Test: Fractal Audio Axe-Fx II Mk 2

Controller und Modifier

Wie gesagt: die Möglichkeiten des Axe-Fx II haben fast keine Grenzen. Das gilt auch für die Kontrollmöglichkeiten der Parameter. Wenn man mit dem Axe-Fx II einen Wah-Sound erzeugen möchte, benötigt man natürlich einen Controller, der den Effekt steuert (wie bei einem analogen Wah-Pedal). In diesem Fall bietet sich ein Expression-Pedal an. Expression-Pedale kann man direkt an der Rückseite des Gerätes anschließen, per Midi, oder am Fractal Audio MFC-101 Controler Pedal. Um mit dem angeschlossenen Expression Pedal nun die Position des Wahwahs zu steuern, muss es mit dem entsprechenden Parameter des Wah-Blocks verknüpft werden. An dieser Stelle kommen die sogenannten Modifier ins Spiel. Ein Modifier verknüpft, einfach gesagt, einen Controller mit dem Parameter, den der Controller kontrollieren soll. Im einfachsten Fall sorgt es nur dafür, dass der gesteuerte Parameter linear vom Controller, in diesem Fall dem Expression Pedal abhängt. Diese Abhängigkeit muss allerdings nicht linear sein. Die Abhängigkeit wird graphisch in einer Kurve dargestellt, die sich frei verändern lässt.Display Modifier Man könnte hiermit z.B. dafür sorgen, dass das Wahwah logarithmisch vom Expression Pedal abhängt, oder dass es in der Mitte des Regelweges seinen höchsten Wert hat und danach wieder abnimmt. Auf diese Weise lassen sich natürlich nicht nur Wahwahs steuern, sondern auch viele andere Parameter des Axe-Fx II – auch mehrere Parameter gleichzeitig mit dem gleichen Controller. Das Axe-Fx II besitzt zusätzlich noch interne Controller, zum Beispiel in Form von LFOs, Sequenzern und Envelope Followern. Damit lässt sich die Veränderung von Parametern automatisieren. So ist zum Beispiel ein Auto-Wah Effekt möglich, der entweder zeitgesteuert ist (LFO), oder von der Spieldynamik gesteuert wird (Envelope Follower).
Ein weiterer Controller ist der Pitch Detector, der einen Parameter anhand der Tonhöhe verändert. Damit könnte man zum Beispiel ein Delay erzeugen, das bei tiefen Tönen sehr dezent ist und stärker wird, je höher man spielt.
Mit diesen Features lassen sich auch sehr abgedrehte Sounds basteln, die sich nicht mehr wirklich nach Gitarre anhören. Auch Synthesizer ähnliche Sounds sind kein Problem. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.

Um ein noch besseres Bild von den Möglichkeiten und Grenzen des Fractal Audio Axe-Fx II zu bekommen, haben wir keinen Geringeren als Peter Weihe in seinem Studio besucht. Gemeinsam mit Studenten des aktuellen Pop-Kurs Hamburg haben wir Sounds des Axe-Fx II mit Sounds von Peters Amps verglichen und auf ihre Verwendbarkeit in Produktionen untersucht. Dabei lag unser Hauptaugenmerk darauf, schnell und einfach studiotaugliche Sounds alleine mit dem Axe-Fx II zu erzeugen. Wie schon beim Test des Kemper Profiling Amps haben wir Sounds mit alten Verstärker-Schätzen von Marshall bis Fender verglichen.
v.l.: Max Kämmerling, Julian Elsesser, Levin Siert, Peter Weihe, Marco Hohner (v. unten), Matthias Strass, Florian Fleischer, Julius HeilLeon und Levin beim SoundcheckNach unserem Test in Peters Studio sind wir zur Hochschule gefahren. Dort haben wir das Fractal Audio Axe-Fx II in den Proberäumen des Pop-Kurs mit einigen Peters Studenten noch mal angespielt und sie nach ihrer Meinung zum Axe-Fx II Studio- und Proberaum-Test befragt.

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