Die Klangerzeugung


Im Gegensatz zu seinem Vorgänger MOTIF XF gibt es keinen gesonderten VOICE oder PERFORMANCE Modus mehr. Der MONTAGE befindet sich nun in einem permanenten „PERFORMANCE Modus“, welcher bis zu 16 PARTS (Einzelsounds – früher Voices) enthalten kann. Für Live-Einsätze auf der Bühne lassen sich dennoch diese PERFORMANCES in sog. LIVE-SETs organisieren, ohne sie kopieren, ändern oder umbenennen zu müssen. Effekteinstellungen der PERFORMANCES bleiben somit erhalten. Eine große Erleichterung gegenüber dem MOTIF XF. Sehr schön!

Drei verschiedene PART-Typen stehen beim MONTAGE zur Auswahl: NORMAL PARTS (AWM2), NORMAL PARTS (FM-X) und DRUM PARTS.

Ein NORMAL PART (AWM2) kann aus bis zu acht sog. ELEMENTS, ein NORMAL PART (FM-X) aus bis zu acht Operatoren, sog. OPERATORS und ein DRUM PART aus bis zu 73 Drum Keys (Schlagzeugtasten) bestehen.
Ein ELEMENT, OPERATOR oder DRUM KEY ist somit die grundlegende und kleinste Einheit eines PARTS. Durch Kombination mehrerer ELEMENTS/OPERATORS/KEYS können PARTS erstellt werden, die noch realistischere bzw. komplexere Klänge produzieren. Jeder Part wird durch die Bearbeitung der spezifischen Parameter des jeweiligen ELEMENTS/OPERATORS/KEYS (ELEMENT-Edit-/OPERATOR-Edit-/KEY-Edit-Parameter) erstellt, sowie von Parametern, die allen ELEMENTS/OPERATORS/KEYS gemein sind (ELEMENT-COMMON-Edit-/OPERATOR-COMMON-Edit-/KEY-COMMON-Edit-Parameter).
Je nach den Einstellungen im PART-Edit-Modus erklingen diese Elements gleichzeitig, oder sie erklingen je nach Notenbereich, Velocity-Bereich und den XA-(Expanded Articulation) Einstellungen.


AWM2
NORMAL PARTS (AWM2) erzeugen in der Regel hochwertige Instrumentalklänge, die man über die gesamte Tastatur spielen kann und dank Yamahas XA-(Expanded Articulation) Technologie und einem gegenüber dem MOTIF XF fast 10 mal so großen Waveform Speicher unglaublich realistisch und nuanciert klingen.

XA-(Expanded Articulation) Technik
Für diejenigen, die bisher noch nie einen MOTIF unter ihren Fingern hatten, möchte ich kurz diese Technik näher erläutern. Bei der XA-Technik erzeugt der MONTAGE, wie auch schon der Vorgänger MOTIF XF, Instrumentenklänge, welche unter dem Namen „Super Articulation Voices“ auch schon bei Yamahas Entertainkeyboards der Tyros-Serie (ab TYROS2) zum Einsatz kommen.
Diese XA-Klänge nutzen die Kombination von bis zu 8 ELEMENTS, um absolut dynamische Soundvariationen zu bilden. Über zwei frei belegbare ASSIGN1/2-Taster werden z.B. Streicher von Marcato auf Pizzicato umgeschaltet oder aber es wird ein spezieller Legato-Effekt für bestimmte PARTS erzeugt. Damit kann man einer Gitarre herrliche Slides entlocken oder ein Flageolett erzeugen etc. Auch bei den Bass-Gitarren gibt es zahlreiche Sounds, die sich der XA-Technik bedienen.

Was ist eigentlich das besondere an der XA Technik?
Mit XA (Extended Articulation) werden die Klangfarben noch über XA-Control gesteuert.
Dies bewirkt z.B. bei einem Legato gespielten Instrument (mittels der XA-Control-Parametereinstellungen „Normal“ und „Legato“), dass wenn sich zwei Tasten überlappen, alternativ ein anderes Element bzw. Sample aufgerufen wird.
So klingen dann z.B. Gitarren Legato gespielt völlig anders als Staccato gespielt. Über die Funktion "Key Off" wird z.B. bei einigen Sounds dann in der Release-Phase ebenfalls ein zusätzliches Sample aufgerufen. Der MONTAGE reproduziert diese subtilen Klangvariationen durch die XA-Control-Parametereinstellungen „Cycle“ und „Random“. Mit dieser Technik sind viele Instrumentenklänge wesentlich lebendiger zu spielen und klingen viel authentischer, so dass diese teilweise kaum noch von den Original-Instrumenten zu unterscheiden sind.
Die oben beschriebenen, äußerst vielseitigen Funktionen können aber nicht nur bei akustischen Klängen, sondern auch bei Synthesizer-Sounds und elektronischen Parts wirksam eingesetzt werden.

Klangqualität der neuen Wellenformen
Viele der neu hinzugekommenen Wellenformen weisen aufgrund des um fast mehr als 10 mal so großen Wellenformspeichers gegenüber dem MOTIF XF eine sehr hohe Klangqualität auf. Dies kommt vor allem den akustischen Piano-Klängen sehr zu Gute, die nun durchaus mit einem Digital-Piano mithalten können. Bei den Akustikpianos hat Yamaha sich seiner berühmten Flügelmodelle CFX und S6 bedient.

Bösendorfer 290 Imperial Grand Piano Library
Zusätzlich gibt es für Käufer, die ihren MONTAGE im Zeitraum vom 06.05.2016 bis 31.12.2016 erwerben einen besonderen Leckerbissen. Eine Sound Library des legendären Bösendorfer 290 Imperial Flügels steht für registrierte Kunden kostenlos zum Download bereit. Dank des bereits ab Werk eingebauten 1.75 GB Flash ROM Speichers lässt sich diese Sound Library problemlos in den MONTAGE laden und erweitert somit den Piano Bereich um einen weiteren wunderbar klingenden Flügel. Sein warmer Klang eignet sich hervorragend, um Werke von Brahms, Beethoven, Oscar Peterson u.a. spielen zu können und wird Liebhaber klassischer Musik besonders begeistern, was jedoch nicht heißen soll, dass nicht auch Musiker anderer Genres dieses Instrument gewinnbringend einsetzen können. Er klingt halt dunkler und runder als der typisch gewohnte Yamaha Flügelsound und ist damit eine willkommene Bereicherung. Die gesampelten bzw. importieren Wellenformen behält der MONTAGE auch nach dem Ausschalten des Instrumentes im Speicher, was gerade für Livemusiker einen wahren Segen darstellt, da somit lange Ladezeiten auf der Bühne entfallen.

Die verschiedenen E-Piano und Fender Rhodes Simulationen wissen ebenfalls zu gefallen.  Die Gitarrenwellenformen klingen allesamt sehr fein und edel und kommen mit den verschiedenen Effektmöglichkeiten des VCM-Effektprozessors (siehe VCM-Effekte) sehr authentisch daher.
Sie zählen für mich mit Abstand zu den derzeit am besten klingenden Gitarrensounds aus einem Keyboard. Auch zahlreiche Wellenformen von bekannten Synthesizer-Klassikern wurden im MONTAGE verewigt und bieten ein hervorragendes Ausgangsmaterial für die Kreation neuer Synthesizer-Klangfarben oder zum Kombinieren mit dem FM-X Synthesizer.
Ebenso begeistert haben mich die unzähligen Bass-Sounds, die sehr edel und druckvoll daherkommen. Auch die mit viel Liebe programmierten Pad-Sounds zeigen recht eindrucksvoll, welch klangliches Potential im MONTAGE steckt. Ebenso die neuen Orchester- und Streicherklänge. Und dies ist nur die eine Hälfte des MONTAGE.

Der MONTAGE ist aufgrund der enthaltenen AWM2 Engine darüber hinaus auch zu den früheren MOTIF XF Modellen voll kompatibel und kann deren Sounds und die dazu verknüpften Samples direkt von einem angeschlossenen USB-Medium lesen. Auch Sounds von Drittanbietern für den MOTIF XF können direkt geladen werden. Der Versuch ein MOTIF XF Soundsets eines Drittanabieters in den MONTAGE zu laden klappte auf Anhieb. Die neu importierten Sounds fanden sich nach dem Laden in der USER Bank wieder. Hierfür empfiehlt Yamaha das „.X3A“ File-Format zu wählen. Sehr schön und vorbildlich!
Sounds älterer Modelle wie z.B. MOTIF XS, MOTIF ES und S90 XS / S70 XS können über einen kleinen Umweg ebenfalls in den MONTAGE geladen werden. Hierfür werden die entsprechenden Sounds in den Yamaha MOTIF XF Editor importiert, dort am besten als „.X3E“ File-Format gespeichert und anschließend wieder direkt vom MONTAGE geladen. Hierbei ist zu beachten, dass im Gegensatz zum „.X3A“ File-Format der MOTIF XF Sounds beim X3E“ File-Format des MOTIF XS und des S90XS/S70XS nur Sounds geladen werden können, welche die internen Samples/Waveforms und nicht solche, welche etwa Samples bzw. Waveforms von Drittanbietern enthalten.


FM-X
Zusätzlich bietet der MONTAGE noch einen leistungsstarken FM-Synthesizer, den FM-X, unter seiner Haube, der nun entweder alleine oder mit der AWM2 Klangerzeugung kombiniert werden kann. Dies geschieht durch Anwahl der Normal Parts (FM-X), die ebenfalls Bestandteil zahlreicher PERFORMANCES sind.
Die FM-X Synthese ist das eigentliche Highlight des MONTAGE, auf das so viele Synthesizer-Fans, Musiker und Produzenten gewartet haben. Die FM-X Synthese des MONTAGE bietet 8 Operatoren und 88 Algorithmen (DX-7 hatte lediglich 32 Algorithmen).
Dazu gibt es noch 7 Spectral Forms (DX7 lieferte ausschließlich Sinus-Töne), Spectral Skirt (Verbeiterung der Harmonic Curve), und Spectral Resonance (Verschiebung der Harmonic Peaks).
Gegenüber dem DX-7 gibt es noch eine Frequenz-Hüllkurve, eine umfangreiche Controller- und Panorama-Random-Steuerungen. Dazu noch die ganzen Filter, LFOs und Effekt-Abteilung aus der MOTIF XF-Serie.
Wenn man sich jetzt vor Augen hält, dass eine PERFORMANCE - wie oben bereits erwähnt - aus bis zu 16 einzelnen PARTS bestehen kann, wird einem klar, dass man mit dem MONTAGE in der Lage ist, recht komplexe FM-Sounds zu erzeugen, die man vor Jahren nur mit zwei voll ausgebauten Yamaha TX-816 Synthesizern hätte erstellen können und das zudem nicht in dieser Klangqualität. Mit Hilfe einer von Yamaha angebotenen App (The FM Converter Web App), kann man sogar noch all seine alten DX7 Sounds in das Format des MONTAGE konvertieren. Derzeit kompatible Modelle sind DX7, DX7II, TX802 und TX816. Damit steht dem MONTAGE bereits bei Auslieferung eine riesige Klangbibliothek aus über 30 Jahren FM-Sounds im Internet zur Verfügung. Hier sollte jeder Liebhaber von Klängen der 80er Jahre glücklich werden. Sehr schön!
Aber auch völlig neuartige Klänge für EDM und Filmmusik lassen sich mit dieser Leistungsfähigen FM-Synthese-Engine entlocken.
Wie schon bei Yamahas kleiner reface-Serie profitieren auch beim MONTAGE die FM-Sounds nun von der gegenüber ihren klassischen Vorbildern (DX7 bzw. TX-816) gesteigerten Qualität der D/A-Wandler.