digitale Audio-Anschlüsse/Formate

Veröffentlicht in Glossar - Audio-Interfaces

Standardmäßig bieten die meisten Audio-Interfaces einen digitalen Audio-Ausgang, oder sogar einen Digital- I/O. Die Bezeichnung I/O steht für Input und Output.
Ja nach Ausstattung liefert ein Audio-Interface die unterschiedlichsten Digital-Formate, wobei jedes Format seine Eigenheiten hat (Daten-Protokoll, Pegel usw.) 
Vorallem im Consumer-Bereich, ist die S/PDIF-Schnittstelle (Sony/Philips Digital Interface) weit verbreitet. Dieser Standard überträgt zwei Audiokanäle über eine einzige Leitung. Der S/PDIF-Ein- oder Ausgang existiert entweder als Cinch-Buchse (koaxial)  zum Anschluss eines entsprechenden Kabels oder als optische Schnittstelle für die Übertragung der Daten via Glasfaser-Leitung (TOSLINK). Bis zu welchen maximalen Samplingrates das S/PDIF-Format unterstützt wird, sollte man der Beschreibung des Interfaces entnehmen. Oft liegt das S/DIF-Format bei 24 Bit nur bis zur 48 kHz Samplingrate vor.
Ebenfalls zweikanalig ausgelegt ist das AES/EBU-Format, welches im professionellen Studio-Betrieb, wie im Broadcastbereich zu finden ist.
Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus den Namen der Verbände: „Audio Engineering Society“ und „European Broadcasting Union“, die dieses Format zum Standard gemacht haben. Das AES/EBU-Format unterstützt bei 24 Bit Auflösung Samplingrates bis zu 192 kHz. Der Anschluss erfolgt entweder über ein symmetrisches XLR-Kabel oder über BNC-Verbindungen (unsymmetrisch). Man unterscheidet weiterhin zwischen den AES/EBU-Format „ Single Wire“  und „Dual Wire“ . Im „ Single Wire“ liefert eine Leitung zwei digitale Audiokanäle gleichzeitig. Im „ Dual Wire“ Betrieb teilt man einen Audio-Kanal auf die beiden AES/EBU-Kanäle auf, so dass mit einer Leitung nur noch ein Audio-Kanal übertragen werden kann. Gerade bei sehr hohen Samplingrates empfiehlt sich dieses Verfahren, die Datenübertragung durch das Aufsplitten zeitlich präziser erfolgen kann.
Wenn auch heute kaum noch ALESIS´ ADAT 8-Spur Recorder zum Einsatz kommen, die optische ADAT-Schnittstelle (ADAT Lightpipe) ist nach wie vor aktuell. Das ADAT-Digitalformat liefert 8 digitale Kanäle (in eine Richtung) , jedoch mit einer maximalen Samplingrate von 48 kHz.
Gerade in professionellen Tonstudios kommt die MADI-Schnittstelle (Multi Channel Audio Digital Interface) zu Einsatz, wobei die Verbindung über Kabel (koaxial) oder über Glasfaser erfolgen kann. Eine MADI-Leitung kann bis zu 56 Einzelkanäle (28 AES/EBU-Signale) inkl. weiterer Synchronisationssignale übertragen.
Eine weitere Schnittstelle, T-DIF genannt  (TASCAM Digital Interface) wurde von TASCAM für digitale Bandrecorder entwickelt wurde. Im Gegensatz zum ADAT-Format wird nur ein Kabel benötig um 8 Kanäle bidirectional zu üebrtragen.
Wer glaubt, bei der Übertragung von digitalen Audio-Signalen spiele die Qualität der verwendeten Kabel keine Rolle, täuscht sich. Wenn auch bei der Verwendung eines schlechten Digital-Kabels die Beeinträchtigung zunächst subtiler in Erscheinung tritt –beim schlechten Analog-Kabel hört man meist sofort Rauschen, Brummen oder einen Höhenabfall- kann eine schlechte digitale Audio-Verbindung den Sound matschig und unkonkret werden lassen. Also Vorsicht !