Testbericht: Waldorf PPG Wave 3.V

Die Neugeburt eines KlassikersMain

Die PPG Wave Synthesizer gehören zweifellos zu den Klassikern unter den zahlreichen Synthesizer-Legenden. Der von Wolfgang Palm entwickelte PPG Wave 2 war bei seiner Markteinführung 1981 einer der ersten digitalen Synthesizer, der die Wavetable-Synthese als eine neue und eigenständige Art der digitalen Klangerzeugung einführte und zudem noch zusätzlich mit analogen Filtern ausgestattet war.

Dadurch eröffneten sich mit dem PPG Wave 2 ganz neue Klangwelten und Möglichkeiten, welche die subtraktiven Analog-Synthesizer jener Zeit nicht zu generieren imstande waren.
Mit seinem Riesenvorrat an Wellenformen konnte er nicht nur bekannte analoge Klänge erzeugen, sondern auch metallische Glockenklänge, Chöre und extrem brillante Digitalsounds sowie die bis dahin ungehörten komplexen Klangverläufe, die aus einer Aneinanderreihung (sog. Wavetables) von bis zu 64 unterschiedlichen Wellenformen bestanden. Schnell etablierte sich der PPG Wave zu einem der begehrtesten High-End-Synthesizer der 80er Jahre und prägte dabei eine ganze Generation von Musikern, Produzenten und Hörern, die von seinen markanten und eigenständigen Klängen begeistert waren. Er war auch der direkte Vorläufer des erfolgreichen Microwaves, des Waves und des Blofelds der PPG-Nachfolgerfirma Waldorf.
Mit dem VST-Synthesizer PPG Wave 2.V brachte Waldorf dann schließlich eine Software-Emulation des originalen PPG Wave heraus, der für lange Zeit der einzige Software-Synthesizer aus dem Hause Waldorf blieb. Damit der PPG Wave 2.V nun auch zukünftig gegenüber anderen virtuellen Instrumenten und dem inzwischen aus eigenem Hause hinzugekommenen Softsynth Largo attraktiv bleibt, schickt Waldorf den PPG Wave 3.V mit vielen neuen Features ins Rennen.


Klangerzeugung und neue Features
Der Waldorf PPG Wave 3.V kann je nach Leistung des PCs bzw. MACs bis zu 256 Stimmen pro Instanz erzeugen! Man bedenke, dass der originale Hardware PPG Wave lediglich 8 Stimmen hatte.
Pro Stimme stehen zwei Wavetable-Oszillatoren mit variabler Sample-Wiedergabe in 8, 12 oder bis zu 32 Bit zur Verfügung. Auf eine gewisse analoge Ungenauigkeit im Klangverhalten wurde besonders großer Wert gelegt, um den warmen und fetten Grundklang des Originals möglichst genau zu simulieren. Hierfür wurde auch extra Wolfgang Palm, der Entwicklungsvater des Originals, bei der Programmierung des PPG Wave 3.V hinzugezogen.
Um den Klangvorrat des PPG Wave 3.V zu erweitern, lassen sich nun auch WAV-Samples per Drag & Drop oder über das Datei-Menü laden. Mit Hilfe des 8-fachen Multimodes ist es auf diese Weise sogar möglich, Multisamples wiederzugeben und diese mit der Filtersektion des Originals zu veredeln.
Der neue PPG Wave 3.V hat neben den 31 originalen über 100 neue Wavetables an Bord, die Wolfgang Palm persönlich beigesteuert hat. Es handelt sich dabei auch nicht um diejenigen Wavetables, die man vom Largo oder Blofeld kennt, sondern um speziell für den Wave 3.V neu designte Wavetables.
Anschließend durchläuft jede Stimme ein 12 dB bzw. 24 dB Tiefpassfilter, das eine authentische Nachbildung des originalen PPG Wave 2.2 bzw. 2.3 Filters ist. Ein Overdrive hinter dem Filter sorgt für weitere Klangmöglichkeiten und liefert gerade bei Bass- und Leadsounds ordentlich Druck.  Besitzer eines Blofelds oder Microwaves dürften diese Möglichkeit bereits schätzen gelernt haben.
An Modulationsquellen stehen neben einem LFO noch drei Hüllkurven zur Verfügung.
Um den Klang noch weiter perfektionieren zu können, stehen verschiedene Effekte zur Auswahl.
Neben einem 4-Band Equalizer, bietet der PPG Wave 3.V verschiedene Overdrive-Typen, einen Phaser, einen Chorus und einen Flanger. Ein Stereo-Delay und ein Hall runden die Effektabteilung ab.
Ein besonderer Leckerbissen dürfte vor allem sein, dass der PPG Wave 3.V auch die alten Waveterm-Dateien sowie die SysEx-Daten der Hardware-PPG-Waves einlesen kann.

Installation
Die Installation verlief auf meinem Studio-PC (Intel Core i7 mit Win7 (64bit) und Steinberg Cubase 6 (32bit) mit einer RME AIO Soundkarte) recht problemlos. Die anschließende Lizensierung erfolgte über das Internet und eLicenser, was einige Arbeitsschritte und einen Neustart in Anspruch nahm, aber keinen allzu großen Aufwand bedeutete. Die Lizenz kann dabei entweder auf die Festplatte gespeichert werden oder auf einen eLicenser Key wie z.B. den Steinberg-USB-Dongle, den Cubase Anwender schon kennen dürften. Dadurch kann man den Wave auch mal auf einem anderen Rechner benutzen. Man kann die Lizenz aber auch nachträglich auf den USB-Dongle übertragen. Diese Art von Kopierschutz müssen heutzutage viele Hersteller wählen, wenn sie überhaupt noch etwas an einem VST-Plugin verdienen möchten. Und man sollte dabei nicht vergessen, dass auch in einem VST-Instrument eine Menge Entwicklungsarbeit und Liebe steckt, die honoriert sein will.

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Gleich nach dem Aufrufen des PPG Wave 3.V gelangt man auf die gewohnte analoge Bedienoberfläche des PPG Wave, die wie bereits bei der vorherigen Version PPG 2.V die wichtigsten Regler für Filter und Hüllkurven beherbergt und grafisch am Hardware PPG orientiert ist.
Lediglich der Drive-Parameter kam neu hinzu und einige Schalter haben jetzt andere Funktionen.
Man kann jetzt durch Anklicken von drei kleinen LED Buttons die Flankensteilheit des Filters von 24dB auf 12dB und den Overdrive-Modus auf Tube (Röhrensimulation) umschalten. Über den dritten Button wird ein "True PPG"-Modus aktiviert, der die digitalen und analogen Schaltkreise und damit natürlich die Klangeigenschaften der damaligen Hardware imitiert, wie z.B. Aliasing-Geräusche der antiken Wandler (8 Bit oder 12 Bit) oder LFO-Kurven mit Aussetzern und leicht schwankende Filterfrequenzen. Dies ist nicht nur für Nostalgiker ein idealer Modus, sondern verleiht dem gesamten Instrument einen überraschend voluminöseren, wärmeren und durchsetzungsfähigeren Klang, welchen ich bisher bei VST-Instrumenten gegenüber Hardware Synthesizern so noch nicht gehört habe. Kompliment!
Allerdings macht sich dieser Modus auch in einem etwas höheren DSP-Leistungsverbrauch bemerkbar, der aber meiner Meinung nach bei heutigen Prozessoren zu vernachlässigen ist. Bei meinem o.g. Musik PC verdoppelte sich der DSP Verbrauch gerade mal von 5% auf 10%.

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Bedient wird dieser virtuelle PPG fast wie das Original, sodass ehemalige Besitzer eines Hardware PPGs sich schnell zu Recht finden werden. Das schränkt zwar den Bedienkomfort etwas ein, kann aber in bestimmten Situationen auch sehr nützlich sein, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Weniger ist manchmal mehr. Ich hätte mir lediglich die Darstellung der Schalter und Parameterwerte innerhalb der Menüs in einem etwas größeren und deutlicheren Schriftsatz gewünscht. Obwohl ich kein Brillenträger bin oder vielleicht gerade deshalb, musste ich mich öfters sehr nah an den Bildschirm vorbeugen, um überhaupt etwas erkennen zu können. Für Projektstudios, deren LED-Monitore oft hinter einem Mischpult oder hinter einer Tastatur zwischen zwei Lautsprechern stehen, kann dies zum ernsthaften Problem werden. Dies ist aber leider bei vielen Plugins, die in letzter Zeit erschienen sind, der Fall. Sei’s drum – im Zweifel einfach eine starke Lesebrille aufsetzen.
Unterhalb des Displays gibt es zehn Schalter, durch die man in die verschiedenen Menüs des PPG Wave 3.V gelangt.
Durch Drücken des Schalters PROG gelangt man in den Multimode mit Einstellungen für Kanal, Volume, Panorama, Output sowie Transponierung und Tastaturzonen.
Unter dem Menüpunkt DIGI wählt man die Wavetables an und stellt die mit „True PPG“ aktivierte Qualität der D/A-Wandler ein. Nach den Versionsnummern der Originalinstrumente benannt, bedeuten 2.2 eine 8-Bit- und 2.3 eine 12-Bit-Qualität, 2.V bedeutet bis zu 32-Bit je nach Sample.
Bei TUNE lassen sich Tuning, Tonhöhenmodulation sowie die Stimmung der Oszillatoren und des gesamten Instrumentes verändern. Neu hinzugekommen beim PPG Wave 3.V ist ein sog. FINE-Modus, mit dem sich wesentlich besser die Verstimmung (Detune) zweier Oszillatoren einstellen lässt.
Durch Drücken des Schalters GRAPH lassen sich Oszillatoren, Filter, LFOs und Hüllkurven auch grafisch am PPG Wave 3.V anzeigen und sogar mit der Maus editieren.
GROUP ermöglicht das übergeordnete und gemeinsame Bearbeiten aller Parts im Multimodebetrieb. Verändert man einen Parameter, wird dessen Einstellung automatisch auf alle anderen Parts übertragen. Eine äußerst praktische Funktion.
Mit EFFECTS gelangt man schließlich in die beim PPG Wave 3.V neu hinzugekommene Effektsektion. Diese bietet die Effekte EQ, Overdrive, Phaser, Chorus, Delay und Reverb, wahlweise für jeden Multimode-Part oder aber auch global auf dem gesamten Instrument. Die Qualität der Effekte ist in Ordnung, vor allem Chorus, Overdrive, Phaser und Delay wussten zu überzeugen. Beim Hall sollte man fairerweise nicht die Qualität eines Studiohalls erwarten. Er reicht aber für die meisten Live-Anwendungen aus. Im Studio greift man beim Thema Hall meist ohnehin auf teurere Hardwareprozessoren oder spezielle Hall-Plugins zurück. Die Effekte sind auf jeden Fall eine willkommene Bereicherung für die Klangerzeugung des PPG Wave 3.V.
Der TRNSNT-Schalter dient der Anzeige und dem Laden und Einstellen von Samples. Loop-Parameter, Root Key, Sample-Startpunkt und Sample-Rate lassen sich hier editieren. Der Wave ermöglicht nur Vorwärts-Loops, keine alternierenden. Ein Multisample ist wie anfangs erwähnt nur via Multimode machbar, das heißt auch, dass maximal acht Samples verwendet werden können, eins pro Part.
Der Schalter PANEL blendet die aufgerufene Menü-Seite aus und zeigt stattdessen den schwarzen Deckel des PPG. Ist also eine rein designtechnische Geschichte.
Unter dem Menüpunkt GLOBAL findet man Einstellungen für Stimmenzahl, Ausgänge, Gesamtlautstärke, Maus-Modus (zirkular oder linear) und für gezieltes Frequenz- und Resonanzverhalten der Filter, die ebenfalls analoge Ungenauigkeiten imitieren sollen.

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Die Wavetables
Der PPG Wave 3.V hat völlig neu designte Wavetables an Board. Sie sind in sechs Bänke unterteilt (Synthesis, Analysis, Mix, Harmonic Split, Voice und Utterance). Ich habe anfangs an eine Kategorisierung hinsichtlich des Klangcharakters gedacht, was aber nicht der Fall war. Man muss also tatsächlich jede einzelne Wavetable anhören, um nicht vielleicht die eine oder andere Perle zu übersehen. Es sind viele Wavetables dabei, die sich an die alten Wavetables des PPGs anreihen - alleine schon, um die Soundkompatibilität zwischen Hardware PPG und Software PPG via SysEx zu gewährleisten - und einige, die auch sehr schöne neue Spektren aufweisen. Auch ein paar experimentelle Wavetables sind mit dabei.
Dabei schoss mir direkt folgende Frage durch den Kopf: Kann man denn auch komplett eigene Wavetables aus importierten Samples generieren? Nicht so ganz. Während es bei Waldorfs Microwave und Waldorfs Wave möglich ist, entsprechend geloopte Samples als Wavetables zu verwenden, sucht man diese Funktion beim PPG Wave 3.V leider vergeblich. Schade, denn das hätte ich gerade bei solch einem Instrument erwartet. Aber immerhin kann die Loop eines Samples moduliert werden.
Ein geladenes Sample wird normal abgespielt, wenn Env1-Waves auf dem Wert 63 steht. Mit jedem Schritt abwärts wird die Loop um 128 Samples Richtung Sample-Start verschoben, die Envelope selbst hat dabei gar keine Funktion mehr. Mit Osc-Waves kann man die Loop beliebig im Sample hin- und herfahren. Man hat also so etwas Ähnliches wie eine Wavetable, nur ist sie nicht mit Hüllkurven und LFO modulierbar. Dies funktioniert aber wiederum auch nur, wenn ein Wellendurchgang 128 Samples lang ist und das Sample selbst eine Länge von mindestens 8.192 Samples, sprich 64 Wellendurchläufen, hat.
Bei einer längeren Loop ist die Verschiebung um 128 Samples sozusagen unhörbar. Und warum man dann nicht wie bei den Wavetables einfach per LFO modulieren kann, ist auch etwas sonderbar.
Dies könnte meiner Meinung nach von Waldorf durch ein entsprechendes Update verbessert werden.

EffectOverdrive

Sample-Import
Der PPG Wave 3.V liest die Formate WAV, AIF, OGG, FLAC, MP3, MP4 und M4A. Stereo-Samples werden ab der neuen Version 1.01 in den Keyboard-Modi DUAL, QUAD und MONO unterstützt. Die Firma Waldorf weist dabei auf ihrer Website darauf hin, dass BASIS voll aufgedreht sein sollte, um die einzelnen Kanäle des Samples korrekt im Stereobild zu positionieren.
Formate von Harware-Samplern wie z.B. AKAI, EMU etc. werden leider nicht unterstützt, aber immerhin sind 8-fache Multisamples machbar, und es lassen sich Loop-Start und -Endpunkt sowie Sample-Start und Sample-Rate einstellen. Dass der PPG Wave 3.V überhaupt Samples wiedergeben kann, bereichert sowohl den Wave als auch die Samples, denn schließlich lassen sich die Samples durch die wirklich gut und analog klingenden Filter bearbeiten, womit wir auch schon beim Thema Filter und Soundcharakter wären.

Filter und Sound
Bei den Filtern des PPG Wave 3.V wird das Klangverhalten der analogen SSM-Chip-basierten 24dB Tiefpassfilter aus dem Original emuliert, die auch in Waldorfs Blofeld ihren Dienst verrichten.
Der Klang dieser Filter wirkt seidig und brillant und verleiht dem PPG Wave 3.V einen teuer klingenden Charakter. Mit diesem Filter lassen sich auch wunderbar weich und warm klingende Analogsounds erzeugen. Dafür sollte man aber auch den „TRUE PPG MODUS“ aktivieren (s.o.).
Die Resonanz der PPG Wave 3.V Filter reicht bis zur Selbstoszillation und dämpft dabei etwas den Lautstärkepegel, was aber originalgetreu und beabsichtigt ist.
Neben dem gut klingenden 24dB Filter gibt es beim Wave 3.V noch ein eher seltener zu findendes und ebenfalls SSM-Chip-basiertes 12dB Tiefpassfilter. Für akustische Klänge ist dieses meistens besser geeignet, da es mehr Obertöne durchlässt und nicht ganz so hart wie das 24dB Filter zupackt.
Durch die Parameter TRUE PPG und OVERDRIVE klingt der PPG 3.V stets warm und druckvoll und hebt sich deutlich von vielen anderen virtuellen Instrumenten ab, die ich bisher gehört habe.
Die Auswahl der Presets ist sehr stark an den Zeitgeist von damals angelehnt. Dies ist für Nostalgiker und Liebhaber der 80er eigentlich genau das richtige Material. Auch der typische, hart metallisch klingende Bass-Sound, den man unter anderem von Frankie Goes To Hollywoods „Relax“ kennt, ist unter den zahlreichen Werksklängen vertreten.
Dennoch hätte man für meinen Geschmack dem PPG Wave 3.V auch ein paar modernere und komplexere Sounds spendieren können, welche die Klangerzeugung ja durchaus zulässt. Hier muss man im Moment noch selbst Hand anlegen, was nach kurzer Einarbeitungszeit aber auch belohnt wird. Dies ist typisch für Waldorf und erinnert mich an die ersten Microwaves, Qs und Blofelds, welche erst durch die Sounds von Drittanbietern bzw. durch Waldorf-eigene Soundsets zum Leben erweckt wurden. Vielleicht möchte aber auch Waldorf keine Konkurrenz zu den anderen Produkten im eigenen Hause schaffen. Bleibt abzuwarten, was da noch an optionalen Soundsets in nächster Zeit erscheint. Bis dahin kann man sich ja an den zahlreichen SysEx-Sounds der originalen PPG Synthesizer erfreuen, die man im Internet finden kann.

Controller
Nahezu alle Parameter des PPG Wave 3.V können via Host-Automation angesprochen werden, und die meisten Parameter unterstützen auch MIDI-Controller-Automation, sodass sich der Waldorf PPG Wave 3.V ganz einfach in eine bestehende Produktionsumgebung einbinden lässt. Eine MIDI-Learn-Funktion gibt es beim PPG Wave 3.V allerdings nicht. Schade.

Arpeggiator
Der Arpeggiator bietet neben den klassischen Aufwärts- und Abwärts-Modi auch einen Alternierend-Modus sowie mit „Kaskade“ einen echten PPG-Spezialmodus.

Fazit
Der Waldorf PPG Wave 3.V hat in der dritten Version ordentlich zugelegt und an Attraktivität gewonnen. Über 100 neue Wavetables, eine gut klingende Effektsektion, erweiterte Modulationsmöglichkeiten und umfangreicher Sample-Import bereichern die ohnehin leistungsstarke Klangerzeugung um ein Vielfaches. „TRUE PPG“ Modus und Overdrive verhelfen dem PPG Wave 3.V zu einem Klangbild, welches ich bei virtuellen Instrumenten in der Vergangenheit oft vermisst habe. Endlich kann ein Plugin warm und druckvoll, aber auch gleichzeitig mal böse klingen. Die guten analog klingenden Filter, welche soundtechnisch verblüffend nah an die des Hardware-PPGs herankommen sowie die Möglichkeit, SysEx-Daten der Hardware-PPGs zu importieren, runden das insgesamt positive Bild gelungen ab.
Der äußerst günstige Verkaufspreis von derzeit ca. 150 EUR lässt einen daher auch über die wenigen Schwächen - wie z.B. zu kleine Schalter, fehlende MIDI-Learn-Funktion, etwas eigenwillige Werkssounds sowie die nicht ganz ausgereifte Möglichkeit, eigene Wavetables aus eigenen Waves zu erstellen - hinwegsehen.


Facts
- Emulation des PPG Wave Synthesizers
- bis zu 256 Stimmen pro Instanz (abhängig vom Host-Rechner)
- zwei Wavetable-Oszillatoren mit wahlweiser Sample-Wiedergabe in 8, 12 oder bis zu 32 Bit pro Stimme
- importieren von Samples per Drag & Drop
- 8-fach-Multimode
- 12 dB / 24 dB Tiefpassfilter
- erzeugt bis zu acht 8 Parts gleichzeitig (unterstützen Poly-, Dual-, Quad- und Mono-Modus)
- acht Stereoausgänge
- Arpeggiator
- 4-Band Equalizer
- Effekte: Overdrive, Phaser, Chorus, Flanger, Stereo-Delay, Hall
- MIDI-Controller-Automation
- als VST-/AU-Plugin
- für WIN XP/Vista/WIN7/MAC OSX ab 10.3.9

UVP*: 169 EUR


Autor: Sudad Ghadaban (Piano Schmitz Essen)

Kommentare (2)add comment

Vera Kosnik said:

0
...
danke, jetzt hab ich das mit der Wavetable klangerzeugung endlich verstanden - ich fand den PPg -Sound schon immer sehr speziell, wusste aber nicht warum der Synthesizer so anders klingt
Februar 02, 2012

Richard Goebel said:

0
...
Ich hab zwar schonmal von der Software gehört, aber dass das teil so viel kann wusste ich nicht.
Als alter PPG-Fan muss ich den Soft-PPG doch dann unbedingt mal antesten.

Februar 02, 2012

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