EBS FUZZMO

w IMG 4573Mit FUZZMO kreiert der schwedische Hersteller EBS eine Brücke zwischen Distortion- und Fuzz-Pedalen und - wie von EBS gewohnt - auf dem Niveau der Profis. Was das Effekt-Pedal im Detail zu bieten hat, erfahrt ihr im folgenden Xound-Praxistest.

Distortion- oder Fuzzpedale gibt es mittlerweile in allen möglichen Varianten – selbst speziell für Bass, wobei sich die Produkte mitunter deutlich in puncto Qualität und Performance unterscheiden.
Manches Gerät, welches beim Bass-Solo zunächst überzeugt, kann sich mit seinem Klang nicht im dichten Soundgefüge einer Band durchsetzen. Wie meine Erfahrung mit den EBS Bass-Effekten zeigt, scheint der schwedische Hersteller allerdings ein gelungenes Rezept gefunden zu haben. So reiht sich auch FUZZMO in die Top-Liste der überzeugendsten Bass-Effektpedale ein – soviel sei vorweggenommen.

Gleich auf den ersten Blick vermittelt FUZZMO einen sehr robusten Eindruck. Dass auch die Haptik stimmt merkt man gleich beim ersten Kontakt mit den Reglern. Das 9 x 11,5 x 3,5 cm große Gehäuse ist im dezent bravem Schwarz gehalten, doch der Schein trügt. Beim zweiten Hinsehen fällt dann der stilisierte Stacheldraht-Print auf. Spätestens jetzt sollte man ahnen, dass FUZZMO alles andere als brav ist.

Funktionen

Wie von üblichen Effektpedalen gewohnt, bietet FUZZMO zwei 6,3 mm Klinken-Buchsen als Ein- und Ausgang. Gespeist wird das Gerät, über eine 9 Volt-Batterie. Zum Austauschen der Batterie muss man den Boden des Pedals aufschrauben. Alternativ kann die Spannungsversorgung auch über ein optionales Netzteil oder z.B. über das Netzteil des Pedalboards erfolgen. Die Anschlussbuchse für das Netzteil befindet sich an der Stirnseite des FUZZMO. Eine weitaus praktischere Lösung zur Spannungsversorgung liefert das „EBS Phantom Power“-Konzept. Dabei wird die Spannung von einem nachfolgenden EBS-Amp über die FUZZMO-Ausgangsbuchse zum Effektgerät geführt. Während die Spitze eines Stereo-Klinkensteckers den heißen Pol für das Audio-Signal liefert, wird über den Ring des Stereo-Klinkensteckers die Phantom-Spannung übertragen. Das Gehäuse, bzw. der Schirm des Klinkensteckers stellt die gemeinsame Masse dar.

Trotz seiner klanglichen Vielfalt kommt FUZZMO mit recht wenigen Bedienelementen daher.
Der Ein/Aus-Fußschalter macht einen extrem robusten Eindruck und wird auch einen festeren „Tritt“ überstehen. Ist der Effekt ausgeschaltet, so erzeugt das Gerät einen „True Bypass“, d.h. das Eingangssignal wird verlustfrei direkt zur Ausgangsbuchse geführt. Der eingeschaltete Zustand wird durch eine LED signalisiert. Diese fungiert indirekt wie eine Batterieanzeige. Ist die LED aus, wird es Zeit die Batterie zu wechseln.
Als Bedienelemente bietet FUZZMO die vier Regler GAIN, SHAPE, VOLUME und BLEND sowie einen Dreistufenschalter „CHARACTER“.
Für die Regler ist ein einfaches Raster aufgedruckt, welches die Extrem-Positionen ganz rechts und ganz links, sowie die Mittelstellung repräsentiert.fuzzmo angle

GAIN - Dieser Regler kontrolliert den Eingangspegel bzw. die Eingangsverstärkung. Somit lässt sich exakt dosieren, wie stark die Distortion-Stufe angesteuert werden kann - von ganz dezent bis Ultra High-Gain.

SHAPE - Mit diesem Parameter lässt sich der Charakter der Distortion-Wellenform beeinflussen, eher in Richtung Rechteck- oder in Richtung Dreieckwelle.

VOLUME – Der Volume-Regler hat die Funktion, ähnlich eines Master Volume-Reglers und eignet sich, um die Ausgangslautstärke bei „Effekt an“ an die Original-Lautstärke („Effekt aus“) anzugleichen.

BLEND – Diese Funktion stellt eine einfache Mischstufe dar, mit der sich die Balance zwischen Original- und Effektsignal stufenlos einstellen lässt.

CHARACTER – Der Schalter bietet drei Stufen zur Kontrolle eines internen Klangfilters. In Position FLAT ist das Filter deaktiviert, die Mittelposition liefert eine sanfte Absenkung der unteren Mitten, während die Schalterstellung SCOOP für eine stärkere Absenkung (-6dB bei 300 Hz) sorgt.

Anwendung und Sound

Ich habe den EBS FUZZMO sowohl bei Aufnahmen über eine DI-Box, als auch über meine Bassanlage getestet. Die Performance war in beiden Fällen überzeugend, wobei das DI-Signal generell etwas schärfer klang, als der warme Amp- bzw. Boxen Sound.
Als erste Anregung findet man im FUZZMO-Manual gleich einige Basiseinstellungen für diverse Soundcharaktere. Von diesen Einstiegs-Setups ausgehend, findet man, abhängig vom angeschlossenen Bass-Instrument und der persönlichen Spielweise aber sehr schnell die eigenen Lieblings-Setups. Selbst wenn sich durch Kombination der vier Regler und dem CHARACTER-Schalter eine enorme Zahl von unterschiedlichen Soundcharakteren erzeugen lassen kommt man stets recht schnell zum Punkt, da die Funktion der einzelnen Parameter sehr eindeutig und präzise ist.
Beim Spielen merkt man sofort, dass FUZZMO immer sehr lebendig und keinesfalls statisch wirkt. Durch die Dynamik des Spiels lässt sich die Intensität der Verzerrung jeder einzelnen Note ausdrucksvoll mit den Fingern kontrollieren – selbst bei „vollem Brett“. Dies macht den EBS-Verzerrer so interessant für virtuoses Vollgas geben.
Durch die dynamische Kontrolle wirkt der Sound auch bei extremer Verzerrung stets noch transparent und differenziert – nichts matscht!
Wie bereits erwähnt, erlaubt der SHAPE-Parameter den Soundcharakter der Distortion-Wellenform in Richtung Rechteck oder in Richtung Dreieckwelle zu verschieben, wobei ein Hoch- wie ein Tiefpass zum Einsatz kommen. Der Sound kann damit je nach Einstellung zwischen sägend aggressiver Verzerrung und weich angezerrtem Charakter variieren.
Deutliche Klang-Veränderungen ermöglicht auch das zuschaltbare Filter (CHARACTER). Je nach Stufe werden dabei bis zu 6dB bei 300 Hz weggenommen, was dem Bass-Sound den knurrigen Charakter nimmt. Der CHARACTER-Schalter bietet daher die Möglichkeit, den warmen, knurrigen Sound eines E-Basses in einen eher technisch kalten Synthe-artigen Sound zu verwandeln.
Abgerundet wird das Konzept des FUZZMO durch den Blend-Regler, mit dem sich das druckvolle Original-Basssignal mit dem Effektsignal mischen lässt. Durch das Distortion-Processing gehen in der Regel die fetten Bässe des Instrumentes mehr oder weniger verloren und der Bass wirkt kraftlos, obwohl oben alles zu kochen scheint. Mit der richtigen Dosierung des Original-Anteils in Relation zum Effekt via Blend-Regler kann man extremste Effekte realisieren, ohne den wichtigen Druck im Bass zu verlieren.

Fazit

Mit dem hundert Prozent analogen FUZZMO lassen sich extrem verzerrte, teilweise schon sehr aggressive Bass-Sounds erzeugen, die sich wiederum mit Hilfe von Filtern sowie einer Mischstufe kontrolliert bändigen lassen. So lässt sich eine optimale Balance zwischen charaktervollem Extrem-Effekt und dem Original-Bassfundament finden. FUZZMO deckt die gesamte klangliche Bandbreite von mega aggressiv bis smooth ab. Beeindruckend ist auch wie gut das Gerät auf die Spieldynamik reagiert.
Die Bedienung ist sehr einfach und – im wahrsten Sinne des Wortes – effektiv!

Autor: Hagü Schmitz

www.boxoftrix.de

UVP.: 213 EUR (Strassenpreis: 179 EUR)

Facts

Geräteart: Distortion/Fuzz-Padal für Bass
Effektprocessing: 100% analog
Regler: GAIN, SHAPE, VOLUME, BLEND
Schalter: CHARACTER (Filter Mid scoop: 0 / -6 dB @ 300 Hz
Sonstiges: True Bypass
Stromversorgung: 9-12VDC
Stromverbrauch: 7mA
Abmessungen: 9 x 11,5 x 3,5 cm (B x T x H)
Gewicht: 480g
Lieferumfang: Gerät, 9V Batterie, Manual



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