenden, so lässt sich dieses direkt an den KPA anschließen. Da der Kemper Amp an seinem Mikro-Eingang keine Phantom-Power liefert, fällt der Anschluss eines Kondensator-Mikros unter den Tisch. Dies stellt aber in der Praxis keine wirkliche Einschränkung dar. Um gut klingende Profile zu erstellen, wird man – wie in der Studiopraxis üblich - ohnehin mehrere Mikrofone verwenden und diese dem gewünschten Sound entsprechend über ein Mischpult zusammenmischen.

Für den Profiling-Prozess sendet der KPA nun eine Reihe verschiedener Testsignale – eine Mischung aus unterschiedlichen Sinus- und Noise-Signalen – an den Gitarrenverstärker.

Vor dem Start des Profiling-Prozesses fragt der KPA noch diversen Setup-Einstellungen ab. So lässt sich auch festlegen, ob man einen cleanen oder einen verzerrten Sound »einfangen« möchte. Wünscht man nur cleane Sounds, so  verkürzt der KPA den Profile-Prozess und lässt die speziellen Testsignale für Zerr-Profile weg. Schließlich stellt man noch die Lautstärke des über Mikro zurückkommenden Signals ein, um später ein optimales Ergebnis zu erhalten.

Wenn möglich, sollte man externe wie auch die internen Effekte beim Profilen weglassen, damit man später wirklich nur den Amp/Boxen-Charakter simuliert.

Je nach Einstellung dauert der Profiling-Vorgang weniger als eine Minute. Danach empfiehlt es sich, das Ergebnis über die Funktion REFINE PROFILE zu verfeinern. Dazu schließt man die Gitarre an den KPA-Eingang an und spielt den Verstärker für ca. 20 Sekunden (am Besten mit energiereichen Powerchords) an. Dabei erfasst der Kemper weitere charakteristische Merkmale des Original-Verstärkers, vor allem in Bezug auf das Zerrverhalten. Nach dem Profiling-Vorgang justiert sich der Gain-Regler des KPA automatisch in einer Neutralstellung, die dem Zustand des Originals während des
Profilings entspricht. Davon ausgehend lässt sich nun mehr oder weniger GAIN geben, und der KPA simuliert entsprechend, wie sich der Original-Verstärker verhalten würde. Wie bereits erwähnt, kann man sich mit der Gain-Einstellung sogar über die Grenzen des Originals hinaus bewegen, was völlig neue Sound-Möglichkeiten eröffnet.

Zum direkten Vergleich zwischen Profil und Original verwendet man nun die A/B-Funktion, doch Vorsicht: Wie wir feststellen konnten, stellt dieses Feature keinen echten A/B-Vergleich dar, da das direkte Gitarrensignal am Direktausgang des Kemper-Amps bereits leicht verfälscht ist – mehr dazu im folgenden Praxis-Teil von Peter Weihe.

 

Datensicherung

Ist man mit den erstellten Profilen zufrieden, so lassen sich die Basis-Sounds noch mit vielen Parametern beeinflussen. Danach geht es ans Speichern. Der Speichervorgang ist um einiges umfangreicher und bedeutet mehr, als nur den Namen des Presets einzugeben. Neben dem benutzten Amp und Box sowie Mikrofonen und Mikrofon-Positionen werden auch Name und Wohnort des Autoren abgefragt. Da die Eingabe der Infos über die Endlos-Drehregler erfolgt, ist dieser Prozess nicht sonderlich komfortabel. Der KPA verfügt über eine Speichermöglichkeit der Preset-Bänke nicht nur im Gerät, sondern auch auf externe USB-Datenträger wie z.B. einen Stick.

Interessant dürfte auch sein, dass sich einzelne Profile via Internet an andere User weitergeben lassen. Schon jetzt finden wir im Kemper-Forum (www.kemper-amps.com) eine Fülle von verschiedenen User-Profilen.

Autor: Hagü Schmitz
PeterWeihe

Weitere Artikel zum Thema:

> Praxis: Peter Weihe über den Kemper Amp
> Klangbeispiele: Peter Weihes KPA Soundfiles



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Facts

GRÖSSE: 337 x 214 x 165 mm (B x H x T)
KONSTRUKTION: Metallgehäuse, geschlossen
GEWICHT: ca. 5 kg
SYSTEMART: DSP-gesteuerter Gitarren-Profiler
EFFEKTE: Reverbs, Delays (Tap), Modulations, Overdrive/Distortion, Compressor, Masterchannel Compressor uvm.
BEDIENELEMENTE FRONT: 16 Endlosregler für div. Funktionen, 38 beleuchtete Drucktaster (weiß, Kunststoff), LCD-Display 12 x 3,5 cm, Hintergrundbeleuchtung Multicolor, 5-Wege Chickenhead-Regler, stark gerastert
EIN-/AUSGÄNGE FRONT: Instrumenten-Eingang & Phones-Ausgang
EIN-/AUSGÄNGE BACK: Return (Mono-Klinke/XLR mit Ground/Lift), Alternative Input (Klinke), Direct Output / Send (Mono-Klinke, Ground/Lift), Monitor-Output (Mono-Klinke, Ground/Lift), MASTEROutput (2x XLR/ 2x Klinke, Ground/Lift), S/PDIF I/O, MIDI In/Out/Thru, Switch Pedal 1/2 (jeweils Mono-Klinke), LAN-Network, 2 x USB-Host, Netzstecker
LIEFERUMFANG: Englische Bedienungsanleitung, Netzkabel

UVP*: 1.450 EUR

www.kemper-amps.com

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