Motion Control


Die Motion Control Synthese-Engine vereint und steuert die zwei Synthesizer-Engines AWM2 und FM-X. Innerhalb der PERFORMANCE können die beiden Engines beliebig in acht PARTS über die Tastatur verteilt werden, sowohl als Split oder als Layer.
Mit den drei Motion Controllern SUPER KNOB, MOTION SEQUENCES und ENVELOPE FOLLOWER, lassen sich diese beiden Engines zusätzlich noch weitreichend modulieren. Damit lassen sich Klangverläufe realisieren, die auf früheren Hardware-Synthesizern so nicht möglich sind.

SUPER KNOB
Bei dem SUPERKNOB handelt es sich um einen großen und beleuchteten Drehregler, mit dem man sehr leicht dynamische Klangveränderungen von extrem bis subtil erzielen kann. Der SUPERKNOB ermöglicht nämlich die gleichzeitige Steuerung mehrerer Drehregler und Fader, die man dem SUPER KNOB frei zuweisen kann, welche wiederum ihrerseits diverse, zugewiesene Klangparameter kontrollieren. So kann man z.B. Cut-Off Frequenz, Lautstärke eines PARTS, Hall und Hüllkurven gleichzeitig ändern, was trotz der 8 Fader und 8 Drehregler mit zwei Händen allein so gar nicht möglich wäre. Besonders empfehlenswert fand ich, den SUPERKNOB mit Hilfe eines an der Rückseite des MONTAGE angeschlossenen EXPRESSION PEDALS (z.B. Yamaha FC-7) zu steuern. So hat man beide Hände frei zum Spielen und kann nach Herzenslust dynamische Klangverläufe in Echtzeit generieren. Besonders ausdrucksstark lassen sich damit Orchestersounds spielen, aber auch ganze Collagen aus verschiedenen Pads damit meistern oder eben auch abgefahrene Sequenzen erstellen. Sehr beeindruckend!
Die FOOT CONTROLLER 2 Buchse ist bei Anschluss eines FC-7 bereits ab Werk für den SUPERKNOB vorprogrammiert.

MOTION SEQUENCES
MOTION SEQUENCES sind tempo-synchronisierte, vollständig anpassbare Controller-Sequenzen, die auf nahezu jeden Synthesizer-Parameter wirken können und somit unglaubliche, kreative und neue Möglichkeiten des Sound-Designs bieten. Der MOTION SEQUENCER funktioniert ähnlich wie ein herkömmlicher mehrspuriger Step-Sequencer, jedoch mit dem Unterschied, dass dort keine Noten, sondern zugewiesene Klangparameter in Echtzeit gesteuert werden. Man kann bis zu acht beliebige Sequenzen für eine Spur zuweisen. Außerdem kann man bis zu vier LANES für die Motion-Sequencer-Funktion für jeweils einen PART einrichten. Bis zu acht LANES können für die gesamte PERFORMANCE gleichzeitig verwendet werden. Eine LANE kann quasi als eine Spur oder Track des MOTION SEQUENCERS angesehen werden, die auf die ihm im CONTROLL ASSIGN zugewiesenen Parameter zurückgreift.
Das klangliche Ergebnis erinnerte mich ein wenig an das Wave-Sequencing von KORGs WAVESTATION, PROPHET VS oder das der Waldorf Synthesizer, wenn es auch hier beim Yamaha MONTAGE  hauptsächlich um Controller Sequenzen geht und weniger um Wave-Sequenzen.
Gerade Freunde elektronischer Tanz und Clubmusik werden ihre Freude daran haben. Damit lassen sich die typischen pulsierenden und rhythmisch gefilterten Chord- und Pad-Figuren realisieren. Auch Wah-Wah-Gitarren Riffs können dort hervorragend erstellt werden.
Selbstverständlich lassen sich die MOTION SEQUENCES zum jeweiligen Songtempo synchronisieren.
Der MOTION SEQUENCER kann über den Taster MOTION SEQ ON/OFF auf dem Bedienfeld ein- bzw. ausgeschaltet werden. Durch Drücken der Nummerntasten B [1] – [8] lassen sich dann die die einzelnen Motion-Sequenz-Typen umschalten. In Kombination mit dem SUPER KNOB hat man ein fantastisches Modulationswerkzeug an der Hand, was seinesgleichen sucht. Kompliment!

ENVELOPE FOLLOWER
Der ENVELOOP FOLLOWER wandelt ein Audio-Signal in eine Steuerquelle für nahezu jeden Synthesizer-Parameter um. Mit dem ENVELOPE FOLLOWER lassen sich die MOTION SEQUENCES mit Tempo und Lautstärke des Audio-Eingangs und weiterer Parts synchronisieren und im Klang beeinflussen. Der „Envelope Follower“ ist eigentlich nur eine Funktion zur Erkennung der Lautstärkehüllkurve der Wellenform des Eingangssignals und zur dynamischen Veränderung des Sounds. Mit dieser Funktion kann man beim MONTAGE aber nicht nur die PART-Ausgabe, sondern auch die Eingangssignale von externen Geräten steuern, die an den A/D-INPUT-Buchsen des MONTAGE angeschlossen sind.
Die Eingangsquelle jedes Envelope Followers ist festgelegt, z. B. PART 1 für EnvFollower 1, PART 2 für EnvFollower 2 und der Audio Part für EnvFollower AD. Das von jedem Envelope Follower ausgegebene Signal kann jedoch wiederum eine „Eingangsquelle“ für jedes beliebige Ziel sein, z. B. ein beliebiger PART oder sogar die gesamte PERFORMANCE. Dadurch kann man z. B. den Sound von PART 2 verändern, indem man den Envelope Follower von PART 1 (EnvFollower 1) als „Source“ verwendet. Der Envelope Follower als „Source“ und der durch den Envelope Follower zu steuernde Zielparameter (der „Destination“ genannt wird) werden im Control-Assign-Display eingestellt.
Gerade in Verbindung mit dem FM-X Synthesizer des MONTAGE dürften Sounddesigner jetzt schon feuchte Augen bekommen, lassen sich doch auf diese Weise FM Sounds - sprich bereits frequenzmodulierte Sounds - erneut miteinander modulieren.